Archiv für den Monat: Mai 2009

Und die Fehler verhindern wirklich den Launch?

Ich sitze mit dem wichtigen Berater zusammen und spreche mit ihm über die aktuelle Testsituation. Gerne erkläre ich ihm (zum 5. Mal) meine (ach so ungewöhnliche) Einteilung in Fehlerklassen.

Klasse 1: Verhindert den Betrieb und ist abnahmerelevant
Klasse 2: Verhindert nicht den Betrieb (behindert ihn aber merklich), ist abnahmerelevant
Klasse 3: kleine, nicht abnahmerelevante Fehler welche im Rahmen der Gewährleistung behoben werden können.

Er: Und Sie sind der Meinung, man können noch nicht starten?
Ich: Das hat wenig mit meiner persönlichen Meinung zu tun, wir haben leider Fehler der Klasse 1 gefunden
Er: Bei wie vielen Fehlern der Klasse 1 wollen Sie denn starten?
Ich: Na, bei 0. Das ist ja der Sinn dieser Einteilung. Fehler der Klasse 1 bedeuten, dass das System nicht läuft oder an sehr wichtigen Stellen falsche Ergebnisse liefert.
Er: Aber es gibt doch bestimmt Fehler, die aus Klasse 1 in Klasse 2 übergehen könnten
Ich: In unserem Fall leider nicht. Wir haben schon sehr „großzügig“ bewertet
Er: Ok, aber wenn wir einfach die Kritierien ändern. Wie viele Fehler der Klasse 1 würden Sie denn erlauben?
Ich: Äh, 0?
Er: Aber es würde doch auch bestimmt mit 10 Fehlern gehen, oder?
Ich: Nein. Die Fehler müssen einfach vom Dienstleister behoben werden. Ich denke aber, dass wir hier von einer Verzögerung von 3-4 Wochen sprechen die wir verkraften können.
Er: Gut, sagen wir 5
Ich: Nein. Wir könnten vielleicht einige Teile in Betrieb nehmen, mehr leider nicht
Er: So geht das nicht. Ich werde mich bei Ihrem Vorgesetzten über Sie beschweren. Die Geschäftsleitung erwartet einen Start für diesen Monat und das werden wir auch bekommen. Wir lassen das nicht an Ihrer mangelnden Kooperationsbereitschaft scheitern.

… das anschließende Chaos, was der Launch bewirkt hat musste ich dann zum Glück nicht mehr miterleben…

Meine Projektwohnung ist soo gemein zu mir

Es ist warm. Es ist unglaublich warm da draußen. Wärmer war es nur den ganzen Tag in dem Meetingraum. Die Klimaanlage wollte irgendwie nicht so, wie wir wollten.

Egal. Das Meeting war gut und ich willnur noch zurück in meine Projektwohnung. Vielleicht noch ein wenig laufen und dann ab unter die Dusche.

… Tja… leider hat der Hausmeister gerade heute die noch fehlende Duschkabine installiert. Vor der Tür ein dicker Zettel: „Dusche heute nicht benutzen“

Menno …

Nicht schlau: www.kinderhilfe.de gehackt

Update 13:07 Uhr:
Aktuell sieht man auf dem Server ein „under construction“ Hinweis – wird vermutlich das Backup eingespielt.
Was ich nicht verstehe: Den Namen des Hackers findet man sonst nicht im Netz. Und der Typ hat die Seite mit Word geschrieben – Pseudo-Hacker

Irgendwelche Schlauberger haben die Seite der Kinderhilfe gehackt. Zuerst fand ich das lustig, ich befürchte jedoch, es ist ein Schuss in den Ofen.

Zur Einordnung: Die Kinderhilfe sammelt gerade Unterschriften pro Internetsperre. Sie tut das dabei vor Fußballspielen. Man setzt seine Unterschrift unter den Satz „Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab“. Das ist selbstverständlich populistischer Unfug. Kinderpornographie ist schließlich auch jetzt schon im Internet verboten.

Wie auch immer. Ist es schlau, den Web-Auftritt der Kinderhilfe zu manipulieren? Nein! Absolut nein!

Die Diskussion um das KP-Gesetz ist Zeugnis eines interessanten Wandels. Netzbewohner werden erstgenommen. Wenn Spreeblick einen Brief von Frau von der Leyen bekommt, ist dies sehr bemerkenswert. Es zeigt, dass Spreeblick ein akzeptierter „Gegner“ in diesem Streit ist. Es zeigt, dass politische Meinungsbildung im Internet auf dem richtigen Weg ist. Es zeigt, dass sich viel mehr Menschen an Politik und Demokratie beteiligen wollen, als es uns Medien und Politiker immer erzählen. Und machen wir uns nichts vor. Die meisten Politiker haben nichts gegen die viel beschworene „Politikverdrossenheit“ – ermöglichst diese ihnen schließlich, in Ruhe zu arbeiten …

Daher finde ich die Manipulation der Seite dumm. Sie wird dazu instrumentalisiert werden, die Netzbewohner in die Kiste der „Chaotischen Spinner“ zu stecken. Das Internet hat die Chance, als Instrument der politischen Meinungsbildung ernst genommen zu werden. Blogger haben die Chance, als Instant-Journalisten ernst genommen zu werden. Durch solche Hacks bietet man aber unnötig Angriffsfläche.

