Archiv für den Monat: November 2009

Post Handyporto

ich gehöre ja zu den Leuten, die es irgendwie nie schaffen, genug Briefmarken im Haus zu haben. Das merke ich natürlich dann besonders schmerzlich, wenn ich Rechnungen schreibe und verschicken will. Ergebnis: Ich trage die Briefe tagelang in meiner Laptoptasche mit mir herum …

Durch Zufall habe ich gesehen, dass die Post neben der Internetbriefmarke (Marke online kaufen uns ausdrucken) auch Handyporto anbietet. Das funktioniert so: Man schickt eine SMS mit dem Betreff „Brief“ oder „Karte“ an die Nummer 22122. Kurze Zeit später bekommt man eine SMS mit 3 Zeilenreihen. Diese schreibt man einfach statt der Briefmarke auf den Brief – fertig.

Klingt gut, oder? Es gibt nur einen kleinen, winzigen Haken: Das „Porto“ kostet auf diesem Weg laut Webseite 95ct für einen Brief und 85ct für eine Postkarte.

Anders ausgedrückt. Die Nutzung einer neuen Technologie kostet 172% (188% bei Postkarten) des Preises der alten Technologie. Klar, man könnte damit argumentieren, dass es alles einfacher wird und mir dies schon 40ct wert sein sollte – aber ich glaube, ich gehe dann gleich doch lieber mal zum Automaten….

Nachtrag:
Ups, meine Rechung ist ja falsch. Ich muss ja die Kosten für die SMS noch einrechnen. Dann komm ich bei 19ct pro SMS auf Kosten von 1,14EUR pro Brief – also mehr als doppelt so teuer.

Google, Quizshows und ich

Laut Google-Analytics hatte ich während meines Urlaubs an einem Tag extrem viele Besucher, locker 10x mehr als sonst. Das verwirrt natürlich ein wenig. Also habe ich genauer nachgeschaut.

Die Besucher kamen über Google und haben nach dem Begriff „sauce bernaise syndrom“ gesucht. Ein Eintrag von mir dazu steht bei Google auf Platz 2:
http://www.guerilla-projektmanagement.de/index.php/archives/2007/03/16/das-sauce-bernaise-syndrom/

So weit, so gut. Aber warum haben alle plötzlich danach gesucht?!? Erklärung: Es war eine Antwortmöglichkeit in einer Quizshow …

Kindle kann jetzt pdf

Mein Kindle hat etwas gelernt – und mir nichts davon gesagt.

Als ich meine Amazon-Kindle Seite aufgerufen habe, sah ich, dass es ein neues Dokument (Kindle User’s Guide, 4th Ed.) gibt. Fast hätte ich es ignoriert, aber dann habe ich es doch aufgerufen.

Und – Überraschung! – da fanden sich neue Features in dem Dokument.

So kann man nun die Seitenorientierung ändern und so z.B. breite Tabellen besser lesen. Und – Trommelwirbel…Tusch – Kindle 2 kann ab sofort pdf Dateien anzeigen.
Die Anzeige ist recht gut. Allerdings werden die Seiten auf dem Display natürlich ziemlich klein. wenn man z.B. den Spiegel lesen will, wird es schwierig.

Die PDF-Dateien lassen sich – wie andere Texte auch – durchsuchen. Man kann Lesezeichen erstellen, jedoch keine Kommentare einfügen.

Mal schauen, was das Kindle noch so alles gelernt hat :-)

Urlaub vorbei und Geschmacksunterschiede

So, wie jeder Urlaub, ist auch meine kleiner New-York Reise leider vorbei und ich bin wieder da. Es war nett, aber anstrengend.

Neben den üblichen Touri-Fotos von New York habe ich auch einige „Alltagsfotos“ gemacht – vor allem von Inneneinrichtungen. Nicht, weil ich plötzlich Innenarchitekt werden möchte, sondern als Argumentationshilfe für Web-Projekte.

