Archiv für den Monat: Januar 2006

Mail vom Projektvermittler

Gerade kam folgende Mail:

Ihre Bewerbung habe ich dankend erhalten und Ihre Daten sind nun komplett. Diese sind auch bereits durch mich in unsere Datenbank eingepflegt

Äh, nein. Ich habe mich nicht beworben, sondern wollte mich in die Datenbank eintragen, leider erfolglos. Ich habe es gerade mal geschafft, meine Adresse einzugeben, da die Web-Oberfläche zur Eingabe meines Profils nicht richtig funktioniert hat. Wenn mal schon automtische Mails verschickt sollte man besser nicht so tun, als seien sie von einem Menschen verfasst…

Das stärkt nicht gerade mein Vertrauen in diesen Vermittler. Ich sehe Projektvermittler normalerweise als wichtigen Partner. Wir bündeln unsere Stärken: Ich habe das KnowHow, er die Kontakte und – was viel wichtiger ist – die Erfahrung, welcher Berater für welchen Kunden richtig ist. Im Idealfall haben alle gewonnen.

Allerdings erwarte ich für die Vermittlungsprovision auch ein wenig Arbeit und keine Mailroboter.

VoIP

VoIP ist ja offenbar das Thema für 2006. Ich freue mich schon auf die CeBIT …
Darf ich im Umkehrschluss daraus schließen, dass 2006 das Todesjahr für Faxgeräte wird?

Was nämlich leider immer gerne verschwiegen wird: Faxen über VoIP in ein Problem (da der Frequenzbereich nicht in der Spezifikation ist). Kann klappen, muss aber nicht.

Asperger Test

Techies neigen ja manchmal dazu, gewissen autistische Züge zu zeigen. Eine leichte Ausprägung von Autismus nennt sich Asperger Syndrom. Mit diesem Test kann man schauen, ob man gefährdet ist.
Ich komme auf 17 Punkte und bin damit im Normalbereich. Hmm, muss ich jetzt im Gegenzug daraus schließen, dass ich ein schlechter Techie bin?

Machtspielchen

Huch, was ist denn jetzt passiert. Ich wollte eigentlich nur eine relativ banale Schnittstellenfrage klären. Leider wollte mir mein Gesprächspartner nicht antworten. Ich konnte die Begründung sogar verstehen und habe – wie ich es immer mache – eine kurze Zusammenfassung des Gespräches an ihn geschrieben.

… Und dann brach die Welle los.

Für ihn sah es jetzt wohl so aus, als wolle ich schriftlich festhalten, dass er nicht kooperationsbereit sei. Das hat er dann zum Anlass genommen, eine extrem persönliche Eskalationsmail an diverse Menschen zu schreiben. Weil ihm das noch nicht reicht, musste er sofort persönlich in meinem Büro auftauchen, um mich zu beschimpfen: „… machen sie das nie wieder“. Ich wusste nur nicht, was ich eigentlich falsch gemacht hatte. Schlecht nur, dass ich nicht alleine im Büro war und die anderen Anwesenden einen ziemlich schlechten Eindruck von diesem Menschen mitgenommen haben.

Schlauerweise hat er gleich seinen Chef mit einbezogen. Wie früher auf dem Spielplatz: „Pass blos auf, oder ich hole meinen großen Bruder“. Der hat mich dann auch gleich angerufen. Wir haben uns dann versichert, dass wir gar keine Lust auf solchen Quatsch haben (was ja auch typischen Reaktion des großen Bruders auf dem Spielplatz entspricht …).

Meine fachliche Frage ich leider noch nicht beantwortet. Diese Spiele haben den ganzen Tag in Anspruch genommen. Also weiter eskalieren lassen …

Mein Mördertipp für solche Situationen: Ruhe bewahren!
Wer sich aufregt, zeigt Unsicherheit. Je unfreundlicher und lauter jemand zu mir wird, desto ruhiger werde ich und zeige ihm dadurch, dass ich mich im Gegensatz zu ihm unter Kontrolle habe. Im schlimmsten Falle beende ich das Gespräch mit dem Hinweis, sein Verhalten sei mir zu unprofessionell.

Auf der anderen Seite finde ich, dass Emotionen im Projektgeschäft wichtig sind. Wenn man sich laut um ein Fachthema(!) streitet zeigt man ja nur, wie wichtig das Thema ist. Man muss nur nach der Diskussion wieder normal miteinander umgehen. Ich mag keine Leute, mit denen ich mich nicht streiten kann.

