Archiv für den Monat: Juni 2006

Doping? Im Radsport? Ach!

Jetzt bin ich endlich soweit, dass ich die meisten Stars der Tour de France mit Namen kenne – und dann werden die dieses Jahr komplett gesperrt. Auch gut, muss ich nach der Fußball WM nicht soviel Fernsehen schauen.

Aber jetzt mal unter uns Pfarrerstöchtern: Es wird im Radsport Doping betrieben? Was für eine Überraschung! Glaubt wirklich jemand, dass 80% aller Leistungssportler Asthma haben und daher ständig ein Spray verschrieben bekommen?!? Je nachdem wie eng man Doping auslegt, dopen alle, wirklich alle, Leistungssportler (nur zur Info: Morgens vorm Wettkampf 2 Asperin und einige große Becher Kaffee und nach aktueller Dopingliste ist man dran) . Die Wahrheit: Doping ist, wenn man erwischt wird.

Ja, es wird gedoped. Und: Wir Zuschauer wollen es so. Wir fordern ständig neue Höchstleistungen, wir wollen sehen, wie immer mehr immer steilere Berge immer schneller bezwungen werden. Die Verantwortlichen wollen es so. Zuschauer und Organisatoren lassen den Sportlern doch kaum eine andere Wahl. 100% saubere Sportler unter den Top 10? Da möchte ich gerne dran glauben, fällt mir aber schwer. Traurig, dass die Sportler ihren Körper auf diese Art zerstören. Die Leute wurden erwischt, Pech gehabt. Schuld hat aber in meinen Augen nicht der einzelne Sportler, sondern die ganze Maschenerie.

Ich weiß gar nicht, über wen ich mich mehr ärgern soll: Über die erwischten Sünder, oder über die scheinheilig Entrüsteten.

Projekt2: Erste Besprechung

Heute startet mein neues Projekt. Managementberater (das sind die, die doppelt soviel Honorar bekommen wie ich…) haben ein Konzept erstellt, ich soll nun das Projekt umsetzen.

Wir besprechen das Konzept. Ich habe dazu Fragen, sehe das Ziel noch nicht klar genug definiert und identifiziere Entscheidungsbedarf.

Zitat (Mitarbeiter des Kunden): „Eigentlich müssten wir da wieder komplett von vorne anfangen“. Super, das verkürzt meine Einarbeitungszeit spürbar …

Trickreiche Tools: Projekttagebuch

„Das habe ich doch nie zugesagt“
„Vielleicht irre ich mich ja, aber hatten wir nicht zusammen ein Gespräch am 1.2. bei dem auch Herr Müller dabei war in dem es um genau dieses Thema ging? Fragen wir ihn doch mal“.

An solche Details kann man sich erinnern, wenn man ein super Erinnerungsvermögen besitzt – was für mich persönlich schon mal flach fällt.

Der andere, wohl bessere Weg, ist ein „Projekttagebuch“: Eine Textdatei in der man jeden Tag ein paar Infos über das Projekt einträgt. Was ist passiert? Mit wem wurde was besprochen? Gibt es größere Probleme, die man festhalten sollte? Welche größeren Entscheidungen hat man gefällt.

Daraus soll kein Roman werden und pro Tag maximal 5 Minuten dauern. Diese Zeit sollte man sich aber nehmen. Der Erfolg ist dafür umso größer. Einmal hilft es einem, jederzeit Überblick über das Projekt und die Historie zu behalten. Darüber hinaus lernt man aus der Nachbetrachtung, was funktioniert – und was nicht.

Wie bei jedem anderen Tagebuch auch ist der Inhalt nur für einen selber bestimmt. Also kann man auch ein paar persönliche Einschätzungen zu Personen dort festhalten. Wenn man diese Person nach längerer Zeit wiedersieht weiß man sofort, worauf man achten sollte.

Verkaufen III

Immer wenn ich einen guten Verkäufer treffe, freue ich mich ehrlich über die „Show“.

