Archiv für den Monat: Dezember 2006

Hmm, also Herr Meisner …

… sie möchten in der Schule keine „multireligiösen“ Feiern.

Wenn man sie richtig zitiert, sagen sie:

Was ein Problem ist, sind Feiern, wo alle gleichzeitig beten, jeder zu seinem Gott

Na ja, also sie sind in solchen Sachen sicherlich bewanderter als ich. Aber zumindest Christen, Juden und Moslems beten zu dem gleichen Gott. Das mag Ihnen im Trubel der Weihnachtsvorbereitungen vielleicht einfach entgangen sein …

Aber wahrscheinlich meinten Sie ja was anderes. Vielleicht sind Sie ja auch nur sauer, weil ihr Chef Benedikt unlängst in einer Moschee gebetet hat. Haben Sie ihm das auch verboten? Wobei, geht wahrscheinlich gar nicht.

Projektvorschlag für die Telekom

Sehr geehrter Herr Obermann,

ich finde die Zitate der letzten Tagen sehr gut. Ich denke es ist sehr wichtig, dass sich die Telekom auf den Service konzentriert. Es macht aus meiner Sicht im Internet keinen Sinn, sich über den Preis zu differenzieren. Gerade im Internet wird man seine Ware ansonsten früher oder später verschenken müssen.

Nicht zuletzt auf Grund meiner Erfahrungen der letzten Tage habe ich einen Projektvorschlag/Verbesserungsvorschlag mit dem sie auf einfachste Weise die Kundenzufriedenheit massiv erhöhen können (zumindest glaube ich das): Telekomweite Verzahnung des Supports

Ausgangslage:
Kunden haben verschiedenen Produkte (T-Mobil, T-Com, T-Online).Bei einigen Produkten wie T-One sind diese Bestandteile starkt verzahnt. Trotzdem muss man sich bei Beschwerden an bestimmte Bereiche wenden. Und selbst das funktioniert nicht immer. Ich musste z.B. bei einem Problem (welches übrigens immer noch nicht gelöst wurde) 5 verschiedene Telefonnummer anrufen. Teilweise konnte man mich nich nicht mal weiterverbinden sondern gab mir nur eine weitere Telefonnummer durch. Die neuen Ansprechpartner kannten dann leider die Historie des Problems nicht.

Lösung:
Es sollte ein konzernübergreifendes Helpdesksystem für Privatkunden geben. Zumindest laut den verschiedenen Hotline-Mitarbeitern scheint es das momentan nicht vorhanden zu sein. Mir wurde immer gesagt, man könne nicht sehen, was beim anderen Konzernteil gerade passiere.

Es würde dann in Zukunft so aussehen: Ich habe ein Problem und rufe eine Nummer an. Der Mitarbeiter erzeugt ein Ticket und nimmt das Problem auf. Falls man bei T-Com anruft und das Problem innerhalb der T-Online liegt, wird dieses Ticket an die T-Online weitergeleitet. Vielleichtg müssen auch mehrere Konzernteile daran arbeiten. Auch das lässt sich darüber erledigen. Sämtliche Kundenaktionen – egal bei welchem Konzernteil – werden in diesem Ticketsystem erfasst. Es existiert darüber hinaus ein automatisierter Workflow. Ein Ticket muss erst auf erledigt gesetzt werden und dies durch den Kunden bestätigt werden bevor es geschlossen wird. Ist ein Ticket nach 2 Wochen nicht geschlossen, wird es an eine besondere Abteilung geleitet, welche sich der harten Fälle annimmt. Wenn ein Ticket 4 Wochen lang nicht geschlossen wurde, wird es an Sie persönlich (oder einen anderen Vorstand) weitergeleitet – das ermöglicht Ihnen, direkt den Erfolg zu sehen. BTW: Ich habe gelesen, dass Sie Beschwerdebriefe von Kunden lesen, dass finde ich klasse.