Es ist mir (und vielen anderen wohl auch) schon oft passiert, dass ein Kunde als Vorbild für sein Multimillionen Web-Projekt irgend eine Seite aus den USA hatte und seine Seite musste natürlich genau aussehen. Meine Gegenfrage ist dann meistens, ob es denn bei dem Kunden zuhause auch so aussehe, wie in einem amerikanischen Wohnzimmer. Das verwirrt das ein wenig …

Web-Seiten werden – wir alle Angebote auch – auf eine Zielgrupe hin ausgerichtet. Und auch wenn wir in einer globalisierten Welt leben, die Geschmäcker sind verschieden. Ich kann mich noch gut an das Briefing für eine arabische Geschenkseite erinnern: „Wenn es ihnen unerträglich kitschig vorkommt, dann noch ein wenig mehr und wir finden es gut“. In den USA findet man gerne mal extrem „plüschige“ Wohnungen (alleine die Tagesdecke in einem durchschnittlichen USA Hotel kann einen Europäer spontan erblinden lassen) oder – wenn es vornehm sein soll – man glaubt sich im England des 19. Jahrhunderts. Dazu kommt noch, dass in den USA alles ein wenig lauter, heller und schriller ist. In New York war jeder 3. Burger-Laden „the best on earth“, „the best in town“ (was ja… aber egal), „the best you’ve ever had“ usw. usw. Ein Laden wie „Abercrombie&Fitch“ würde bei uns gar nicht möglich sein: eine solche Lautsärtke lassen unsere Arbeitsschutzbestimmungen bestimmt nicht zu.

Entsprechend sind Webseite die sich an eine Zielgruppe in den USA nennen für unsere Augen oft ein wenig überfrachtet. Trotzdem gibt es viele Kunden die nicht verstehen, dass man sein Web-Angebot bitte nicht an irgendwelchen USA-Seiten hin ausrichten sollte, sondern nach dem Kunden den man tatsächlich ansprechen möchte.

Mal schauen, ob die Fotos als Argumentationshilfe taugen…

Was macht man denn aber, wenn man wirklich die ganze Welt als Zielgruppe hat? Hmm, schauen wir mal bei Google und Co. Ergebnis: Minimalismus. Regel: Je internationaler die Zielgruppe, deste weniger regionale Besonderheiten und entsprechend minimale sollte die Seite sein.

6 Monate Zivildienst

So so, da will die Regierung den Zivildienst von 9 auf 6 Monate verkürzen. Dies bzw. die nun aufkeimende Debatte finde ich ja schon ein wenig verwirrend.

Als ich 1989 meinen Zivildienst angetreten habe, stand auf meiner Einberufung „24 Monate“. Im Zuge des Mauerfalls wurde dann der Wehrdienst allerdings 1990 verkürzt und damit auch der Zivildienst (auf, ich glaube 18 Monate oder so – Update: die Verkürzung war auf 16 Monate, da Wehrdienst nur noch 12 Monate statt 18 dauerte – wobei auf der Seite der Bundeswehr 15 Monate für 1989 steht, aber das stimmt definitiv nicht).

Jetzt laufen die verschiedene Verbände dagegen die Verkürzung auf 6 Monate Sturm und sagen, dass man dann gleich auf Zivis verzichten könne. Dann müsse man den Bedarf anders decken. Beim ASB (so hörte ich es heute im Radio) sind alle Rettungssanitäter Zivis. Klar, die müssen natürlich erst angelernt werden. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass neben der Schulung evtl. noch jemand sein Recht auf Fortbildung in Anspruch nimmt und vieleicht mal eine Woche krank wird, lohnt es sich natürlich nicht, ihn erst 3 Monate auszubilden.

Aber moment mal. Zumindest als ich Zivi war hieß es offiziell, Zivildiensleistende würde nur „ergänzende Tätigkeiten“ durchführen. Es ging darum, dass wir Zivis keine Arbeitsplätze wegnehmen dürfen. Oder anders ausgedrückt: Zivis durfen nur Jobs machen, auf die man auch verzichten kann. Klar, das wurde auch schon zu meiner Zeit nicht eingehalten. Aber wenn jetzt die Verbände schreien, dann zeigt es eigentlich nur, wie schlimm es in der Pflege bei uns eigentlich steht.

