Archiv für den Monat: Juni 2009

Verschwörungstheorien und das Zugangs-erschwerniss-gesetz

Was mir heute morgen unter der Dusche so eingefallen ist. In der ersten Fassung desd Gesetzes Zur „Warnung von Anbietern von Kinderpornographie“ stand noch drin, dass die Stopp-Seite durch das BKA gehostet wird. Jetzt soll es der Diensteanbieter selber machen:

Die Diensteanbieter leiten Nutzeranfragen, durch die in der Sperrliste aufgeführte Telemedienangebote ab- gerufen werden sollen, auf ein von ihnen betriebenes Telemedienangebot (Stoppmeldung) um, das die Nutzer über die Gründe der Sperrung sowie eine Kontaktmög- lichkeit zum Bundeskriminalamt informiert. Die Ausgestaltung bestimmt das Bundeskriminalamt.

Der letzte Satz ist interessant. Also liefert das BKA eine HTML Seite. Jetzt müssen ja laut Gesetz die Provider nicht mehr die IP Adresse des Aufrufenden herausrücken. Brauchen sie auch gar nicht.

Einen entsprechenden Code kann sich das BKA ja einfach selber in den Code einbauen …

Wenn der Admin sich in den Fuß schießt

Bei Heise gibt es eine Umfrage zu dem Thema: Was man als Admin alles falsch machen kann.
http://www.heise.de/netze/Wenn-sich-der-Admin-in-den-Fuss-schiesst–/news/meldung/141165

In den Kommentaren finden sich lustige Geschichten. Da schließe ich mich doch mal an:

Wir schreiben New-Economy und ich bin eigentlich kein Admin, sondern Projektleiter für ein großes E-Commerce Projekt. Aber da uns die Leute fehlen, setze ich nebenbei noch ein paar Fax-Server auf und administriere die Server.

Am Tag vor dem lang erwarteten Start schreibe ich noch schnell ein Script, welches Log-Dateien aus einem Verzeichnis löscht. Ich rufe das Script testweise auf, alles ok. Also binde ich es so ein, dass es täglich um 03:00 Uhr startet und mache Feierabend.

Am nächsten Morgen ist der Server tod. Ich bin stocksauer. Nicht genug, dass ich den Job der Admins mitmachen muss, jetzt schrotten diese Idioten also auch noch meinen Server. Laut fluchend gehe ich in das Admin-Büro, schnappe mir den ersten Admin den ich finden kann und falte ich zusammen.

Er schaut sich die Logfiles an: „Hmm, also um 02:55 Uhr war alles noch ok. Und kurz nach 03:00 Uhr ist der Server dann …“ Mir wird plötzlich sehr, sehr warm. 03:00 Uhr? „… was für Dienste liefen denn um 03:00 Uhr. Ah, schau mal. Da hat jemand ein Script gestartet welches fast den kompletten Server gelöscht hat“.

Tja, da hatte ich leider einen Fehler gemacht und im falschen Verzeichnis gelöscht.

Bei meiner Aktion gingen 100.000 Produktbilder verloren. Wir hatten zum Glück ein Backup. Aber es dauert erstaunlich lange, unter einem Unix-System 100.000 Dateien neu anzulegen. Der Launch verschob sich dann etwas …

Twitter-cnn 1:0

Gestern Abend. Ich telefoniere mit meiner Liebsten und schalte zum einschlafen den Fernseher ein.

CNN meldet, dass Michael Jackson mit einem Herzstillstand in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Was macht man als Netzbewohner? Richtig! Ich schnappe mir mein IPhone und schaue bei Twitter nach.

Twitter kennt bereits die Details und berichtet (leider), dass er gestorben sei. Für die Information hat cnn noch einige Stunden gebraucht.

Was ich interessant fand: Sowohl cnn, als auch bbc-world news haben sich bei ihren Berichten auf Web-Seiten mit aktuellen Informationen bezogen.

Nachtrag 1:
Ich hatte ernsthaft überlegt, mir Karten für die Konzerte in London zu besorgen.

Nachtrag 2:
ich tippe auf Herzmuskelentzündung – das, was auch viele Leistungssportler tod unfallen lässt.

Ich bin Straftäter

In der Zeit (siehe) gibt es noch einen anderen Satz:

“Wer die Stoppseite zu umgehen versucht, macht sich bewusst strafbar, weil er dann aktiv nach Kinderpornografie sucht.”

Na, da wird es ja mal Zeit für eine Selbstanzeige.

Es gab nämlich mal einen Internetprovider, bei dem eine Freundin Kundin war. Und dieser Internetprovider hatte Performanceprobleme mit seinen Nameservern. Um das Problem zu lösen, habe ich einfach andere Nameserver konfiguriert.

Damit habe ich die Stoppschilder umgangen. Ok, zwar unbewusst, aber Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Oh mein Gott! Wenn es doch nur gewusst hätte, was ich da angerichtet habe. Ich wollte doch nur helfen. Und jetzt, jetzt habe ich mich strafbar gemacht. Ich schäme mich ja so…

Von der Leyen in der Zeit

Die Familienministerin der Herzen streitet in der Zeit über die Stoppschilder. Wie üblich hat sie keine Argumente und es ist erstaunlich, wie schlecht sie rüberkommt.