Technologisch müsste man für diese Lösung vermutlich verschiedenen vorhandene Helpdesksysteme koppeln. Das ist aber nicht unmöglich. Die OSSJ Initiative beispielsweise hat entsprechende Lösungen parat.

Positivbeispiel aus einer anderen Firma:
IBM hatte vor vielen Jahren das gleiche Problem. Die Geschäftskunden wussten nicht mehr, wer für was ihr Ansprechpartner ist. Die Lösung: Bei IBM gibt es nun genau eine Nummer, „Hallo IBM“ unter 01803 31 32 33. Egal was ich habe, dort rufe ich zuerst an. Ok, das klappt manchmal auch nicht 100%, ist aber eigentlich ein super Weg.

Das Bond Handy

Zuerst: Der neue Bond ist klasse. Alleine schon der Anfang hat was. Lieblingszitat: „Gott, wie vermisse ich den kalten Krieg“

Was mir aufgefallen ist: Zufällig habe ich mir vor ein paar Wochen das Bond-Handy gekauft. Aber mein Handy scheint kaputt zu sein. Bond nutzt das Handy als Navi. Ich kann aber bei mir GPS gar nicht aktivieren. Auch scrollen die Menüs bei mir viel langsamer als im Film.

Ich werde gleich mal in den Laden gehen und es reklamieren. Mal schauen, wie die Verkäufer reagieren…

Mein Projekt: Ruby On Rails

Ruby on Rails ist ein Framework welches auf der objektorientierten Sprache Ruby (und php) basiert. Die Installation unter ubuntu-Linux war ziemlich simpel: apt-get install ruby rails
Bei der Anbindung von Apache2 an ruby bin ich ein wenig über die Rechtevergabe gestolpert. Aber im Prinzip klappt das auch. Da rails aber seinen eigenen in ruby geschriebenen Web-Server mitbringt, braucht man das eh‘ nicht zum Spielen.

Erste Erfahrungen mit Ruby
Sich eine neue Programmiersprache anzuschauen ist – finde ich zumindest – meistens nicht sonderlich aufregend. Die Zahl der möglichen Konzepte ist nun mal begrenzt und die meisten Sachen hat man irgendwo schon mal gesehen. Ruby Fans weisen darauf hin, dass alles Objekte sind. So ist die 12 ein Objekt der Klasse Integer und kennt z.B., die Methode to_s welche die Zahl 12 in den String „12“ umwandelt: 12.to_s. Oder 12.upto(100) zählt von 12 bis 100. Schön.
Es gibt jedoch andere Sprachen, die dies ebenfalls so weit wie möglich durchziehen.

Prinzipiell ist es meistens Geschmackssache, welche Programmiersprache einem persönlich gefällt. Ich finde z.B, BETA immer noch super.

Besonderheit von Ruby:
Eine Programmiersprache muss einen Spagat machen. Auf der einen Seite soll ein Experte so schnell wie möglich entwickeln können. Das führt z.B. zu Sprachen wie APL – Sourcecode den unbeteiligte Beobachter zu 100% nicht verstehen … Auf der anderen Seite sollte der Code gut lesbar sein um Wartung und Entwicklung im Team zu vereinfachen. Und schließlich hat jeder Entwickler unterschiedliche Herangehensweisen an ein Problem. Gerade zum Beispiel Perl ist dafür berühmt, dass 4 Entwickler ein Problem auf 6 verschiedene Arten mit Perl lösen würden.

Ruby versucht es scheinbar allen Recht zu machen. Die Syntax ist, na sagen wir, sehr flexibel.
Eine Schleife, die von 0 bis 9 zählt, kann so aussehen:
10.times do
|i|
puts i
end

Es geht aber auch so:
10.times { |i| puts i }

Oder so:
10.times {
|i|;
puts i;
}

Ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Klar, so mich als einzelnen Hacker ist das nett. Kann ich doch die Syntax so schreiben, wie ich es schöner finde. Für die Arbeit im Team ist es aber u.U. nicht so schlau.

