Archiv für den Monat: Juni 2007

Mal wieder: Die Welt ist klein

Vor vielen, vieeeelen Jahre war ich Student der Ing. Informatik (eigentlich: Angewandte Informatik mit Schwerpunkt Ing.-Wissenschaften – irgendwie so) an der Uni-Dortmund, einer Mischung aus Informatik, E-Technik und BWL.

Irgendwann gelang es mir, eine Stelle als HiWi in der Bereichbibliothek zu bekommen. Das habe ich ein Jahr durchgehalten. Meine Fresse, das war vielleicht ein langweiliger Job. Danach wurde es aber besser und ich bekam eine HiWi Stelle im „Softwaretechnologielabor“ (STL) am Lehrstuhl für Software-Technologie. Wir waren 2 HiWis, Phillip und ich.

Und eben diesen Phillip habe ich gerade im Netz gefunden. Ich bin ja seit einiger Zeit ein großer Fan von Ruby On Rails. Auf der Suche nach Infos zu dem Thema finde ich einen Blog mit dem Titel „Phillip’s Blog“.

Und siehe da, es ist tatsächlich ein Blog meines ehem. HiWi Kollegen. Und sein Thema (u.a.): Ruby On Rails. Witzig.

Wahrscheinlich wurden wir damals im STL so beeinflusst, dass wir beide an diesem Thema hängen geblieben sind…

Ich mache mich mitschuldig

Wer sich gerade jetzt vor dem Hintergrund der erhöhten
Terrorgefahr (… Überwachungsmaßnahmen, Onlinedurchdurchungen etc. [Anmerkung SR] ) verweigert, macht sich im Falle eines Anschlages
mitschuldig.

(CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl)

Wenn es denn so ist: Ja, ich mache mich dann wohl mitschuldig. Und ich mache es sogar gerne.

Ich mache mich mitschuldig
Denn ich kann und will nicht einsehen, dass wir wirklich gegenüber den Terrorristen kapitulieren. Dieser Staat hat sich eine Gesellschaftsform gegeben welche auf eine möglichst hohe individuelle Freiheit aufbaut. Freiheit bedeutet auch Risiko. Aber das Risiko waren die Bewohner dieses Staates lange bereit zu tragen. Wenn wir diese Freiheit nun einer trügerischen Sicherheit opfern, hätten wir besser gleich der DDR und nicht die DDR der BRD beitreten können.

Ich mache mich mitschuldig
Denn ich kann nicht nachvollziehen, welchen Zweck eine ungebremste Datensammlung der Sicherheit dienen soll. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass sämtliche Daten nur der Terrorabwehr dienen. Das ist wie beim Mautsystem. Das werden die Forderungen ja auch immer lauter, es zur Verbrechendbekämpfung einzusetzen (was allerdings technisch glücklicherweise nicht so einfach geht).

Ich mache mit mitschuldig
Denn ich bin der festen Überzeugung, dass Druck nur weiteren Druck erzeugt. Ich bin der Überzeugung, dass man den Terror viel besser bekämpfen könnte, wenn man die Probleme der „Quellenländer“ aktiv angeht.
In Afghanistan herrscht seit über 150 Jahren Krieg. Zuerst waren es die Briten (60 Jahre Herrschaft), dann die Russen (80’er) , dann aus Pakistan die Taliban (ab 1995) und jetzt die USA. Dieses Land kennt nur Gewalt. Was, wenn nicht Gewalt, soll dort denn entwachsen?!?
Ein Beispiel aus einer ganz anderen Ecke:
Als in den 80’ern die Gewaltätigkeit bei den Fans des BVBs extrem stark war, wurden sehr schlaue Entscheidungen getroffen. Man hat nicht nur den Druck erhöht, man hat die Kommunikation gesucht. Es wurden Fanbeauftragte eingesetzt und die Borussenfront erfolgreich unschädlich gemacht.

Ich mache mit mitschuldig

1 Terabyte

Heute (Wenn DPD denn liefert) bekommt mein MacMini MediaCenter eine neue externe Festplatte. Da der Mac mittlerweile als Videorekorder funktioniert, waren die bisherigen 300MB leider irgendwann erschöpft.

Das Ding hat unglaubliche 1TB (Terabyte) Speicherkapazität. Wie immer denke ich, dass ich das nie ausnutzen werde. Und wie immer wird es schneller passieren als mir lieb ist.

1 Terabyte.
Wenn man überlegt, was Tom Greiner (Grainer?) früher für Programme auf dem VC-20 in 8KB untergebracht hat. Mein erstes Diskettenlaufwerk (VC1540) konnte 166KB speichern. Viele Jahre später hatte meine erste Festplatte unglaubliche 10MB. Und als ich dann ein 1GB Laufwerk hatte dachte ich, mehr braucht kein Mensch. 1TB ist echt viel.

Bevor Word Dateien erstaunlich aufgebläht hat, galt als Faustformel, dass ein KB (=1024 Zeichen) ungefähr einer Schreibmaschinenseite entspricht. Ein Megabyte (=1000 kB) entsprechend also 1000 Seiten, ungefähr ein Aktenordner voll (doppelseitig). Ein Gb sind also 1000 Aktenordner. Ein Terabyte entsprechend 1000*1000 = 1 Million Aktenordner.

In 5 Jahren werde ich vermutlich einen 1TB USB-Stick in der Tasche haben und über diesen Eintrag lächeln …

Brief von der IHK

Als selbstständiger Berater brauche ich die IHK so dringend wie ein 3. Ohr.

Wenn Post der IHK kommt, werde ich nervös. Wenn dann auch noch ein Mahnung drin ist, werde ich richtig nervös. Wenn ich die dazugehörige Rechnung nicht finden kann, verwirrt mich das noch mehr.

Also flug mal anrufen und nachfragen:
„Äh, also sie hätten eigentlich gar keinen Bescheid bekommen sollen“
Prima, habe ich auch gar nicht, ich habe sofort die Mahnung bekommen
„Ne ne, er Bescheid ist schon an sie gegangen“
Vielleicht, aber nicht bei mir angekommen
„Ja, ja. Also Sie hätten den Grundbetrag zahlen müssen“
Ah ja, wo steht das denn?
„Ja, dass finden sie (In den AGBs welche im Keller des Wasserwerkwerkes hinter der Tür „Vorsicht Tiger“ hängen“
Ok, wie auch immer. ich bekomme jetzt eine neue Rechnung?
„Ja, ich mache eine Mahnsperre“

Ich bin gespannt…

Schöner Zufall

Ich sitze vor meinem Kaffee und grübel über eine Präsentation nach mit der wir bei unserem Kunden einige aus unserer Sicht bislang nicht ideal gelösten Probleme ansprechen wollen.

Da ich zwar ständig neue Ideen, aber leider auch ein extrem schlechtes Erinnerungsvermögen habe, liegen in der ganzen Wohnung Notizblöcke herum.

Also greife ich zum nächstliegenden Block. Was steht drauf: „Ärger im im Projekt?“. Es ist ein Block, den mit Martina Diehl von der Krötenwanderung mal geschickt hatte.

Sehr passend.

Ich trottel

Man man man. Was erzähl‘ ich den Leuten denn immer wieder? Was ist für einen guten Berater wichtig, wenn er ein neues Projekt hat? Richtig: Lerne deine Umgebung kennen. Wo sind die Kneipen, wo findet sich Fast-Food, wo ist die Reinigung. Danach kann man sich um den Kunden kümmern

Und was mache ich? Seit fast einem halben Jahr bin ich bei meinem aktuellen Kunden. Seit 3 Monaten habe ich eine neue Projektwohnung. Wochenlang ärger ich mich über die schlechte Lebensmittelversorgung. Es gibt entweder den wirklich miesen Discounter oder den teuren und weit entfernten Bioladen.

Tja, und da laufe ich in der Mittagspause ein wenig durch die Gegend. Und was muss ich da sehen: Ein Supermarkt. Ein echter, großer, schöner Supermarkt. Keine 5 Minuten von meiner Projektwohung entfernt.

Und das 3 Wochen vor Projektende. Grummel…

Ich war das nich’

Abteilungen großer Firmen sind wie streitende Grundschulkinder auf dem Schulhof. „Aber der da hat angefangen“. „Aber ich bin nicht Schuld“. Sinnvolle Reaktion der Pausenaufsicht in so einem Fall: „Mir ist egal, wir angefangen hat. Aber ich beende es jetzt“.

