Archiv für den Monat: Oktober 2009

Liebe Accor Hotel Kette,

es ist ja ganz nett, dass ihr mich daran erinnert, dass meine Kundenkarte nächsten Monat ausläuft.

Natürlich stellt sich die Frage, wieso ich diese Mail bekomme, obwohl ich in meinem Kundenkonto angegeben habe, keine Mails erhalten zu wollen.

Ach ja, und warum um alles in der Welt bekomme ich diese Erinnerung seit 0:00 Uhr alle 15 Minuten …

Stärken und Schwächen

Wir schreiben Anfang der 90’er. Ich wohne in der Dortmunder Innenstadt in einer netten WG und fahre einen Mercedes, 123’er Baureihe – das beste Auto, welche in jemals fahren durfte. Ok, sehen wir mal von den 12l Super auf 100Km ab.

Meine neue Mitbewohnerin möchte sich das Auto ausleihen um zu einer Freundin zu fahren. Ich bin nett und gebe ihr den Schlüssel. 20 Minuten später klingelt das Telefon (Handy gab es da ja noch nicht für uns):

Sie: „Hi, sag mal. Ich habe eine kurze Frage zu Deinem Auto“
Ich: „Was hast Du gemacht und was wird es mich kosten?“
Sie: „Alles in Ordnung. Aber wie entrigelt man die Handbremse?“
(Anmerkung: Es gibt keinen Handbremshebel)
Ich: „Ah ja, hatte ich vergessen Dir zu sagen. Du musst links im Fußraum…
… moooment … Wieso rufst Du denn an und kommst nicht einfach hoch?“
Sie: „Ich bin schon bei der Freundin“
Ich: „Du bist 15 Minuten mit angezogener Handbremse gefahren?!?“
Sie: „Äh, ja“
Ich: „Und Du hast nichts gemerkt???“
Sie: „Doch, aber ich habe mich nicht getraut zu fragen“

In Projekten erlebt man oft ähnliche Dinge. Wer Hilfe benötigt hat Angst, danach zu fragen. Es könnte ja ein schlechtes Licht auf die Person werfen. Unwissenheit ist Schwäche. Statt dessen wird fast verzweifelt versucht, die Lücken zu verbergen. Dieses Verhalten richtet anschließend immer mehr Schaden an.

Klar, es gibt auch den anderen Fall. Die Leute, die bei jeder Kleinigkeit ankommen an statt sich erst einmal selber an der Lösung zu versuchen. Auch das kann einen in den Wahnsinn treiben. Erste Ziel sollte für jeden sein, selber die Lösung zu finden. Es sei denn, es kostet zu viel Zeit. Dafür hat man ja schießlich Experten.

Gegenseite(!) Hilfe ist – vor allem in Projektsituationen – aber kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Merkmal eines funktionierenden Teams. Und jetzt kommt der Projektleiter ins Spiel. Er sollte seinem Team klar machen, dass es absolut nichts bringt, endlos selber an einem Problem herumzubasteln. Jeder hat auf einem Gebiet seine Stärken und auf einem anderen Gebiet Schwächen. Dies kann fatal sein, wenn jeder seine Schwächen verstecken will und diese dadurch das Projekt gefärden oder ein Erfog. Nämlich dann, wenn sich Stärken sinnvoll ergänzen.

Eine entsprechende Kultur der gegenseitigen Hilfe zu etablieren ist jedoch eine echte Herausforderung. Gerade wenn die Firmen größer werden wird es immer schwerer. Aber es lohnt sich.

John Cleese wird 70

An manchen Tagen kommt man sich als Projektleiter ja auch vor, wie in einem Monty Python Sketch…

John Cleese wird 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

Er selber hat via Twitter überlegt, ob er sich an seinem Geburtstag nicht einfach umbringen sollte (Link) – wird es aber wohl eher nicht machen – vermutlich aus reiner Faulheit.

