10 Mio. Euro Tipp für Auftraggeber

Und hier der Tipp für alle Auftraggeber die viel Geld und Zeit sparen wollen:

Tipp: Lass niemals mehrere Dienstleister/Firmen als Team zusammen an einer Aufgabe arbeiten.

Weil: Die beiden Dienstleister sind ihrem Auftraggeber gegenüber loyal, stehen aber untereinander in Konkurrenz. Dies wird leider oft übersehen, schließlich sieht der Auftaggeber ja nur die „nette“ Seite des Dienstleisters. Es besteht aber immer die Gefahr, dass mindestens einer der Dienstleister versucht, die Aufgabe an sich zu ziehen, indem man z.B. die Konkurrenz schlecht macht. Auch wird kaum ein Dienstleister die Ideen des anderen Dienstleisters wirklich gut finden. Das würde ja nur zeigen, dass man selber schlechter ist, als die andere Firma.

Dies ist aus Dienstleistersicht auch nur verständlich. Jeder Accountmanager wird den Berater vor Ort anhalten, möglichst viele Projekte in die eigene Firma zu ziehen. Und natürlich hat jede Firma dafür ihre eigenen Methoden – die mehr oder weniger sauber sind.

Eine echte Zusammenarbeit ist auf Grund der unterschiedlichen Interessen fast nicht machbar. Das ist ungefähr so, als würden sich zwei Menschen in die gleiche Person verlieben und die Person der Begierde sagt, macht das mal unter euch aus und entscheidet, wer für mich richtig ist. Ok, eine gute Ausgangslage für einen Spielfilm. Aber würde wirklich eine Person sagen „Ach, also wenn es es mir so überlege bin ich als Partner nicht Ideal, ich lasse dir den Vortritt“? Ähm, wohl eher nicht …

Nur, diese Grabenkämpfe kosten unglaublich viel Zeit und Geld. Am Ende liegt das Projekt in Trümmern (und Lauren Bacall zieht mit dem Milchmann los).

Die andere, nicht weniger dramatische Gefahr: Die Dienstleister verbrüdern sich (gewollt oder ungewollt) und blähen das Projekt unnötig auf um die Auftragssumme maximal zu erhöhen.

Wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt:
– Ein interner Mitarbeiter sollte die Führung haben und die Dienstleister sehr eng führen.
– Wenn das nicht geht: Einer der Dienstleister sollte die Führung übernehmen, aber auch das ist schon extrem gefährlich.

Ich habe solche Konstellationen nun schon mehrfach in verschiedenen Rollen erleben dürfen. Es ist zwar lustig anzuschauen, aber niemals hat es zu Ergebnissen geführt …

3 Gedanken zu „10 Mio. Euro Tipp für Auftraggeber

  1. Nicolas Kübler

    Nunja ich glaube du warst selbst einer der Dienstleister, wenn da auf einmal „Konkurrenz“ in einem Projekt hast, dann ist das sicherlich nicht toll.

    Ich habe so einen Fall auch schon mal gesehen, allerdings waren da die beiden Externen selbstständig und die Gebiete wurden klar durch den Auftraggeber abgegrenzt und das Budget war von Anfang an terminiert. Somit ging die Zusammenarbeit reibungslos. Allerdings ist so etwas eher selten.

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  2. Thilde

    Ich habe gute Erfahrungen mti folgendem Konstrukt gemacht:

    Setze einen grossen Gewerknehmer an die „Massenarbeiten“, also grosse Konzeptions- und Programmieraufgaben. Oder wenn es mehrere grosse Teilprojekte gibt, dürfen es auch mehrere sein. Und setze einen (gerne kleinen) Gewerknehmer in die Querschnittsfunktionen, also Schnittstellen, Qualitätsmanagement, Testkoordination, Release Management, Reporting, „Schatten-Projektleitung“. So können die Grossen nicht ungestraft viel Unsinn anstellen. Und die kleinen kontrolliert man selber. ;-)

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  3. Andreas

    Nach meiner Erfahrung gibt es verstärkt bei den Dienstleistern interne und externe Grabenkämpfe, die intern, z.B. aufgrund ihrer Größe, Konzernstrukturen besitzen.

    Es schadet auch nichts, vor der Auftragsvergabe nachzuforschen, ob die betreffenden Dienstleister vorher schon erfolgreich (im Sinne des Kunden) zusammengearbeitet haben. Nicht alle Dienstleister, die „gut miteinander können“, verbrüdern sich gegen den Kunden, sondern können vielleicht gerade deswegen, weil sie sich schon kennen, besonders effizient zusammenarbeiten.

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