Wie auch immer, eigentlich ist die Sprache ganz nett. Hier ein Beispiel (Primzahlensieb):

# Parameter n: wie hoch wollen wir Primzahlen finde
n = 1000
# Liste mit allen 2-n aufbauen Zahlen aufbauen
a = (2..n).to_a
# Jetzt das Sieb: Für alle Zahlen von 2 bis zur Wurzel von n
# Entfernen wir die Vielfachen der Zahl aus der Liste, da
# diese keine Primzahlen sind
(2..Math.sqrt(n)).each{|n|
a = a.delete_if{|i| i % n == 0 and i > n }
}
# Ausgabe
a.each {|n|
puts „prim:“+n.to_s
}

Hübsch kurz und trotzdem noch einigermaßen verständlich (i%n gibt den Rest der Division von i/n an. Ist der Rest 0 und i größer als n, ist i also ein ganzzahliges Vielfaches von n – delete_if löscht alles aus der Liste welches dem Ausdruck entspricht).

Mein Projekt: Server aufsetzen

Wie schon beschrieben, nutze ich die Zeit und spiele mit für mich neuen Dingen herum.

Spielzeug 1: Ubuntu Linux
Ich bin schon immer Nutzer von SuSE Linux gewesen (SuSE 95 – oder wie das damals hieß). Ich fand Linux schon klasse, als meine Kollegen BSD bevorzugten (Kleiner Einschub: irgendwann setzen wir wir testweise Linux-Server auf. Tage später kam es zu einem Stromausfall. Die BSD Server: fuhren einfach wieder hoch. Die Linux Server:Blieben im Filecheck hängen …).

Ich möchte mir ein Systen einrichten, mit dem ich Ruby und Co. testen kann. Aber gut, wenn in der c’t schon mal eine DVD mit Ubuntu liegt, warum nicht.

Das Ergebnis war schockierend! Das ist doch kein Unix mehr. Unix ist etwas für echte Kerle. Unix will bezwungen werden. Aber das hier…
Ubuntu war auf meinem 3 Jahre altem Toshiba-Laptop in 30 Minuten installiert. Und das inklusive WLAN Unterstützung! Ich sage beser nichts, wie lang ich dafür unter OpenSuse gebraucht habe. Selbst der Ruhezustand funktionierte sofort. Na gut, aber die Sondertasten (Bildschirmhelligkeit, Lautstärke etc.), die werden nicht ohne weitere Installation funktionieren. Pustekuchen: Auch das wurde bei der Installation erkannt und offenbar richtig eingebunden.

Ich musste nichts mehr einrichten, anders konfigurieren oder verbessern. Alles lief wunderbar ohne Probleme. Sowas ist mir in über 10 Jahren Linux nicht untergekommen. Ich bin (positiv) entsetzt. Linux ist im Mainstream angekommen. Gibt es noch einen Grund, auf Bürorechnern Windows Vista zu installieren? Eher nein.

Über Spielzeug 2 schreibe ich morgen. Vorweg: von 0 auf eine funktionierende Ruby On Rails Umgebung braucht man ca. 20 Minuten (wenn man nicht – wie ich – Unfug mit den Dateirechten treibt.

Eine Stelle – 20 Ausschreibungen

Als freier Berater suche ich ja momenten ein neues Projekt. Da das Jahr bald zuende ist, bin ich nicht gerade mit Feuereifer bei der Sache, sondern überfliege die Angebote.

Was dabei auffällt: Wenn eine große Firma Stellen zu vergeben hat, findet man die Ausschreibung gleich duzendfach im Internet. 10 Projektvermittler versuchen genau eine Stelle zu besetzten. Für mich als Berater baut sich dadurch eine doppelte Hürde auf: Ich muss nicht nur den Projektvermittler überzeugen. Ich muss aber schauen, dass ich den Projektbermittler finde, der mit der höchsten Wahrscheinlichkeit beim Kunden ankommen wird…