Monty Python ist ja absolut zeitlos. Die Serie und Filme funktionieren auch heute noch. Für rund 90 Euro kann man übrigens bei Amazon alle Filme inkl. sämtlicher Flying-Cirus Folgen erwerben:
40th Anniversary Boxset Celebrating 400 Years of Monty Python (exklusiv bei Amazon.de)

Wer es noch nicht kennt: Sehr empfehlenswert ist auch die wunderbare Serie Fawlty Towers
Ein paar Eindrücke bei Youtube:

(link)

Einer meiner Lieblinge: Ministry of silly walks, bitte sehr:
http://www.youtube.com/watch?v=IqhlQfXUk7w

Kindle 2 – erste Eindrücke

Ich habe es getan. Ja, es ist Quatsch. Denn in 6 Monaten wird Apple sein Tablet-Computer vorstellen (gehen wir mal von aus). Die Gerüchteküche sagt, dass Amazon bereits an einer Kindle-Applikation für OS x arbeitet (für das IPhone gibt es das ja bereits). Langer Rede kurzer Sinn: es war unvernünftig, sich jetzt noch ein Kindle zu bestellen. Aber hey, ich esse auch Marzipankartoffel obwohl das unvernünftig ist …

Das Gerät
Heute reicht es ja nicht mehr aus, dass Hardware funktioniert, sie muss auch noch gut aussehen. In diesem Punkt hat der Kindle seinen Job gut erledigt. Das Ding sieht gut aus, liegt gut in der Hand und ist mit knapp 300g schön leicht. Es hat in etwa die Grundfläche eines Taschenbuches.

Display
Wenn man noch nie ein Display mit elektronischer Tinte gesehen hat, ist es echt verblüffend. Es kommt richtigem Papier schon ziemlich nahe und ist absolut nicht zu vergleichen mit einem klassischen Display.

Benutzung
Machen wir es kurz: Zwischen auspacken und erstem Buchkauf lagen keine 5 Minuten. Die Ehre des ersten Kaufes bekam First Among Sequels von Jasper FForde. Also: Es funktioniert.
(Die nächsten „Bücher“ waren übrigens der aktuelle Perry Rhodan Zykus. Den habe ich als PDF gekauft und umgewandelt)

Negativ 1
Es gibt zwei Wege, Inhalte die nicht im Kindle-eigenen Format vorliegen umzuwandeln.
Weg 1: Man schickt eine Mail an eine Adresse, die Datei wird umgewandelt und automatisch per UTMS an das Kindle geschickt. Dieser Weg kostet für die internationale Version 1,99 $/MB (sic!) Das ist natürlich absoluter Dreck.
Es bleibt aber Weg 2: Mail an eine andere Adresse und man kann sich anschließend die Datei selber herunterladen.

Negativ 2
Bei normal gekauften Dateien scheint es ja diese „Strafgebühr“ von 1,99$ nicht zu geben. Dies ist aber nicht ganz richtig. Sie wird nämlich anscheinend auf den Buchpreis aufgeschlagen. So kosten Bücher, die im US Kindle-Store kostenlos erhältlich sind, für Kunden aus Deutschland plötzlich 2,30$. Das ist ziemlicher Mist!

Negativ 3
Die Buchindustrie könnte ja eigentlich von Film- und Musikindustrie lernen. Nämlich, dass Rechtemanagement ganz großer Unfug ist. Aber nein, sie machen genau den gleichen Blödsinn. Ergebnis: Wenn ich mir bei einem anderen Anbieter als Amazon ein Buch kaufe, muss ich es erst „entsperren“ um es auf dem Kindle anzeigen zu können. Zur Sicherheit: Es geht mir nicht darum, Raubkopien zu bekommen. Ich will einfach nur ein legal gekauftes E-Book lesen können. Und um das machen zu können, muss ich es erst cracken.
Wenn jetzt auch noch MOBI und EPUB Format gegeneinander stehen, wird es komplett chaotisch.

Fazit
Ich habe mein Kindle erst ein paar Tage, mag es aber schon jetzt. Für jemanden wie mich, der ständig unterwegs ist, einfach perfekt. Wenn jetzt noch die Geschichte mit dem Rechtemanagement und den Kosten sich in die richtige Richtung entwickeln würde, wäre ich natürlich noch zufriedener.

War ja klar

Monatelang habe ich den Akkupack für mein iPhone gesucht. So toll es ja auch ist, aber die Batterieleistung reicht einfach nicht für längere Reisen.

Ich habe überall gesucht und war schon ein wenig sauer, dass mein neues, tolles Ablagesystem (mit sehr vielen tollen Kartons von Ikea) nicht funktioniert.