Im Projekt Umzug stand der Kauf eines Kleiderschranks an. Wir hatten einigermaßen klare Vorstellungen und uns auch schon ein paar Sachen angeschaut.

Der Verkäufer zeigte uns den klassischen Verkäufer-Dreisprung:
1) Fragt, was wir wollen
2) Zeigt und ein paar preiswerte Schränke uns weist auf die Mängel in
3) Zeigt uns den Schrank in der Preisklasse auf die er uns eingeschätzt hat

Dann kommt Schritt 2 – Der Verkäufer als Anwalt des Kunden:
„Listenpreis ist X, aber ich mach‘ das einfach mal über System XY, dass kostet es X-500 EUR“
„Wie, das ist eine Sonderlackierung. Quatsch, soll sich doch der Einkauf damit rumschlagen, die 200 EUR nehme ich erstmal raus“

Immer schön, einen Experten zu treffen. Jetzt kenne ich sogar den Unterschied zwischen „langhängend“ „kurzhängend“ und „dreiviertelhängend“.

Als jemand der sich auf E-Commerce/E-Business spezialisiert hat sollte ich das vielleicht nicht sagen, aber gute Verkäufer und gute Beratung kann man einfach nicht ersetzen. Dumm nur, dass viele Firmen das nicht begreifen und solche Jobs von Aushilfen machen lassen (unvergessen – und von jedem wohl schon erlebt, wenn der/die VerkäuferIn im M+++++Markt bei jedem Rechner gerade mal den Text auf der Verpackung vorlesen kann, das kann ich auch selber …). Darum liebe ich auch Konzepte wie www.ep-netshop.de so sehr: Schöne Verbindung zwischen Offline und Online-Handel

Neue Projekte

Ich habe ja mein bisheriges Projekt verlassen. Eigentlich hätte ich nichts gegen ein wenig Urlaub einzuwenden gehabt. Aber wenn sich gleich 2 Projekte finden lassen – und diesen auch noch zeitlich parallel passen, beschwere ich mich ja nicht …

Eis ist doof

Meine Reiseplanung für diese Woche:
Montag:Hamburg, Dienstag-Mittwoch:Frankfurt, Donnerstag-Freitag:München
Kein Zwischenstop zuhause.

Super, wenn man sich schon am ersten Abend den kompletten Anzug mit Eis vollkleckert …

Reiseregeln

Wie die meisten Projektleiter und Selbstständigen bin ich recht viel unterwegs. Im Laufe der Zeit hat sich vermutlich jeder seine eigene Reisestrategie zurecht gelegt. Hier sind meine persönlichen Guerilla-Projektmanagement Reiseregeln:

Nach Möglichkeit nur eine Strecke pro Tag
Früher bin ich gerne mit dem Flugzeit morgens 06:20 hin und 19:30 zurückgeflogen. Irgendwann habe ich gelernt, dass mir das zu anstrengend ist. Daher lieber nur eine Strecke und vor Ort übernachten. Schließlich will man doch was sehen von der Welt …

Abends anreisen – morgens fitt
Wenn ein Termin am Vormittag statt findet, reise ich nach Möglichkeit am Abend vorher an. Klar ist es verlockend, sich um 06:00 Uhr schnell ins Auto zu schwingen. Aber das kostet erstmal Energie. Und für Verhandlungen mag es sinniger sein, wenn man einigermaßen fitt ist. Außerdem gibt es auch innerhalb Deutschlands unterschiedliche „Klimazonen“ Wenn ich von Hamburg nach München fliege können das locker 3-4°C ausmachen – klingt wenig, strengt den Körper aber an. Für mich notorischen Spätaufsteher ist das eh‘ besser. Klar ist es doof, wenn man schon Sonntag Abend anreist. Auf lange Sicht ist das aber entspannter.

Bahnfahren ist besser als Fliegen
Klar, so eine Frequent Traveller Card macht ‚was her – wenn auch nur in der Eisdiele. Aber seien wir ehrlich: Der Geschwindigkeitsgewinn innerhalb Deutschlands ist marginal. Außerdem kann man in der Bahn viel besser Arbeiten. Und schließlich in die Lebensmittelversorgung an den meisten großen Bahnhäfen viel besser (und preiswerter) als am Flughafen.

