Archiv für den Monat: Mai 2009

Update: Petition gegen KP-Gesetz

Über 17.000 haben bislang unterzeichnet. Fehlen also noch 33.000.

Das finde es schon daher beachtlich, weil der Web-Auftritt so unglaublich behäbig daher kommt, dass die Absprungrate bestimmt bei 50% liegt …

Nicht vergessen, anmelden und unterzeichnen:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Update 6.5.:
32.000 – fehlen nur noch 18.000.
Ich glaube, die 50.000 sind nur noch nicht voll, weil der Server so lahm ist. Also: Nicht aufgeben, registrieren und abstimmen.

Update 2
Laut http://twitter.com/mitzeichner unterzeichnen ziemlich konstant 10 Personen pro Minute. Das legt die
Vermutung nahe, dass der Server einfach nicht mehr kann :-)
Anosnsten würde ich eine Schwankung erwarten (Mittagspause, Feierabend etc.)

Perfektes CRM

Ich habe ein neues Projekt in einer Stadt in der ich vor 3 Jahren schon mal war. Damals hatte ich eine schöne Wohnung über eine Marklerin bekommen. Da ich mit ihrem Job sehr zufrieden war, habe ich sie nochmal angerufen.

Ich: „Hallo, ich suche eine möblierte Wohnung inkl. Reinigungs&Wäscheservice. Sie hatten mir vor 3 Jahren schon mal etwas vermittelt …“
Sie: „Ja, das war in der XYZ-Straße, richtig?“

Wow.

Ok, vermutlich hat sie mich mit Hilfe meiner Telefonnummer in ihrem Computer gefunden und dort meine Kundendaten gehabt. Aber, nicht schlecht. War für die Dame auch erfolgreich, ich habe ihr eine Wohnung quasi blind zugesagt.

Technisch ist sowas für keine Firma mehr ein Problem. Leider tun sich ja gerade große Firmen damit sehr schwer. Wie oft muss man bei der Hotline ständig sein Problem neu erklären, weil der Call-Center Mitarbeiter beim letzten Telefonat keine Zeit hatte, eine ausführliche Gesprächsnotiz abzuspeichern.

Für kleine Firmen bietet sowas natürlich eine riesen Chance. Entsprechende Systeme – die per Rufnummernerkennung gleich den entsprechenden Datensatz auf den Bildschirm zaubern – sind mittlerweile für kleines Geld zu bekommmen.

Auch wir selbstständigen Einzelkämpfer können mit kleinem Einsatz großer Wirkung erziehlen. Jeder gute Vertriebler kennt das: Notiere dir möglichst viele persönliche Informationen über deine (potentiellen) Kunden. Man stelle sich vor, der Projektvermittler ruft nach einem Jahr an und man ist in der Lage das Gespräch z.B. mit „Hallo, was macht denn ihr Heuschnupfen. Sie klingen viel besser, als im letzten Jahr“ zu beginnen. Schon hat man gewonnen. Hmm, ok, Gespräche über Krankheiten sollte man netürlich eher meiden. Aber es gibt ja genug andere Möglichkeiten …

Die neue/alte Stadt

Lustig. Mein neues Projekt liegt in einer Stadt, in der ich vor einigen Jahren schon mal längere Zeit war.

Viele Dinge hatte ich vergessen, manche haben sich verändert, aber ein gewisser Wiedererkennungswert ist schon da. Es ist ein seltsames Gefühl in einer Stadt zu sein, in der man sich nur fast auskennt …

Spontane Lichterkette auf dem Dortmunder Friedensplatz 2.5. 20:00 Uhr

Ok, 2 Leute haben wir schon mal: Mich und Volker.

Wer auch findet, dass Dortmund nicht unbedingt als Hochburg der Rechten gelten soll, ist herzlich eingeladen, sich anzuschließen. Ich stelle mir das ja so vor. Jeder Leser motiviert 5 seiner Freunde und Bekannten, die bringen wieder 5 Leute mit – und schon haben wir 5000 Leute zusammen.