Also habe ich mir ein neues Akkupack gekauft.

Tja, und heute ziehe ich zum ersten Mal meinen Wintermantel an. Raten wir doch alle mal, was ich in der Innentasche gefunden habe …

Tipp: Yep-Shot

Wer viel mit Webseiten arbeitet kennt das Problem, Screen-Shots von „langen“ Web-Seiten zu erstellen. Es gibt dafür einige Tools, aber natürlich hat man es dann nie auf dem Rechner. Solang die Seite nur über eine Bildschirmseite geht, ist es ja kein Problem. Aber für den Fall, dass die Seite scrollt, benötigt man halt etwas mehr, also nur ein Bildschirmfoto.

Yep ist eigentlich eine (Mac) Software, mit der man pdf Dateien verwalten kann (quasi ein iTunes für pdf). Seit dem ich das nutze, habe ich so ziemlich alle meine Unterlagen digitalisiert. Neue Briefe und Anleitungen scanne ich ein und weg damit in den Papierkorb.

Jetzt aber zum Thema. Es gibt ein Browser-Plugin, mit dem man aus einer Web-Seite ein pdf generieren kann. Das ist dafür gedacht, dass man Web-Seiten mit Yep dokumentiert/archiviert.

Dieses Plugin funktioniert natürlich auch hervorragend ohne Yep.

Und hier der Link:
http://www.yepthat.com/installBookmarklet.html

Update:
Ich ziehe den Tipp wieedr zurück. Das Tool ruft den Druck auf. Wenn also eine print.css existiert, ist das Ergebnis anders, als man es erwartet.

Update 2:
Wer mit dem Firefox unterwegs ist, nimmt einfach „Fire-Shot“ – Es gibt immer ein AddOn

Vergessene Helden

Ok, Preisfrage. Wer waren Mike Levey und John Parkin?

Hey! Nicht bei Google suchen!

Levey und Parkin waren natürlich unser aller Late-Night TV-Helden der frühen 90’er. Wir waren Studenten. Und wenn wir spät Abends von unseren Lerngruppen (und gaaanz ganz selten mal aus einer Kneipe) nach Hause kamen, lief relativ wenig im Fernsehen. Es gab zwar keinen Sendeschluss mehr (ja liebe Kinder, so schlecht ging es uns früher – wir hatten nicht einmal 24h Fernsehen), es gab aber leider auch nicht genug Inhalte für 24h Fernsehen.

Ok, auf der anderen Seite hat RTL damals das Kunststück fertig gebracht, die Erstausstrahlung von Married with Children auf 0:30 Uhr zu legen (erst 0:00 Uhr, aber dann kam das Nachtjournal und es wurde 0:30. Danach lief dann noch „Dienst in Vietnam“ – vor 01:00 Uhr kam man also nicht ins Bett).

Wie auch immer. Zu der Zeit liefen Nachts die ersten „Infomercials“ im Fernsehen. Also meistens 30 Minuten lange Werbesendungen für irgendein Produkt welches man eigentlich nie gebraucht hat oder für einen Reiniger, der alle Reiniger in den Schatten stellt.

Und sie waren schlecht. Sie waren so wunderbar schlecht. Aus Geldmangel wurden sie nicht synchronisiert sondern nur mit Untertiteln versehen. Also konnte man den wunderbaren Originalton genießen.

Mike Levey und John Parkin waren nun unsere absoluten Lieblinge. Levey präsentierte „Amazing Discoveries“. Er gab den etwas begriffsstutzigen Normalverbraucher (meist im geilen 80’er Jahre Pullover). Parkin wiederum war der Experte für das jeweilige Produkt („wir haben ihn heute extra für sie aus England einfliegen lassen“), wirbelte wie unter Koks&Speed (und ich vermute mal, manchmal nicht nur „wie“) durch das Studio und führte dem dann völlig erstaunten Levey die Produkte vor „Hier Mike, ist das nicht erstaunlich. Ich wische mit dem Tuch über die Fläche und das Fett landet wie durch Magie in dem Tuch – John, das ist ja absolut unglaublich. Wie machst Du das nur? Könnte ich das auch? – Aber natürlich, Mike. Das kann jeder! Und du brauchst nur dieses Tuch für 99,99$“

Immer wieder gerne gesehen waren die Werbesendungen für den Reiniger „Astonish“. Natürlich angekündigt mit den Worten „Today we’ve got something very special for you that will astonish you!“.

