Archiv für den Monat: Juli 2006

Wie man sich Feinde erschafft

1982 ist Israel in den Libanon einmarschiert. Ein Ergebnis dieser Aktion war die Gründung der Hisbollah. 24 Jahre später führt Israel wieder Krieg im Libanon um eben diese Hisbollah zu bekämpfen.

Das Ergebnis? Die Söhne und Enkel der jetzt getöteten Zivilisten sind die Kämpfer gegen Isreal von morgen.

Das ist das Problem bei solchen Geschichten: Hass erzeugt Hass. Die Spirale der Gewalt besitzt einen erschreckenden Automatismus. Nur selten finden sich Leute, die den Mut und die Stärke haben, dieser Spirale zu entfliehen. Manche Leute sagen, so wurde beispielsweise die Kuba-Kriese beigelegt an statt in einem Atomkrieg zu enden.

Basiswissen ist wichtig

Ich habe mir einige Zeit meines Studiums mit Mathe-Nachhilfe finanziert. Meistens habe ich dabei OberstufenschülerInnen bis zum Abitur gebracht – und das sehr erfolgreich. Der Trick war immer gleich: 1: Basiswissen 2: Kochrezepte. Wir haben uns im ersten Schritt nicht um die eigentlichen Aufgaben gekümmert, sondern sind einige Schritte zurückgegangen und haben Grundlagen gebüffelt. Wenn das verstanden wurde, sind wir dazu übergegangen, Tricks zu lernen um das Leben zu vereinfachen.

Basiswissen heißt dabei auch, ich habe jede Wochen mit denen Addition auf Zeit geübt. Was hilft es, Vektorrechnung zu verstehen, wenn man in den Klausuren unnötig Zeit mit simplen Rechenaufgaben verschwendet? Warum soll man für 17*18 den Taschenrechner auspacken wenn man es auch mal eben im Kopf rechnen kann? (Trick: 17+8 = 25, 25 * 10 = 250, 250 + 7*8 = 306, oder 18*12 = 216 weil: 18+2 = 20 *10 = 200 + 8*2 = 216).

Grundlagen sind extrem wichtig. Wenn die Grundlagen nicht 100% korrekt sind, geht es schief.

Wird dies im wirklichen Leben befolgt? Nicht die Bohne! Neben Esotherik-Anhänger sind gerade Projektleiter dafür extrem anfällig.

Ein Projekt wird gestartet und los geht es. Leider werden die Grundlegenden Dinge in der Hektik völlig übersehen. Ist das Projektziel klar? Sind Team, Budget, Zeit etc. definiert? Wo bringe ich das Team unter? Macht das Ziel Sinn bzw. wird es von genug Personen unterstützt? Und so weiter. Wie schon mal zitiert: „Sag mir, wie dein Projekt anfängt und ich sag dir, wie es aufhört“.

Wenn man die Grundlagen vernünfig aufbaut, macht man sich meiner Meinung nach das Leben viel einfacher und vor allem sind die Projekte viel erfolgreicher. Vielleicht geht man einigen Leuten ein wenig auf die Nerven, wenn man ständig grundlegende Fragen stellt – aber der Erfolg gibt der Methode später Recht.

Blog Overload

Wenn man
– in der neuen Wohnung Löcher für Regale und Lampen bohrt
– dabei die Altbauregel anwendet: 5-er Bohrer, 6-er Dübel.
– weil: dieser blöde Sandstein reißt manchmal schon faustgroße Löcher, wenn man nur eine Schraube in duie Wand dreht.
– sich denkt: Schöne Regel, größer machen man immer noch, aber kleiner machen wird schwierig (Altbauregel 2: immer genug Gips dabei haben).
– sich dann denkt „da findet sich bestimmt eine Analogie zum Projektmanagement; müsste man doch einen Blog Eintrag raus machen können“

… dann sollte man sich vielleicht fragen, ob man ständig und überall nach möglichen Einträgen suchen muss …

Aber bei der Hitze laufen die Gehirne eh‘ nur mit 40%, da kann das wohl schon mal pasieren.

Werbeeinträge in meinem Blog

Hallo zusammen,
ich habe keine Lust mehr, die Werbeeinträge ein meinem Blog zu entfernen. Solange es nicht der übliche Spam, sondern Werbung per „Guerilla-Marketing“ ist, schreibe ich nun einfach eine Rechnung…
Ich bitte um Beachtung der Preisliste im Impressum. Mal sehen, wann ich jemanden erwische :-)

Arbeiten unter Zeitdruck

Nicht selten haben wir unglaublich viel zu tun, aber viel zu wenig Zeit.
Es gibt völlig verschiedene Methoden, mit Zeit- und Termindruck umzugehen. Was für einen persönlich am besten passt, muss jeder für sich ausprobieren. Hier drei Vorschläge:

Methode 1: Vergiss die Uhrzeit – vertrau‘ der inneren Uhr
Falls die Arbeit am Computer statt finden und man mit Windows arbeitet: Maus auf die Taskleiste, Rechte Maustaste, Tastleiste anpassen „Uhr anzeigen“ abwählen! Armbanduhr abnehmen! Kurzum: Jede Möglichkeit, auf eine Uhr zu schauen verhindern. Wenn man nicht beliebig Zeit zur Arbeit hat, einfach einen Wecker stellen – und den Wecker so aufstellen, dass man die Anzeige nicht sieht. Wer Teamarbeiter/Teamassistenz hat, kann natürlich auch die bitten, einen rechtzeitig Bescheid zu sagen. Ziel er Übung: Durch den ständigen Blick auf die Uhr macht man sich nur nervös und das senkt die Produktivität.

