Guerilla Projektmanagement

IT Projekte und Zeuch

Projekte abschießen

In einer früheren Firma gab es eine klare Regel: Man darf ein Projekt einmal aus Zeitgründen ablehnen – nämlich vorm Projektstart. Wer eine Aufgabe übernimmt und später feststellt, dass er die Aufgabe nicht schafft hat Pech gehabt.

Klingt nach einer einfachen Regel, wird aber sehr selten befolgt. Tatsächlich gibt es oft viele gute Gründe, ein Projekt erst gar nicht zu starten. Wir alle kennen die Schrotflinten-Manager die neue Projekte im minutentakt durch die Gänge schießen. Nach einer Stunde haben sie ihre Ideen zwar schon wieder vergessen, aber duzende Projektleiter sind dafür die nächsten Wochen beschäftigt.

Oft sind wir Projektleiter selber Schuld. Wenn ein Projekt ansteht sollte man nicht sofort loslaufen, sondern erstmal näher hinschauen:
– Was bringt das Projekt? Ist es inhaltlich wirklich sinnvoll, oder steht das Ergebnis in keinem Verhältnis zum Aufwand
– Gefährdet das Projekt bereits laufende Projekte?
– Ist der Projektauftrag wirklich klar, oder muss man erstmal einen Schritt zurück gehen?
– Gibt es vielleicht jemanden, der für das Projekt besser geeignet ist?

Vorsicht Falle: Es gibt viele gute Gründe ein Projekt nicht zu starten. Es gibt viele Argumente, die ein Manager versteht. Aber niemals sollte man versuchen ein Projekt mit Begründungen wie „ich habe schon soviel zu tun“ ablehnen. Das fällt in die Kategorie „Rumjammern“ und wird von keinem Auftraggeber der Welt akzeptiert.

Aber ist mein Auftraggeber nicht sauer, wenn ich ein Projekt nicht annehme? Höchstens kurzfristig. Es geht ja nicht darum, sich nur die Rosinenprojekte herauszupicken. Auftraggeber wollen Ergebnisse sehen. Und eine valide Begründung, warum ein Projekt vielleicht nochmal überdacht werden muss, kann ein Ergebnis sein.

Aber der Auftraggeber hat sich doch bestimmt bei dem Projekt etwas gedacht, das kann man doch nicht einfach so abschießen, oder? Tja, 70% aller Projekte fangen ja so an: Der Vorstandsvorsitzende Meier sagt im Meeting im Nebensatz etwas wie „das müsste man ja vielleicht bei Gelegenheit mal angehen“. Der Bereichsleiter Müller nicht das auf und gibt es an den Abteilungsleiter Schmidt weiter „Ich habe da ein wichtiges Vorstandsprojekt“. Schmidt greift sich einen Teamleiter „Der Vorstand will da was, ich weiß aber nicht so genau, was der sich darunter vorstellt“. Wenn nach einem Jahr das Ergebnis in 10 Minuten beim Vorstand vorgestellt wird, hat Meier schon komplett vergessen, das er das mal vorgeschlagen hatte.

Guerilla-Projekt-Regel: 70% aller Projekte sind nicht notwendig und gefährden die wichtigen 30%.

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