Warum diese Sendungen so wunderbar waren? Nun, man merkte, dass die Jungs dort selber den Quatsch nicht sonderlich ernst nahmen. Putzmittel im Fernsehen anzupreisen ist nicht unbedingt ein Traumjob. Aber die Jungs hatten echt Spaß. Und solange die Sendungen diese grandiose „Radio aus der Dachkammer“ Stimmung hatten, haben wie sie geliebt.

Irggendwann waren sie dann leider zu erfolgreich, nahmen sich selber zu ernst und die Sendungen wurden doof. Außerdem wurden sie auch noch übersetzt.

Heute sind Shoppingsender so lustig wie Zwieback. Mike Levey ist 2003 im Alter von 55 Jahren gestorben. John Parkin ist dick geworden und präsentiert manchmal immer noch Produkte – aber es nicht nicht mehr wie früher …

Spaß im Hotel

Wenn möglich, nehme ich mir ja eine möblierte Wohnung am Einsatzort. Ab 100 Hotelübernachtungen pro Jahr verliert so ein Hotel irgendwie seinen Reiz.

Bei der Hotelsuche verlasse ich mich meistens auf Empfehlungen oder nehme eine Kette. Hotellketten sind wie Burger-Ketten: Man kennt das Zimmer schon lange vorm Eintreten. Definierte Qualität, keine hohe Qualität, aber man weiß, was man bekommt. Aber manchmal muss man halt auch mal in ein völlig unbekanntes Hotel.

Das Hotel befand sich mitten in der Innenstadt. Das war auch schon der einzige positive Aspekt. Wobei, nein: Auch der Name klang ganz gut. Man lernt ja über die Jahre, Hotels mit Tiernamen zu meiden („Hotel zum röhrenden Hirschen“). Aber bei einem Königshof, und bei dem (hohen) Preis, hey, da kann doch nichts schief gehen.

Es kann. Das Zimmer selber war in dunklem, in sehr dunklem Holz gehalten. Das Bett war ein Einzelbett. Das ist schon mal doof. In 90% alle Fälle bekommt man ja bei Buchung eines Einzelzimmers zumindest ein 1.40m Bett. Dieses Bett war nicht nur erstaunlich schmal. Es stand auch noch längs an der Wand. Das hasse ich ja schon mal. Du drehst dich um und brichst Dir sofort an der Wand das Handgelenk. Und zu allem Überfluss hatte es auch noch ein „Fußteil“. Also würde ich die ganze Nacht nicht nur gegen die Wand donnern, ich würde mir auch ständig die Zehen anschlagen.

Das Nichtraucherzimmer roch nach kaltem Rauch. Dies wurde auch durch die Tatsache, dass das Zimmer vermutlich die letzten 3 Monate nicht gelüftet wurde kaum besser. Ich schnappe mir die Fernbedienung und natürlich sind die Batterien leer. Pay-TV gibt es nicht, aber wer will das schon.

Ich öffne die erste Kleiderschranktür und finde einen Stabel Porno-Hefte. Hmm, ist das vielleicht ein Ausgleich für den fehlenden Pay-TV Kanal? Wo bin ich hier gelandet? Zahle ich hier nach Tagen, oder nach Stunden?

Hinter der nächsten Schranktür finden sich alte Socken.

Das ist der Moment, in dem ich dann doch mal zur Rezeption gehe und ein neues Zimmer verlange…

UML Klassendiagramme per Web

Vor einiger Zeit hatte ich hier Websequencediagramms.com vorgestellt. Damit kann man einfach und schnell UML Sequenzdiagramme zeichnen.

