Guerilla Projektmanagement

IT Projekte und Zeuch

Wider dem Aktionismus

„Guten Tag lieber Guerilla-PM. Schön, dass Sie uns bei dem Projekt unterstützen wollen.“
„Gerne“
„Sagen Sie, angenommen, wir würden Sie jetzt nehmen. Was machen Sie zuerst.“
„Nun, ich lerne natürlich erstmal das Team kennen, schaue mir die Aufgabe an und sammel so viel Informationen wie möglich“
„Ja ja, aber wir haben ja echt riesige Probleme und müssen das Projekt dringend aufräumen bevor es scheitert. Was sind also ihre ersten Aktionen“
„Meine erste Aktion ist, dass ich mir einige Zeit lang anschaue, wie im Projekt gearbeitet wird“
„Was? Nein, Sie müssen doch sofort tätig werden. Wir haben doch keine Zeit!!!“
„Nein, das werde ich leider nicht machen“
„Unfassbar. Sie wurden mir wärmsten empfohlen und jetzt muss ich mir so einen Unfug von Ihnen anhören“
„Und was glaube Sie, soll ich machen? Wie soll ich Sachen verbessern, wenn ich nicht weiß, was ich verbessern soll? Wie soll ich Schwachstellen ausräumen, wenn ich sie nicht sehen kann? Klar kann ich sofort irgendwelche Aktionen aus dem Beraterkasten rausholen. Aber wollen Sie Beratertheater, oder echte Hilfe?“
„Wie bitte?“

Ok, also nochmal etwas langsamer:
Aktuell scheint es Mode zu sein, Aktionismus massiv überzubewerten. Es kommt nicht auf das Ergebnis an, es kommt nicht auf gute Ideen an – es kommt auf Aktionen an. Neue Leute werden in Projekte geholt und diese Leute rauschen ohne auch nur ansatzweise etwas über die Historie zu kennen durch das Projekt durch und hinterlassen mehr Schaden als Nutzen.

Aber warum kommt man damit durch? Warum wird so ein sinnfreier Aktionismus nicht bestraft? Ganz einfach. Aktionismus = Sichtbarkeit. Später wird man hören „Ja, wir haben 2 Jahre Verzug. Aber ohne das mutige Eingreifen des Herrn XY wären es vermutlich 5 Jahre geworden“. Vielleicht. Vielleicht aber auch nur 6 Monate …

One thought on “Wider dem Aktionismus

  • Andreas F. sagt:

    Scheint ein Fall von „Dienstleister versteht den Kunden nicht“ zu sein. :-)

    Zitat von oben: „Sie müssen sofort tätig werden …“ „Nein, das werde ich nicht…“

    Kunde sucht eine „schnelle“ Lösung, Dienstleister kommuniziert eine „gründliche“ (langsame) Lösung.

    Wenn aber Du dem Kunden eine „schnellstmögliche“ (gute) Lösung durch Deine Herangehensweise versprichst, fühlt er sein Bedürfnis verstanden.

    Grüsse. :-)

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