Update:
Ich sehe gerade dass Fefe es ein wenig kürzer ausdrückt :-)

Der Preis für die dümmste Phishing Mail der Woche …

… geht an:

Aufgrund der jüngsten betrügerische Aktivitäten auf einige PayPal online
konten wir starten eine neue Security-System zu machen
PayPal-Online-Konten mehr sicher und sicher. Bevor wir können
aktivieren wir werden prüfen alle PayPal-Online-Konten, um zu bestätigen,
die Authentizität des Inhabers.
(…)
Bestätigen Sie Ihre Konto-Status wenden Sie sich bitte Anmeldung

Ich habe das natürlich sofort gemacht, sicher ist sicher :-)

Lieber Herr Guttenberg,

in einem Fernsehinterview (http://www.youtube.com/watch?v=IR9CBl1KN8c&feature=player_embedded) sagen Sie zur Petition gegen das KP-Gesetz:

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

Ich versuche es Ihnen mal zu erklären. Die Unterzeichner dert Petition sträuben sich nicht gegen Sperrung kinderpornographischer Inhalte. Ganz im Gegenteil. Ich vermute mal, 99,99% der Unterzeichner würden es sehr begrüßen, wenn entsprechende Inhalte aus dem Netz verschwänden.

Das Gesetz wird hierbei nur leider nicht helfen. Durch das Gesetz müssten Provider mit sehr viel Geld und Aufwand einen Schutz bauen, den jeder Depp in 30 Sekunden umgehen kann. Kein Pädophiler wird sich dadurch aufhalten lassen.

Jetzt wird gesagt, „Ja. aber wir verhindern damit, dass man Zufällig auf solche Seiten kommt“. Ok. Das mag stimmen. Aber das soll bringen? Pädophile ist laut Medizinern weder therapierbar, noch wird jemand „spontan“ pädophil, weil er zufällig auf solche Seiten kommt – er wird mit Sicherheit eher schockiert sein.

Ihre Kollegin, Frau Von Der Leyen, hat (laut dpa) auch sehr interessant auf die Petition reagiert:

Von der Leyen ließ dies dennoch unbeeindruckt. „Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“.

Ähm, ja, absolut richtig. Man sollte gegen Herstellung, Verbreitung und Vertrieb solcher Inhalte mit aller Macht vorgehen. Aber das hat das mit dem Gesetzt zu tun? Richtig: Nichts.

Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht. Offenbar reichen 55.000 Stimmen nicht aus. Vielleicht braucht es 500.000 Stimmen, bis sich etwas tut.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Kurzer Nachtrag
Zufällig habe ich gerade eine ältere, sehr lesenswerte Stellungnahme der Gesellschaft für Informatik gefunden:
http://www.gi-ev.de/no_cache/aktuelles/meldungsdetails/meldung/gi-fordert-ernsthafte-verfolgung-von-kinderpornografie-213.html

Nachtrag: Noch ein Zitat
Wiefelspütz sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, das Gesetzgebungsverfahren werde durch die Petition „nicht beeinträchtigt“. Zwar sei es „das gute Recht“ eines jeden, Petitionen einzureichen. Die Maßsstäbe der Internet-Gemeinde seien aber „teilweise undifferenziert“.
(Quelle)
(Wifelspütz: Dieter Wfelspütz, SPD)

Das klingt für mich so, als habe eine Petition so ungefähr den Status wie früher die Schülervertretung als ich zur Schule ging. Dort konnte man auch ein wenig Demokratie spielen ohne irgendwelche echten Ergebnisse – und die Schulpolitik wurde fleißig woanders gemacht.

Ich fasse das alles nochmal mal zusammen. Da wird ein Gesetz gemacht, welches
– nach Meinung der meisten Experten nichts bringt
– von Opferverbänden und -Verträtern abgelehnt wird weil es ihnen nicht hilft
– von sehr vielen Leuten abgelehnt wird
… und die von uns gewählen Politiker haben nichts besseres zu tun, als die Unterzeichner der Petition zu beschimpfen?!?

Projektvorbereitung

So,

– Der Vertrag ist unterschrieben
– Der erste Termin steht
– Die Projektwohnung ist gesichert

Was fehlt? Richtig! Das aller-aller-wichtigste Ding: Die Kaffeemaschine für die Projektwohnung.

Ich bin vor einiger Zeit von der Senseo auf eine Pad-Maschine von Petra umgestiegen (also, so heißt die Firma). Da werde ich wohl noch eine zweite Maschine erstehen. Ohne Kaffee stehe ich nicht auf …

Die neuen O2 Tarife

O2 hat ab heute neue Tarife aufgelegt die sehr interessant sind:

– keine Grundgebühr
– keine Mindestvertragslaufzeit
– Telefonate & SMS werden auf maximal 60 EUR gedeckelt.
Bis 60 EUR wird „normal“ abgerechnet, die Rechnung übersteigt aber nie 60 EUR.

Dumm nur, dass ich vor 6 Monaten meinen GenionXL Tarif (Flatrate zu allen Netzen) für viel
mehr Geld – ohne SMS – verlängert habe. Laut Hotline kann ich nicht in den neuen Tarif wechseln.

Ich würde durch Wechsel zwar meine Genion Festnetznummer verlieren, aber das ließe sich ja verschmerzen.

Ok, das ist ja nichts neues. Neukunden haben es immer besser als Bestandskunden. Aber ärgerlich ist das schon…