Archiv für den Monat: April 2006

Projekt 06: Rrruumms!

Knapp daneben. Ich hatte immer vermutet, dass Dienstag endlich jemand zugibt, dass ein bestimmtes Teilprojekt nicht fristgerecht fertig wird. Sogar den Inhalt der Entschuldigung kannte ich schon.

Statt dess ist heute – einen Werktag früher – der Tag der Tage an dem die Projektverzögerung endlich offiziell bekannt gegeben wird. Alle anderen Projekt atmen erleichtert auf und können ihre Verzögerung jetzt diesem Teilprojekt in die Schuhe schieben.

Da hat das Prinzip „wir kneifen ganz fest die Augen zu und hoffen das irgendwie noch ein Wnder passiert“ leider nicht funktioniert …

Die Gründe für den Schlamassel sind langweilig. Daher nur der Vollständigkeit halber: Schlechte bis fehlende Kommunikation, zuwenig Transparenz und fehlender Mut, dem Vorstand Wahrheiten zu sagen.

Ich lehne mich jetzt zurück und machen Wochenende. Dienstag besorge ich mir Popcorn und Cola und schaue mir das Schauspiel des „Sich-Gegenseitig-Zerfleischen“ an.

Wohnung die 2.

Ich habe mit entschieden, die Wohnung zu verlassen. Wenn der Vermieter nicht mitspielt, zur Not per fristloser Kündigung. Gründe dafür gibt es genug. Alleine die Tatsache, dass fast täglich jemand unangekündigt in meiner Wohnung ist sollte reichen.

Nachdem ich alles organisiert habe – also Auto für den Auszug gemietet, Hotel für die nächsten 2 Wochen gebucht – fällt mir der Haken der Geschichte auf: Mein Einsatzort liegt an einer WM Stadt. Ich werden im Juni vermutlich Probleme bei der Hotelbuchung bekommen. Argh, hätte ich früher drauf kommen können …

DB Carsharing Hotline

Bahncard 100 Inhaber sind gleichzeitig (auf Wunsch) Mitglied bei DB-Carsharing. Ich nutze das System gerne und häufig.

Spannend ist die Möglichkeit, die Service-Zentrale unter verschiedenen Nummern zu erreichen.
Auf meiner alten DB-Carsharing Karte steht: 0800 X XXXX (kostenlos)
Die Webseite dbcarsharing: 01801 XXXXX (Ortstarif)
Meine Bahncard 100 sagt: 0180 5 XXXXX (12 Cent / Minute)

Das bedeutet also: Wenn ich die 3300 EUR teure Bahncard 100 habe, wird mir die teuerste Hotline-Nummer mitgeteilt.

Alle Nummern gehen auf den gleichen Sprachcomputer. Vermutlich wird die Warteschlange unterschiedlich lang sein. Aber bei 12 Cent/Minuten gegenüber 0 Cent warte ich doch gerne ein wenig länger …

Komplexität

Komplexität hilft.
Komplexität bedeutet, dass man bei Vorhaben nicht vorhersagen kann, was passiert. Wenn in Australien ein
Schmetterling explodiert, regnet es 3 Wochen später in Spanien. Selbst Dinge, die wir für 100% sicher halten, sind nicht sicher. Ein gegen die Wand geworfener Stein könnte – in der Theorie – statt abzuprallen durch die Wand fliegen. Sehr, sehr unwahrscheinlich, aber die Physik verbietet es nicht.

Dank Komplexität ist es nicht möglich, dass perfekte Verbrechen zu begehen. Kein Verbrecher ist in der Lage, alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Das ist ja gerade das Wesen der Komplexität.

Dinge gehen schief. Murphy’s Gesetz trifft immer zu.
Irgendwie ist das ja auch beruhigend: Früher oder später wird man die meisten schweren Verbrechen aufklären. Zwar nicht so elegant, wie bei Hercules Pirot – aber weder Bankraub noch Entführung lohnen sich.

Die einfache Wahrheit: Komplexität ist nicht zu beherrschen. Darüber kann man nicht diskutieren. Punkt.

Komplexität schadet.
In Projekten tun manche Menschen immer so, als ob Komplexität eine völlig unerwartete Sache ist. Da hat der Projektleiter sich soviel Mühe mit dem Projektplan gemacht – und schon nach wenigen Tagen ist dieser wieder obsolut. Der Vorstand tobt, die Projektmitglieder sind frustriert und der Projektleiter hält Präsentationen in dem Sinne „Leider konnten wir nicht vorhersehen, das …“

Unfug!
Die erste Regel der Projektleitung: Risikomanagement ist Pflicht!
Die zweite Regel: Es wird passieren!

