Archiv für den Monat: Juni 2010

Ein Schuss, zwei Treffer

Frau Merkel hat ja bekanntermaßen in Bezug auf Machterhaltung viel von Helmut Kohl gelernt. Wie Kohl räumt sie potentielle Anwärter auf ihren Posten rechtzeitig aus dem Weg.

Mit der Nominierung des Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten hat sie gleich zwei Personen auf einmal politisch besiegt.

Zuerst kam Frau von der Leyen ins Gespräch. Die bekam ihr Grinsen schon gar nicht mehr aus dem Gesicht und hätte die schnellste politische Karriere in der Geschichte der deutschen Politik hingelegt. Man darf nicht vergessen, dass die Frau erst seit knapp 10 Jahren in der Politik ist. Und von 0 auf Bundespräsident in 10 Jahren ist schon mal nicht schlecht. Sie hätte Merkel durchaus gefährlich werden können. Auf der anderen Seite war klar, dass Zensursula in der FDP nicht nur Freunde hat.
Durch diese Norminierungsposse ist sie aber erstmal gründlich beschädigt worden.

Wulff war auch ein potentieller Kanzlerkandidat. Entsprechend ist es aus Merkels Sicht nur logisch, ihn wegzuloben.

2 politische Gegner in nur einer Woche kalt gestellt – das muss man erstmal schaffen.

SPD und Grüne haben aber mit Gauck nun einen echten Joker aus dem Hut gezaubert. Er hätte genau so gut ein Kandidat von CDU&CSU sein können und ist bei Teilen der CDU und FDP in Ostdeutschland vermutlich beliebter als Wulff.

Ich persönlich finde, dass er z.B. in den Tagesthemen einen echt guten Eindruck als zukünftiger Bundespräsident gemacht hat (http://www.youtube.com/watch?v=cL9wLMEXkuQ)

Das ist natürlich jetzt der GAU für Frau Merkel. Sehr wahrscheinlich wird Wulff gewählt werden (wie Gauck so schön sagt, er könne rechnen), aber alleine die Diskussion um „ihren“ Kandidaten schadet ihr.

Das ist die große Gefahr bei Machtpolitikern. Solange alle Angst vor einem haben ist die Welt in Ordnung. Aber hinter jeder Ecke wartet jemand mit einem Messer. Das musste Kohl erleben, der nicht zuletzt von „seinem Mädchen“ Merkel vom Thron gestoßen wurden. Und wenn genug Leute aus FDP und Ost-CDU sich zusammentun, kann die Wahl eine unangenehme Überraschung für Merkel bereit halten. Ich rechne zwar auch mit einem Sieg von Wulff, aber es wird knapp werden und Merkels Macht wird bröckeln.

iPad und taz

Jajajaja, ich habe mir trotz anfänglicher Zweifel das iPad gekauft und bin absolut begeistert.

Allerdings hatte ich mir vorgestellt, morgens auch die taz auf dem iPad lesen zu können. Die gute Nachricht: Die taz gibt es im epub Format. Nur, wie bekommt man das dann in iBook?

Klar, es ginge über iTunes. Aber das ist doof. Ich will doch nach dem Aufstehen nicht erst synchronisieren müssen. Per Mail geht auch nicht, weil die Datei nicht von iBooks geöffnet werden kann.

Zum Glück gibt es jetzt eine Lösung: Stanza.

Stanza war schon als E-Book App auf dem iPhone erfolgreich. jetzt gibt es Stanza als kostenlose Universal-App auch für das iPad. Und bei Stanza kann man bel. Quellen – also auch den taz Server – angeben.

Damit sind alle meine Zeitschriften auf dem iPad:
Spiegel – check
Brand eins – check
taz – check

Sehr schön.