Ein Satz ist mir besonders aufgestoßen:
„… aber eine Onlinepetition ist mit einem Klick unterschrieben …“

Ok, sie hat sich das System also selber nie angeschaut. man muss sich nämlich erstmal aufwändig registrieren…

Aber:
Was für eine Herabwürdigung eines durch das Grundgesetz garantierten Rechtes. Was für eine Aussage mit der sie ganz klar und deutlich sagt „Wir nehmen so eine Petition eh‘ nicht ernst“. Was kümmern denn schon einen Politiker seine Bürger.

Hey, ein Wahlzettel ist auch nur mit einem Kreuz ausgefüllt.
Ab besten, wir schaffen den ganzen Quatsch mit diesen komischen Wahlen ab, kostet doch eh‘ nur Geld.

Spaß am Morgen

Meine tägliche Kaffeepause verbringe ich mit dem Lesen von RSS Feeds. Zwei Nachrichten aus DerWesten standen dabei direkt untereinander:

1. Stadt nennt Westpark „ein Kronjuwel”
Ein Artikel, in denen sich die Lokalpolitiker darüber freuen, wie toll sie doch den Westpark(*) hinbekommen hätten

2. Der große Rausch im Grünen
Ein Artikel, in dem sich Anwohner und Gewerbetreibende im Westpark bitterlich darüber beklagen, wie verkommen und unsicher der Westpark mittlerweile sei.

Es ist Wahlkampfzeit :-)

(*) Westpark: Ein Park am westlichen Rand der Innenstadt. Zu meinen Studentenzeiten dafür bekannt, dass man sich dort gemütlich zu Bier und quatschen traf und bei einigen anderen Besuchern eine sehr liberale Einstellung zum Gebrauch weicher Drogen existierte.

Tipp: http://www.websequencediagrams.com/

Sequenzdiagramme sind eine super Methode, um die Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen (auch Personen) zu visualisieren.

Leider ist es genau der Diagrammtyp, bei dem ich mich – egal welches Tool ich nutze – oft grün und orange ärger, weil das es ewig dauert so ein Diagramm zu malen, es blöd aussieht oder was auch immer.

Auf Websequencediagramms.com kann man „mal eben“ über eine einfache Notation Sequenzdiagramme malen.


Alice->Bob: Authentication Request
Bob-->Alice: Authentication Response

Schnippsel

Teil 1:
Für alle Leser, die wie ich in Dortmund ihre Zelte aufgeschlagen haben:

Es gibt einen neuen E-Commerce Anbieter, der Lebensmittel bis zur Haustür liefert. Bisherige Versuche in dieser Art waren ja leider erfolglos. Schade eigentlich, ich fand es immer recht praktisch und habe es früher einige Male genutzt.

Der neue Anbieter nennt sich Froodies. Hier der Link: http://www.froodies.de

Teil 2:
Mein MacBookPro leidet – wie alle Rechner – an einer vollen Festplatte. Gerade habe ich mit CleanMyMac 5 GB freischaufeln können. Das Tool löscht nicht benötigte Dateien wie Übersetzungen in andere Sprachen oder Software für PPC Architektur. Apple typisch braucht man 5 Clicks und die Platte hat wieder ein wenig mehr Luft. Kostenpunkt: <30$

Nachtrag: Abstimmung zum Kinderpornographiegesetz

Ich sehe gerade auf Abgeordnetenwatch, dass der Abgeordnete meines Wahlkreises – den ich bei der letzten Wahl gewählt habe – auch für das Gesetz gestimmt hat. Damit weiß ich schon mal, wen ich bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr wählen werde.

Vor einiger Zeit saß ich mal im Zug neben einem Arzt der sich sehr fundiert und spannend über die Gesundheitspolitik geäußert hat. Irgendwann meinte er:
„Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Bereichen aussieht. Aber wenn die Politiker die für andere Bereiche zuständig sind von der Materie so wenig Ahnung haben, wie die Gesundheitspolitiker ihn ihren Themen, dann mache ich mir echt Sorgen“.

Ich kann ihn ja so gut verstehen …

Die vielen Kleinigkeiten

Was haben Projektleiter, Admins und Geheimdienste gemeinsam?
Wenn sie ihren Job gut machen, bemerkt man sie kaum.

Neben meinen „großen“ Projekten als Berater und Projektleiter haben sich im Laufe der Zeit einige kleinere Sachen angesammelt. Unter anderem betreue ich einige Web-Seiten. Damit verdiene ich kein Geld (die Einnahmen decken gerade mal so die Kosten), aber es macht ja auch Spaß, von Zeit zu Zeit in die Tasten hauen zu können.

Einer meiner Kunden meinte nun, er wolle seinen Web-Autritt lieber wieder selber betreuen. Schließlich kann er dadurch Tag für Tag den Gegenwert einer Tasse Kaffee sparen.

Tja, leider hat er nicht bedacht, auf was man alles so achten muss wenn man so einen Job übernimmt..

Er brauchte nur wenige Stunden, ob den (bis dahin reibungslos laufenden Web-Auftritt) unerreichbar zu machen. Und wo er schon mal dabei war, hat er bei der Gelegenheit auch gleich einige wichtige Mail-Konten zerstört.

ich habe natürlich, trotz Kündigung, geholfen, den Schaden zu begrenzen – zugegebenermaßen hatte ich dabei ein ziemlich dickes Grinsen im Gesicht …