Daher sind Projektpläne ohne Puffer zwar nett gelogen, aber sie helfen kein Stück. Je erfahrener ein Projektleiter ist, je besser wird er Risiken abschätzen, bewerten und ggf. in seinen Projektplan integrieren. Aber dennoch und Trotzdem: Es wird immer etwas passieren, womit man nicht gerechnet hat. Das liegt nicht daran, dass der Projektleiter schlecht ist. Es liegt an der Komplexität. Schlecht ist ein Projektleiter nur, wenn er Komplexität nicht berücksichtigt.

Popetown

MTV bezieht aktuell ja richtig Prügel für Popetown.
Ich kenne die Serie nicht und habe keine Ahnung, ob die Serie etwas taugt oder in wieweit man nur durch Tabubruch Qoute machen will. Ob das ganze irgendwelche Geschmacksgrenzen verletzt, keine Ahnung.

Was ist nur seltsam finde: Genau die Leute, die bei den „Mohammed-Karikaturen“ von Meinungsfreiheit sprachen wollen die Serie jetzt verbieten lassen.

Sehr, sehr seltsame Auffassung von Meinungsfreiheit.

Ärger mit Wohnungen

Wenn man längere Zeit an einem Einsatzort ist, hat man irgendwann keine Lust mehr, ständig im Hotel zu übernachten. Mich persönlich nervt es am meisten, dass ich keine Sachen lagern kann. Einige Kollegen behelfen sich damit, dass sie übers Wochenende Dinge am Bahnhof ins Schließfach legen – auch eine Idee.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, man einigt sich mit dem Hotel auf einen Sonderpreis für eine Dauermiete. Das ist aber immer noch ziemlich teuer. Oder man mietet sich ein möbliertes Zimmer vor Ort – und das ist richtig teuer.

500 -700 EUR für 20-30 qm sind ein normaler Preis. Die Gegenleistung ist dafür teilweise erschreckend.

Ich habe jetzt einen super Flop gezogen. Aber ich wollte es ja nicht anders. Offenbar war ich bei der Besichtigung nicht richtig wach. Nach dem Einzug wunderte ich mich über den muffigen Geruch. Ein genauer Blick ins Bad – und ich wunderte mich nicht mehr. Ein Wasserschaden zieht sich über mehrere Wände hinweg. Natürlich hat mein Freund der Schimmel schon Einzug gehalten.
Die angeblich grundgereinigte Wohnung ist darüber hinaus auch noch mega siffig.

Also schnell den Vermieter angerufen und um Abhilfe gebeten. Ich glaube, das Problem sollte er erkannt haben. Schließlich war er fast jeden Tag unangekündigt in meiner Abwesenheit in der Wohnung.

Die Lösung überzeugt mich nicht wirklich: Eine Wand wurde überstrichen. Das wird die Wasserflecken bestimmt vertreiben – so drei, vier Tage lang.

Mal schauen, ob er sich noch beweglich zeigt. Ansonsten muss ich mich mal über meine Recht auf fristlose Kündigung informieren.

Klare Ansage

Gespräch mit meinem Auftraggeber. Ich habe vorgeschlagen, dass auf Grund diverser
Probleme ein Teilprojekt von mir betreut wird (statt von der Technikabteilung). Eine Chart beinhaltet einen Terminplan.
Er:“Den Terminplan würde ich lieber rausnehmen. Wenn du das so schreibst, übernimmst du auch die Verantwortung für den Termin“
Ich:“Ja, die übernehme ich“
…Pause… Pause …

Ich hatte das Gefühl, das war das erste mal in dem Projekt, dass jemand eine klare Aussage gemacht hat :-)

Eigentor

Schöner Dialog in einem Eskalationsmeeting.

Anwesend sind alle möglichen hohen Manager. Thema ist, warum ich für mein Teilprojekt Probleme melde.
Ich bin über den Support den ich bekomme nicht glücklich.

