Archiv für den Monat: Juli 2005

Computerspiele verleiten zum Töten

Danke Radio Bremen.
Dank des grottigen Tatorts wissen wir, dass zukünftige Heckenschützen an Ego-Shootern üben.
Weltweit wächst E-Sports zu einem riesigen Markt. Es gibt mittlerweise reichlich Spieler im asiatischen Raum die davon (gut) leben können. Aber das scheint die Drehbuchautoren von Radion Bremen nicht zu stören. Aber wir wissen ja schon seit 30 Jahren, dass Horrorfilme zum Mord aufstacheln. Und, ach ja „Copy kills Musik“ – und das schon seit den CompactCassetten …

Gute und schlechte Kundenführung

Die letzten beiden Tage durfte ich erleben, wie man mit Kunden umgeht – und wie nicht.
Mein Motorrad bekam neue Reifen (was ehrlich gesagt mehr als überfällig war). Bei der Abholung dann die Überraschung: Der vorher genannte Preis bezog sich nicht auf den Endpreis, sondern auf den Reifenpreis. Die Montage kam also nochmal hinzu. Ich war ein wenig sauer, da die Reifen schon teuer genug waren. Einziger Kommentar des Verkäufers (vermutlich noch in der Ausbildung) war, ich sollte demnächst vorher fragen (natürlich hatte ich vorher nach dem Preis gefragt…). Meine Antwort: Ich komme einfach nicht mehr zu Ihnen.
Heute kam ich wieder mit einer Beschwerde. Der Vorderreifen hatte doppelt soviel Druck wie erlaubt! Das ist schlicht und ergreifend lebensgefährlich. Ich sprach mit dem Chef. Seine Reaktion: Gut das ich gekommen sei. Das würde die Jungs in der Werkstatt echt sauer machen. Sie legten sehr hohen Wert auf Qualität, fahren alle selber und so ein Fehler sein nicht akzeptabel (das ist der Moment wo man sich denkt, hey das ist doch mein Part). Langer Rede kurer Sinn: Er hat 10 Minuten auf mich eingeredet und plötzlich war alles in Ordnung (kleiner Preisnachlass beim nächsten Besuch inklusive).
Ich versuche im Kundengespräch immer extrem ehrlich zu sein und verzichte auf „Schönrederei“. Jetzt konnte ich mal erleben, dass diese Methode tatsächlich gut funktioniert :-)

Umsonst die TAZ lesen

Die TAZ verschenkt Abos.
Der Haken: Das kostenlose Abo bekommt man nur, wenn Rot-Grün die Wahl gewinnt.
Alternativ kann man auch auf Schwarz-Rot oder Schwarz-Gelb wetten, dann bekommt man die Prozente der Partei als Abo-Rabatt.
gefällt mir.

Softwarepatente kommen (erstmal) nicht

Es geht doch.
Der Europarat hat sich gegen die Einführung von Softwarepatenten ausgesprochen. Damit ist die Geschichte erstmal wieder vom Tisch.
Softwarpatente ist ein schwieriges Thema. Für einen Ingenieur ist es selbstverständlich, dass seine Erfindung gegen Nachbau geschützt werden kann. Bei Software sieht es schwieriger aus. Was ist hier das Schützenswerte? Software ist ja nichts weiter als „Arbeitsanweisungen“. Nun kann mir niemand verbieten, Tante Klaras Hefekuchenrezept zu „kopieren“. Genauso wenig ist es verboten, Champagner herzustellen. Ich darf ihn natürlich nicht Champagner nennen, der Name selber ist geschützt.
Auf der anderen Seite ist kann ein konkretes Programm auch eine Erfindung sein welche ich ungerne kopiert sehen möchte bevor ich die Entwicklungskosten wieder raus habe. Ein reiner Namens- und Gebrauchsmusterschutz reicht oft nicht aus.
In den USA darf man Software patentieren. Daraus ergeben sich Dinge wie das „One Click Buy“ Patent von Amazon. Auch das kann nicht die Lösung sein. Was kann man machen? Gute Frage. Aber wie immer die Lösung ausehen wird: Wir brauchen eine einheitliche Regelung. Mindestens in Europa, besser noch Weltweit – auch wenn das fast unmöglich sein wird.
ToDo: Das Europäische Patentamt sollte seine Richtlinien überdenken. Dort kann man nämlich Software patentieren lassen (mit schaurigen Ergebnissen)

Was mich freut:
Viele große Firmen haben massiv für Software-Patente geworben. Dagegen waren eher kleinere bis mittlere Firmen sowie „Einzelkämpfer“. Es zeigt sich also: Man kommt tatsächlich gegen große Firmen an. Sehr schön.

Live8

Am 2. Juli fand das bislang größte Konzert der Geschichte statt. Oder auch die größte Demonstration der Geschichte.
Nun kann eine Zeitschrift wie der Spiegel das ja nicht einfach so mal gut finden wenn sich die halbe Menschheit vor den Fernseher setzt und schreibt flugs mal einen zynischen Bericht.
Natürlich ist der große der Teil Leute „nur“ für das Konzept gekommen. Natürlich habe ich mich gefreut, Pink Floyd zu sehen. Aber selbst wenn 90% der Zuschauer unpolitisch waren, bleiben noch 200.000 Demonstanten vor Ort und 200 Millionen vor den Bildschirmen!
Und wenn von den 90% auch nur 10% gelernt haben, was die G8 ist, oder worum es eigentlich geht, hat es sich schon gelohnt. Klar, man kann alles schlecht reden. Aber man kann auch einfach mal die die Erfolge sehen.
Meine persönliche Meinung:
1) Es wird immer wieder gerne vergessen, dass die Industriestaaten einen gehörigen Teil des Unglückes in Anfrika verursacht haben. Wir haben Kolonien errichtet, wir haben Sklaven gejagt, wir haben Bodenschätze geraubt usw. usw. Es ist nicht nur die moralische Pflicht, sondern schlicht und einfach ein Akt der Wiedergutmachung, wenn sich die Industiestaaten langsam mal um das Chaos kümmern welches sie mit angerichtet haben.

2) Man sollte allerdings nicht vergessen, dass nicht ganz Afrika hungert. Es gibt Staaten, denen es vergleichsweise gut geht.

3) Hunger ist ein Problem. AIDS ist das andere – größere Problem. Botswana beispielsweise besitzt das höchste Wirtschaftswachstum Afrikas (9%) – jedoch sind 40% derEinwohner HIV positiv!