Das sollte doch möglich sein, oder?

Buchtipp: Christoph Schlingensief “So schön wie hier kann in es im Himmel gar nicht sein”

Normalerweise empfehle ich ja eher Management-Bücher (siehe rechte Spalte). Aber dieses Buch macht mal eine Ausnahme.

Ich gebe zu, dass ich Christoph Schlingensiefs Arbeiten eigentlich nicht sonderlich viel abgewinnen kann. Ich habe immer das Gefühl, er ist irgendwann mal in eine „Schublade“ gerutscht und versucht nun, der Erwartungshaltung zu entsprechen. Ohne Zweifel ist er aber ein extrem netter, intelligenter und eloquenter Mensch. Ich habe ihn 1992 mal in Dortmund im Kino „Camera“ erlebt, als er seinen Film „Terror 2000“ vorgestellt hat.

Christoph Schlingensief ist 2008 an Lungenkrebs erkrankt. Ihm wurde ein Lungenflügen entfernt. Im Dezember 2008 wurden auch im verbleibenden Lugenflügen Metastasen entdeckt.

Während seiner Erkrankung hat er Monologe aufgenommen (sein Tagebuch) und diese nun in Buchform veröffentlicht. Als ich davon hörte dachte ich, er wolle, wie damals Andy Kaufman), seinen Tod in die Inszenierung seiner Arbeiten mit aufnehmen. Aber das stimmt zum Glück nicht. Christoph Schlingensief hat sich zum Ziel gesetzt, noch mindestens 35 Mal Weihnachten zu feiern.

Herausgekommen ist ein wirklich wunderbares Buch über ein ganz und gar nicht wunderbares Thema:

Man sollte es nicht in der Bahn lesen, es sei denn, mal heult gerne öffentlich…


300 Neonazis überfallen in Dortmund DBG Kundgebung zum 1. Mai

Ich komme gerade aus der Dortmunder Innenstadt. Eigentlich wollte ich nur gemütlich über das Weinfest schlendern und ein wenig essen. Der Ostenhellweg (ab Höhe Alex) war abgesperrt und voller Polizeifahrzeuge. Erst dachte ich, dass sei deren Sammelplatz.

Was passiert ist:
Rund 300 Neonazis haben sich vor dem Dortmunder Hauptbahnhof getroffen und wollten angeblich nach Siegen zu einer Veranstaltung fahren. Statt dessen sind sie in die Stadt gestürmt und haben die Kundgebung angegriffen. Aktuell hat die Polizei rund 200 Nazis eingekesselt, die werden nun abtransportiert.

Die Polizei konnte den Überfall laut einiger Aussage nicht verhindern, da nicht genug Personal vor Ort war. Klar, im letzten Jahr gab es hier in DO auch schon eine Neonazi-Veranstaltung. Die Faschos sind hier eh‘ recht aktiv. Vor diesem Hintergrund ist es für mich absolut unerständlich, dass hier keine größeren Vorkehrungen betrofen wurden.

Ich bin geschockt. Dortmund hatte schon im 3. Reich eine unrühmliche Rolle. So wurden im April (knapp 3 Wochen vor der Kapitulation der Wehrmacht) noch 300 Menschen im Rombergpark ermordet. Mir ist ja auch irgendwie nicht klar, wie es in einer Stadt in der jeder 2. Nachname auf -ky endet (wg. polnischer Vorfahren) Rassismus geben kann.

Dieser Überfall in dieser Größenordnung ist schon sehr außergewöhnlich und beängstigend. So langsam sollten man den Faschos klar machen, dass ihnen die Straße nicht gehört.

Anfang der 90’er hatten wir Lichterketten gegen Rechts. Dezember 1992 kamen >8000 Leute in Düsseldorf zur Lichterkette.
Bei „Arsch huh, Zäng ussenander“ kamen 100.000 auf den Chlodwigplatz.

Vielleicht würe heute ein guter Tag für eine Lichterkette in Dortmund