Schön fand ich dann folgenden Dialog (Bezeichnungen der Prozesse sind nur beispielhaft):
Manager:“Sie haben ja einige Erweiterungen über den Prozess 29/1 beantragt. Das geht auch nicht. Sie müssen das ja über den Prozes X22 machen“
Ich:“Ja, ich habe das über den ersten Weg (29/1) beantragt. Dann hieß es, ich müsse den anderen Weg wählen. Das habe ich auch gemacht …“
Manager:“… Darauf reagieren wir auch viel schneller, nämlich binne einer Woche“
Ich:“Nun, Mein Erweiterungsantrag über Prozess X22 ist leider seit 4 Wochen nocht irgendwo unterwegs und nicht durch Ihre Abtelung bearbeitet. Das ist aber nicht schlimm, ihre Abteilung hat bereits den externen Dienstleister nach dem (falschen) Prozess 29/1 beauftragt. Läuft also alles“
Soviel also zu „binne einer Woche“ :-)

BTW: Zuvor hatte die Abteilung mich schon verblüfft. Ich beantrage eine Entwicklung, nennen wir sie Thema A. Dies erst 4 Wochen nicht beachtet und dann abgelehnt – es sei nicht mehr genug Zeit. Also stelle ich einen neuen Antrag mit geändertem Inhalt, nennen wir es Thema A2.
Anschließend wird der externe Dienstleister um ein Angebot gebeten. Was schickt die Abteilung: Den abgelehnten Antrag A …

Ein wenig Kafkaesk, aber lustig.

Google Suchbegriffe

Die meisten Blogger schauen ja unregelmäßig in ihre Statistik. Also, nicht häufig – vielleicht so 2 oder 3 Mal am Tag.
Ein steter Quell immerwiederkehrender Freunde sind dabei die Suchbegriffe die zum eigenen Blog geführt haben.

Gerade musste ich schlucken.
In meiner Liste der Suchbegriffe kamen folgende drei Suchen genau hintereinander:
1:ich habe nur noch ein Bein
2:lustige kleine Geschichte
3:wow leute haben selbstmord begangen

Jede Kommunikation ist besser als keine Kommunikation

Das war ja mal wieder ein lustiges Meeting.

Seit Wochen warten wir auf Liefertermine einer Abteilung. Leider kann sich die Abteilung nicht da durchringen, uns Liefertermine zu nennen. Schlimmer noch: Sie kann sich auch nicht dazu durchringen, überhaupt irgendwelche Informationen zu geben.

Das ist ja leider weit verbreitet. Wenn man Probleme hat, hält man lieber die Klappe an statt die Probleme frühzeitig zur Sprache zur bringen. Dumm nur, dass man dadurch die Sache noch schlimmer macht.

Das Zauberwort heißt: Planungssicherheit.

Natürlich haben die Fachabteilungen Wunschtermine und natürlich sind die Wunschtermine in 99% aller Fälle absurd. Das ist das Ergebnis eines unglückseligen Spiels zwischen Entwicklern und Anforderern bei denen beide Seiten mit ihrer Maximaforderung in die Verhandlung gehen („Das dauert mindestens 9 Monate“ – „Ich brauche es in 4 Wochen“) um anschließend einen Kompromiss zu finden („Ok, wir machen es in 4 Monaten. Aber mehr geht nicht“).

Man kann dieses Theater (und nichts anderes ist es) aber durchbrechen. Kommunikation ist alles. Fachabteilungen bestehen nicht nur aus Deppen – genauso wenig wie Entwicklungsbereiche. Das mögen beide Seiten manchmal anders sehen, ist aber nicht so …

Aber: Beide Seiten kennen zuwenig voneinander um die Probleme wirklich zu verstehen. Ein Entwickler denkt nicht täglich daran, dass Medienplanung langfristig erfolgt und man gebuchte TV Spots für ein Produkt nicht „mal eben“ wieder cancelt oder um ein paar Tage verschiebt. Genauso wenig versteht ein Fachanforderer, welche Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Anforderungen bestehen.

Als Reaktion auf den ständigen Kleinkrieg zwischen Anforderer und Technik wird dann leider eher gar nicht mehr miteinander geredet. Man möchte der „Gegenseite“ ja keine Munition liefern. Tja, super Idee. Das das jemals geholfen? Gibt es irgendeine Firma auf der Welt, wo diese Taktik zu weniger Streit geführt hat? Nein? Ach! Dennoch wird diese Taktik ständig gefahren.

Also: Regelmäßige, offene und transparente Kommunikation. Beispiel: Wenn der Fachanforderer jede Woche ein kurzes Feedback über den Stand seiner Anforderungen bekommt, ist er zufrieden. Das kann auch eine Antwort in der Form „Wir haben das noch nicht bewertet, da die Anforderungen Nr. 10-5000 noch offen sind“. Aber zumindest sehe ich, dass etwas passiert!