Einen anderen Aspekt finde ich auch interessant. Ich musste damals meine Gründe zur Kriegsdienstverweigerung einem Ausschuss darlegen. Darüber sollte ich mal einen längeren Eintrag schreiben (ich wurde z.B. tatsächlich gefragt, was ich denn machen würde, wenn ein Verrückter mit einem Flammenwerfer ein Kinderheim abfackelt und ich hätte rein zufällig eine Pistole in der Hand). Wie auch immer auf jeden Fall wurde ich in der Anerkennung meiner Verweigerung darauf hingewiesen, dass der Zivildienst ja darum länger als der Wehrdienst sei, weil der Zivildienst einfacher sei (was für Drückeberger). Wenn jetzt der Zivildienst faktisch kürzer wird als der Wehrdienst (der wohl noch 6+3 Monate dauert?), stimmte das damals also wohl damals nicht so ganz.

Kurzer Schwank zum Schluss, ich wurde übrigens nicht als Kriegsdienstverweigerer anerkannt, weil ich meine Gewissensentscheidung (und das war sie) so überzeugend in der Verhandlung dem Vorsitzenden klar gemacht habe, sondern um Schaden von der Bundeswehr fern zu halten.
Zitat aus der schriftlichen Anerkennung: „Letztendlich stellte sich die Frage, ob der Antragsteller nicht eher einen Schaden als einen Nutzen für die Bundeswehr darstellen würde“ – kein Scherz.

Kindle: Erfahrungen

(Meine ersten Eindrücke findet man hier)

Jetzt habe ich mein Kindle ja schon ein paar Tage im Einsatz. Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen. Bin ich zufrieden? Sagen wir mal so: Wir konnte ich eigentlich vorher ohne E-Book Reader zurechtkommen?

Es ist schon echt nett, wenn man im Zug oder in der Projektwohnung >50 Bücher und Zeitschriften auf engstem Raum bei sich hat. Abonnierte Magazine flattern automatisch per Funk auf das Gerät.

Zur Verwaltung meiner Bücher nehme ich Calibre. Damit kann man zwischen verschiedensten Formaten hin und herwandeln. Das klappt meistens ganz gut. Bei PDF Dateien bekomme ich über den kostenlosen Amazon Service jedoch bessere Ergebnisse.

Es gibt zwei E-Book Formate, MOBI (das nutzt letztlich auch Kindle, nennt es nur anders) und EPUB. Viele deutsche Bücher lassen sich nur im EPUB Format kaufen. Es ist aber möglich, das Rechtemanagement anschließend aus diesen Büchern zu entfernen (wenn man es denn möchte) und dann auf das Kindle zu übertragen.

Allerdings gibt es auch E-Books ohne diesen DRM Unfug (z.B. Spiegel, taz, Perry Rhodan). Liebe Buchindustrie: lernt doch einfach von Musik und Film und vergesst den Quatsch mit Formatkrieg und DRM. Dann würde euer Geschäft mit den E-Books richtig ins rollen kommen.

Es fehlen natürlich noch die deutschen Inhalte im Store. Unter anderem FAZ und Wirtschaftswoche sind drin. Aber wo bleibt z.B. die Süddeutsche?

Fazit: Das Kindle ist sicherlich nicht das bestmögliche E-Book. Die Steuerung ist lahm, das Display könnte größer sein. Das Rechtemanagement nervt, usw. usw. Aber es ist ausreichend gut und ich will es nicht mehr missen. Natürlich ist es eine Umstellung. Bei wirklich guten Büchern lese ich oft den letzten Satz vorher (keine Ahnung warum, ich irgendein Zwang). Das geht natürlich nicht so einfach. (wer übrigens ein unglaublich gutes Buch lesen will, dem sei Zwei an einem Tag ans Herz gelegt).
Es ist ein wenig so, wie beim Wechsel von Schallplatte auf CD auf MP3. Klar waren die Plattenhüllen schön und sahen viel besser aus als diese doofen CDs. Aber letztendlich habe ich mittlerweile selbst meine CDs aus meinem Wohnzimmer verbannt. Ich habe eh‘ alles ein mein Mediencenter gespielt.