Bei Abteilungen erlebt man des öfteren die Situation, dass die entsprechenden Teamleiter/Abteilungsleiter alles erdenkliche versuchen, um ihre Abteilung „sauber“ zu halten. Dann bekommt man Statements in der Art „Die IT setzt genau das um, was sie an Anforderungen bekommt. Es ist nicht unser Problem, wenn die Anforderungen offensichtlich Unsinn sind“. Oder auch: „Ich konnte nichts machen, da ich auf Herrn X gewartet habe der mir Informationen schuldete“. In meiner Zeit bei Pixelpark sehr beliebt war es, seine eigene Kostenstelle „sauber“ zu halten und alle Aufwände auf fremde Kostenstellen zu buchen. Gut für die einzelnen Abteilungen – brachte der Firma aber immer noch kein Gewinn. Kurzum: Es wird peinlichst genau darauf geachtet, die eigene Abteilung möglichst gut zu präsentieren – sprich, „der andere hat aber angefangen“.

Diese Grabenkämpfe zwischen einzelnen Abteilungen wird man natürlich nie vollständig beenden können. Da ich mich u.a. auf die Vermittlung zwischen Fach- und IT-Abteilung spezialisiert habe, finde ist das ja auch gar nicht sooo schlimm …

Allerdings bringt man durch solch ein Verhalten die Firma in Gefahr. Jeder Teamleiter, jeder Abteilungsleiter hat zwei Fragen die er sich ständig stellen muss:
1. Was sind die besten Entscheidungen für mein Team
2. Was sind die besten Entscheidungen für die Firma

Hier gibt es Widersprüche und hier muss man Entscheidungen treffen. Wer aber ständig nur bemüht ist, seine Abteilung im möglichst gutem Licht darstehen zu lassen kann sich sicher sein, dass er eine Sache vergisst: unternehmerisches Denken!

Keiner IT Abteilung der Welt ist es verboten, mitzudenken und von sich aus auf Probleme hinzuweisen. Die mögliche Wahrheit: Das Projekt war von allen Seiten schlecht geplant und die Fachabteilung ist nur der Sündenbock.

Man konnte nichts machen, da man auf Informationen wartet? Die Person ansprechen! Oder Eskalation betreiben! In Wirklichkeit war man doch gar froh, keine Information bekommen zu haben da die Arbeitslast in der eigenen Abteilung so hoch war, dass man damit eh‘ nix hätte anfangen können. Die Verzögerung war klar, die Schuld wurde nur abgewälzt.

Man igelt sich gerne in seinem Team/seiner Abteilung ein. Das ist auch prinzipiell wichtig und gut. Aber das sollte einen nicht davon abhalten, über den Tellerrand hinauszublicken und sich weiterreichende Gedanken zu machen

Oder wie ein ehem. Kollege immer so schön sagte: Mitdenken heißt miterleben

Notizzettel

Was ist eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn man an seinem Motorrad schraubt?

Nein, es ist nicht der 350,-EUR teure Proxxon Steckschlüsselsatz den wir uns so dringlich zu Weihnachten wünschen.

Es sind (Fanfare): Papier und Bleistift!

Häh?!?

Tja, das ist so: Wenn man seine Maschine auseinander nimmt, sollte man sie auch später wieder zusammenbauen können. Vor allem Das macht man sinnigerweise genau in der umgekehrten Reihenfolge wie beim auseinandernehmen. Es mag sicher Leute geben, die sich genau merken, in welcher Reihenfolge sie die 80 Schrauben und Anbauteile entfernt haben – ich kann es nicht. Also behelfe ich mir, in dem ich die Teile in einer logischen Reihenfolge in der Garage verteile (und später gerne mal irgendwo drüberstolper …) und mir zusätzlich Notizen mache. Ergebnis: Ich behalte durch dieses System immer den Überblick.

Genau so mache ich es, wenn ich an irgendwelchen Dingen an meinem Computer herumspiele. Wenn man z.B. ein neues Betriebssystem installiert oder eine Software konfiguriert, gibt es viele Stellschrauben und Dinge, die man ausprobieren muss. Irgendwann hat man das Problem gelöst und vergisst den Lösungsweg wieder.

3 Monate später hat der Büronachbar ein ähnliches Problem. Ergebnis: „Ja, ich kenne das… ähhh…. ich hatte das auch .. ich habe dann das irgendwie gelöst … so genau kann ich mich aber nicht mehr daran erinnern“.

Klar, es gibt Leute, die haben ein super Erinnerungsvermögen und können sämtliche Datails sofort abrufen – ich gehöre aber nicht dazu.

Lösung: Wenn ich an Problemen arbeite (Software weigert sich, installiert zu werden usw.) nutze ich parallel eine Textdatei in der ich die Schritte eintrage.

Ergebnis 1: Man arbeitet automatisch sauberer, da man erst denkt und dann handelt
Ergebnis 2: Erfolge sind reproduzierbar

Kleines Tool, große Hilfe.