Es gibt eine ähnliche Webseite auch für Klassendiagramme, Aktivitätsdiagramme und Use-Cases: Yuml

Damit kann man alle wichtigen UML Diagramme „mal eben“ online erstellen. Sehr praktisch für kleine, schnelle Dokumentationen

Hier nochmal die Links:
http://www.guerilla-projektmanagement.de/index.php/archives/2009/06/24/tipp-httpwwwwebsequencediagramscom/
http://www.websequencediagrams.com/
http://yuml.me/

Von Ameisen und Softwareentwicklern

Gestern habe ich ja einen Vergleich zwischen Ameisen und Projektarbeit gemacht. In diesem Zusammenhang gibt es bei IT Projekten einen Punkt, der in letzter Zeit in vielen Teams die ich gesehen habe wenig berücksichtigt wurde.

Zwischen Ameisen und Softwareentwicklern gibt es nämlich einen wichtigen Unterschied. Na ok, es gibt vermutlich viele Unterschiede zwischen Menschen und Ameisen. Aber ich will nur auf einen Punkt hinaus.

In Köln gibt es einen riesigen Outdoor laden. Auch wenn einige Punkte gegen den Laden sprechen (oft zu teuer, erinnert mich an meine Ex-Freundin, viele Verkäufer haben keine Ahnung) bin ich dort ganz gerne. Auf der 2. Etage gibt es eine Ameisenkolonie hinter Glas. Ich muss zugeben, ich könnte mir das immer stundenlang anschauen. Dabei bin zumindest ich nicht in der Lage, einzelne Ameisen voneinander zu unterscheiden. Aus meiner Sicht scheinen alle Ameisen ihren Job ähnlich produktiv zu machen. Und da sind wir dann auch schon beim Unterschied:

Ameisen arbeitet ähnlich. Die Produktivität von Softwareentwicklern unterscheidet sich enorm.

Damit ist nicht nur die Qualität des Ergebnisses gemeint. Manche Entwickler sind bei gleicher Qualität einfach 10 Mal schneller als ihre Kollegen. Das spricht weder für diesen Entwickler, noch gegen seine Kollegen. Aber der Unterschied ist extrem. Ich denke, es gibt wenig Branchen, bei denen sich die Produktivität einzelner Teammitglieder so extrem unterscheidet. Oder ist es z.B. normal, dass ein Maurer 10 Steine setzt in der Zeit in der sein Kollege einen Stein schafft?

Andere Entwickler sind Spezialisten wenn es darum geht, Fehler zu finden. Als ich selber noch viel Software entwickelt habe, konnte ich ziemlich intuitiv die Ursache für einen Bug finden (was vermutlich daran liegt, dass ich selber so extrem viele Fehler in meinen eigenen Code eingebaut habe, dass ich geübt war…).

Langer Rede kurzer Sinn: Die Schwerpunkte und Spezialfähigkeiten unter IT-Menschen unterscheiden sich sehr stark, stärker als in vielen anderen Branchen.

Und was passiert? Der langsamere Entwickler bekommt den Ärger dafür, dass er nicht so gut ist, wie der Überflieger – was den Überfliegen als guten Teamplayer dazu bringt, einfach langsamer zu arbeiten. Teams und Teammitglieder werden nach Anforderung und nicht nach Fähigkeit quer durch die Projekte rangiert. Nicht der Spezialist ist gefragt, sondern der Generalist der problemlos jede bel. Rolle je nach Anforderung einnehmen kann.

Allgemein tut man sich ja in vielen großen Firmen mit der Förderung von Fachkarrieren schwer. Eine Führungslaufbahn wird gefördert und hat ein gutes Ansehen. Aber wenn jemand lieber eine Fachlaufbahn durchschreiten möchten, hat dies weniger Ansehen – wenn so etwas überhaupt in der Firma existiert. Die Qualität eines Mitarbeiters bemisst sich dann nicht nach seinen Ergebnissen, sondern nach der Anzahl der ihm unterstellten Mitarbeiter.

Ist das sinnvoll? Nein, absolut nicht. Im Sport kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Hammerwerfen für den 400 Meter Lauf anzumelden. Und was passiert, wenn Michael Schuhmacher auf ein Motorrad steigt, haben wir ja gesehen… Aber im Projektgeschäft wollen wir scheinbar alle Mitarbeiter zu 10-Kämpfern ausbilden.

Ergebnis: Sie können vieles gut, aber nichts hervorragend.

Spezialisten zu fördern ist für jeden Teamleiter eine Herausforderung. Aber wer ein Team haben möchte, welches Berge versetzen kann, sollte sich dieser Herausforderung stelllen.