Nicht unnötig am Hotel sparen
Hotels sind in den letzten Jahren echt teuer geworden. Natürlich sucht man (vor allem als Selbstständiger) nach preiswerten Hotels. Auf der anderen Seite: „billige“ Hotels können einen sehr teuer kommen. Eine schlechte Nacht in einem miesen Hotel auf einer durchgelegenen Matraze kann einem schon mal den Tag versauen. Und schon hat einen der Kunde nicht mehr lieb. Dann investiere ich doch lieber 30 EUR mehr in ein besseres Hotel.

Fußball WM schauen in Dortmund

Irgendwie gehen ja alle davon aus, dass es noch 3 Spiele der Deutschen Manschaft zu bewundern gibt. Gestern war ich mir allerdings nicht sicher, ob den Leuten wirklich klar war, dass es „nur“ um den Einzug ins Viertelfinale ging.

Die Dortmunder Innenstadt war nach dem Spiel voll wie am 3. Adventssamstag. Und zumindest die Kneipe in meiner Straße hat erst gegen 09:00 Uhr am Morgen seine Türen geschlossen. Ich habe in Dortmund gefeiert, als der BVB vor 10 Jahren mehrere Titel geholt hat. Aber gestern war es mir ehrlich gesagt zu voll (ok, ich bin auch 10 jahre älter …)

Wie auch immer, hier eine Übersicht, welche Plätze es in Dortmund gibt um sich ein Spiel anzuschauen:

Friedensplatz
Der zentrale und größte Platz. Sehr voll, sehr laut, schlechte Sicht. Dafür Stimmung wie auf der Südtribüne. Kondition ist gefragt (und es muss einem nix ausmachen, bei jedem Tor einen vollen Becher Bier über die Klamotten zu bekommen). Kapazität ca. 20.000 Zuschauer. Achtung: wenn man nicht 2 Stunden vor dem Spiel da ist, hat man verloren da der Zugang regelmäßig wegen Überfüllung geschlossen wird.

Westfalenhalle I
bei wichtigen Spielen können hier rund 15.000 Zuschauer auf Steh- und Sitzplätzen das Spiel anschauen.

Westfalenhalle 2 & 3
Hier gibt es kleine Monitore sowie eine große, aber ein wenig unscharfe Leinwand. Platz für 2-3 tsd. Leute. Angenehme Stimmung (auch was für kleine Kinder). Wenn will, kann auch sitzen. Die Getränkestände sind nicht überfüllt.

Vinckeplatz
Biergarten für rund 500 Leute im Kreuzviertel. Entspanntes Kreuzviertel Publikum (vermutlich 80% Pädagogen, Künstler etc.). Entsprechend ist es hier ein wenig ruhiger. Aber dafür kann man gemütlich sitzen.

Folgende Plätze kenne ich nicht selber:

Freizeitzentrum West (ca. 800 Zuschauer)
Strandbar Solendo (ca. 1000 Zuschauer): Eine Strandbar am Hafen. ist auch ohne Fußball nett.

Verkaufen I

Angenommen, man ist eine erfolgreiche Country-Band. Nennen wir sie mal Dixi-Chicks.

2003 sagt man, dass man Mr. Bush doof findet. Ok, das sagen viele. Aber im konservativen Country-Geschäft macht man sich damit keine Freunde. Also brach ein wahrer Sturm über die armen Chicks hernieder. Schließlich mussten sie sich sogar öffentlich entschuldigen.

Jetzt gibt es ja zwei Möglichkeiten:
1) Man knickt ein und hofft, das die Country-Gemeinde einen wieder lieb hat.
2) Man sucht sich einfach eine neue Zielgruppe.

Und genau das haben die Mädels gemacht. Sie haben einen eine CD gemacht, die mehr in Richtung Rock geht und schon gibt es neue Käufer und Fans.

Was lernt man daraus: Laufe nie dem Markt hinterher, definiere den Markt