Der leere Schreibtisch

Ich gebe es zu: Ich bin ein Chaot. Mein Arbeitszimmer zuhause erweckt manchmal den Eindruck, als haben die Diebe trotz intensiver Suche nichts gefunden.
Trotzdem ist mein Schreibtisch im Büro prinzipiell am Ende des Tages leer. Gründe:
– Ich habe des öfteren vertrauliche oder persönliche Daten auf meinem Schreibtisch. Diese sollte man einfach nicht rumliegen lassen.
– Morgens an einen Arbeitsplatz zu gehen, der voller Unterlagen, Papier und sonst. Müll ist, ist demotivierend. Man bekommen sofort das Gefühl, viel zuviel Arbeit zu haben.
– Ein leerer Schreibtisch hilft mir, mich auf die wichtigen Dinge zu konzentieren. Ich habe in den letzten 20 Jahren (man klingt das alt, aber ich habe meine ersten Arbeitsvertrag als Softwareentwickler halt mit 16 unterschrieben…) vielleicht 10 Leute getroffen, die so genial waren, dass sie jedwedes Schreibtischchaos komplett im Griff hatten. Aber das waren wirkliche Genies.
– Ab Ende des Tages seinen Schreibtisch aufzuräumen ist ein schönes Ritual um den Feierabend einzuleiten. Man kann den Tag vernünftig abschließen und an Hand der Papiere ein wenig den nächsten Tag planen. Damit garantiere ich mir, dass ich einen „richtigen“ Feierabend habe und nicht gedanklich noch Arbeit mit nach Hause (oder ins Hotel nehme).
– Durch eine Mischung aus 3 Ablagefächern und einem Aktenordner pro Unterprojekt finde ich alles sofort wieder.
– Niemand soll mir erzählen, er habe dafür keine Zeit: Es dauert vielleicht 5 Minuten pro Tag. Die hat jeder!

Marathonvorbereitung Woche 2

Es geht doch. Trotz Problemen mit meinem Nacken habe ich den ersten Lauf >2 Stunden gemacht. Dabei habe ich versucht, mich an Galloway zu halten (jede Meile eine Minute gehen). So ganz kann ich noch nicht damit anfreunden. Ich neige dazu, gerade bei längeren Läufen geistig ein wenig abzuschalten und nett entspannt durch die Gegend zu laufen. Durch die Gehpausen wird man immer wieder aus dem Trott geholt. Da ich noch nicht wirklich lange so gelaufen bin kann ich auch nicht sagen, ob dadurch wirklich die Regenerationszeit spürbar reduziert wird. Mal schauen, ich bleibe am Ball. Aber zumindest die Läufe <15Km werde ich ohne Gehpause machen.
Ernährungstechnisch war die Woche nicht so dolle, aber nix dramatisches.
Zur Vorbereitung werde ich vermutlich Anfang April einen HM in Berlin laufen. Das war letztes Jahr ganz lustig (wenn auch viel zu warm)

Pitch patch

Wenn man selber jahrelang Verkaufspräsentationen (auch gerne als Vorsingen oder Schaulaufen bezeichnet) gehalten hat, ist es richtig nett, auf der anderen Seite zu sitzen. Schön, sollen die schwitzen und ich schaue es mir in aller Ruhe an.
2 Agenturen waren zum Pitch geladen. Es geht um einen Web-Auftritt für ein neues Produkt inkl. Anbindung an einen Shop.
Nach 5 Minuten wurde mir klar, warum wir bei Pixelpark zeitweise so erfolgreich waren: Wir haben einfach besser präsentiert.
Agentur 1 konzentriert sich auf Selbstdarstellung. Sie haben lustige Filme produziert und rücken sicherheitshalber mit der halben Firma an. Vielleicht dachten sie, wir könnten abschließend noch ein wenig Handball spielen oder so. Für die Präsentation waren auf jeden Fall zuviele Leute da.
Agentur 2 tritt deutlich ruhiger auf. Sie legen viel Wert auf einige Designelemente, haben jedoch leider keine Vorschläge für extrem wichtige Fragestellungen mitgebracht.
In meinen Augen besteht 80% des Verkaufserfolges darin, seinem Kunden zu beweisen, dass man sei Problem verstanden hat. Einigermaßen gute Lösungen haben schließlich alle zu bieten. 10% beziehen sich auf die konkrete Lösung und die restlichen 10% sind weiche Faktoren. Sprich, möchte ich mit dem Gegenüber eigentlich die nächsten Wochen meine Zeit verbringen?
Die Entscheidung ist praktisch gefallen. Begründungen dafür kommen später.

Ruhrmarathon verschoben

War ja keine Überraschung: Der Ruhrmarathon wird im Mai nicht statt finden. Jetzt hat der Veranstalter die grandiose Idee, den Lauf im September statt finden zu lassen.
So ein Quark! Wie steht schon in der Bibel: Deine Rede sei ja ja, nein nein.
Seit Wochen wird schon rumgeeiert. So wirklich hat wohl kaum noch jemand daran geglaubt. Aber statt einer klaren Ansage gibt es einen neuen Termin … vielleicht … also irgendwann im September … und den Sponsor können wir auch noch nicht nennen. Na super. Dumm nur ,dass im Herbst schon zwei große Laufveranstaltungen sind(neben X anderen ja u.a. Berlin und Köln).
Mir persönlich wäre eine Absage 2006 lieber gewesen. Dann hätten man 2007 einen Neustart wagen können. Ich fand die Marathon 2005 super (ok, die letzten KM waren ein wenig steil, aber das gehört zum Ruhrgebiet).
Meine Voraussage: Es wird einen Ruhrmarathon 2006 geben. Schlecht organisiert und mit wenig Teilnehmern. Danach wird die Idee leider, leider zu den Akten gelegt. Schade.

Nur gut, dann ich mich schon in weiser Voraussicht für Hamburg angemeldet hatte …