So, jetzt noch das Telefon abstellen. In 50’er Jahre Filmen ging das mittels „Fräulein Müller, stellen Sie die nächsten 2 Stunden keine Gespräche durch“. Heute bedeutet es einfach: Handy aus! Absolut jede Ablenkung vermeiden!
Das ist sehr, sehr schwer. Als ich studiert habe, hat mich mein Kühlschrank gerne vom lernen abgehalten. Das ging dann ungefähr so: „Aufgabe 1. Ach, erst mal was trinken. Also ab zum Kühlschrank und wiedefr zurück. Jetzt zurück zu Aufgabe 1. Hmm, vielleicht einen Pudding. Ab zum Kühlschrank. Dort macht sich ein Mitbewohner gerade etwas zu Essen. Au ja, ich auch.“ Am Ende des Tages hatte ich einen leeren Kühlschrank und Aufgabe 1 zur Häfte gelöst …

Je weniger Ablenkung man hat, desto eher kommt man „in die Arbeit hinein“.

Methode 2: Extrem starrer Zeitplan
ToDo Liste aufstellen, Aufwand für jeden Punkt schätzen. Aufwand mit 1.5 multiplizieren. Ausreichend Pausen einplanen (>60 Minuten auf 4 Stunden). Und dann streng nach Plan arbeiten. Wenn man merkt, dass die Aufwandsschätzung nicht klappt, sofort alle Tasks neu planen.

Methode 3: Die Guerilla-Projektmanager Methode
Ich kann super arbeiten, wenn ich im Zug sitze oder auf eine Flug warte. Keine Ahnung warum. Vielleicht liegt es daran, dass die Zeit extrem strickt vorgegeben ist (die üblichen Verspätungen mal ausgenommen) und es wenig Ablenkung gibt. Ich überlege sogar schon, meine Bahncard 100 2. Klasse gegen die 1. Klasse zu tauschen um mehr Platz zum arbeiten zu haben.

Unfreiwilliger Bremstest

Und ich weiß doch, dass da Stau ist
Das hinderte mich aber nicht daran, mit meinem Motorrad mit 200 Sachen in das Stauende zu fahren. So schnell wie die Autos vor mir Platz gemacht hatten, waren die wohl ein wenig in Sorge, ich hätte nicht mehr rechtzeitig bremsen können.

War natürlich alles kein Problem. Hey, ich und meine Maschine, wir sind ja quasi eine Einheit. der untere Teil der Einheit hatte danach weniger Gummi, der obere Teil spontan ein T-Shirt durchgeschwitzt …

Hitzeopfer

– 3 Stunden einen Projektplan/Aktivitätsplan mit Excel erstellt
– Ich wollte ja nur das Excel Sheet mit Telefonnummern schließen
– „Wollen Sie die Änderungen speichern?“ Nein, ich will die Telefonnummern nicht speichern
… und weg ist mein schöner – nicht gespeicherter – Projektplan

Manchmal bin ich soooo müde…

Berater-Theater

Berater-Theater ist die Illusion von Beratung – vorgetäuschte Beratung. Echte Beratung erzeugt einen Mehrwert. Am Ende weiß der Kunde etwas, was er vorher nicht wusste. Oder er hat ein Problem gelöst welches er vorher nicht lösen konnte.

Ich denke, es gibt 3 Arten von Beratung.

Inhaltsbezogene Beratung:
Der Kunde hat ein Problem. Der Berater hat die Antwort, der Erfahrung, das Wissen um dieses Problem zu lösen

Prozessbezogene Beratung:
Der Kunde hat ein Problem dessen Lösung der Berater ebenfalls nicht kennt. Aber er kennt die Techniken, um das Problem zu lösen.
Oder wie ein alter Chef von mir sagte: „Der Kunde steht im dunklen Wald und will heraus. Du musst ihn an die Hand nehmen und rausführen“. (Ergänzung von mir) Entweder kenne ich den Weg, oder ich weiß, auf welcher Seite das Moos wächst und in welcher Himmelsrichtung die Stadt liegt.

Und dann gibt es noch die 3. Art, Berater-Theater:
Der Kunde mietet sich eine Show. Der Berater arbeitet nach einigen simplen Grundregeln. z.B.:
– Ein Berater wird nach Anwesenheit bezahlt und nicht nach Qualität
– Ein Berater empfiehlt einem Kunde genau das Gegenteil von dem, was er gerade tut
– Nichts ist so trivial, dass man es nicht auf 30 Powerpoint-Folien ausbreiten kann
– Der Berater ist nicht für das Projektergebnis, er ist für den Projektplan zuständig
– (Floskel bitte hier eintragen)

Manche Kunden wollen das sogar. Sie sollen beispielsweise eine Aufgabe lösen auf die sie keine Lust haben. Also mieten sie sich einen Berater und können ihrem Chef dann sagen, dass „selbst der teure Berater“ keine Lösung gefunden hat. In anderen Firmen gehört es zum Prestige eines Mitarbeiters, möglichst viele externe Berater für sich „laufen“ zu haben. Das hebt die Wichtigkeit. Oder es ist schlicht und ergreifend noch Budget vorhanden welches weg muss.

Einige Berater können auch nicht mehr anders. Sie sind so an „ihre Show“ gewöhnt, dass sie gar nicht mehr merken, ob sie überhaupt Ergebnisse oder „Werte“ liefern.

Zitat zum Dienstag

Führungskräfte sollten sich von der Vorstellung verabschieden, dass es lediglich der zeitlich begrenzten Beschäftigung eines Beraters bedarf, um die vorher jahrelang unbeteiligten Mitarbeiter zu motivieren, interdisziplinär eng kooperierende Arbeitsgruppen zu bilden und eigeninitiativ Probleme zu lösen. Dazu bedarf es der Fähigkeit, das kreative Potenzial methodisch zu nutzen.

(Kostka: Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess)