Archiv der Kategorie: Laufen, Marathonvorbereitung

Der Unterschied zwischen Männer und Frauen: Ärzte

Man sagt ja weiblichen Ärzten eine gewissen Härte nach. So nach dem Motto „Ich habe 3 Kinder bekommen, jetzt jammern Sie hier nicht wegen dieser kleinen Wurzelbehandlung ohne Betäubung herum – nächste Woche habe ich auch wieder Schmerzmittel“.

Vor ein paar Monaten hatte ein ein schönes Beispiel für dieses Vorurtel erleben dürfen.

Ich musste eine Kniespiegelung machen lassen. Eigentlich wollte ich das nicht, aber nachdem 3 Ärzte mir das empfohlen haben, sagte ich doch zu.

Nach der OP kam der Arzt in mein Zimmer um mir das Ergebnis zu sagen. Ich stand noch unter der Wirkung der Narkose und war daher sehr gut gelaunt. Er war sehr diplomatisch und vorsichtig – ich war gut drauf. Das Gespräch verlief also so:

Ich: „Hey! Sie sehen aus wir mein Doktor!“
Er: „Guten Morgen. Ich habe Sie operiert. Und leider sah das alles nicht wirklich gut aus“
Ich: „Ja ja“ (hüpfe auf Krücken in meinem Zimmer herum)
Er: „Also Ihre Kniescheibe ist jetzt nur noch halb zu dick wie vorher. Wir haben auch sehr viele Splitter entfernt“
Ich: „Cool! Ah ja, bevor ich es vergesse, wann kann ich wieder Marathon laufen?“
Er: „Also das wird wohl nie wieder etwas“
Ich: „Ach ja, ist dann so“
Er: „Ja, mit Glück können Sie noch 30 Minuten laufen.“
Ich: „Hihi, das reicht nie für 42Km“
Er: „Ich weiß, dass ist jetzt hart. Wenn man etwas nicht mehr darf merkt man erst, wie sehr es einem fehlt“
Ich: „jaja“
Er: „Aber wenn Sie sich Hilfe suchen werden Sie mit etwas Glück vielleicht auch schmerzfrei sein können“
Ich: „Schmerzen? Ach was“ (schrieb ich schon, dass Vollnarkose klasse sind)“.

Langer Rede kurzer Sinn. Er hat bestimmt 10 Minuten versucht, mit sehr schonend und vorsichtig beizubringen, dass das Ergebnis der Kniespiegelung nicht gerade gut war.

Einen Tag später. Ich gehe zur Kniesprechstunde der Klinik um mir den Verband abnehmen zu lassen. Die Ärztin (die auch die Erstaufnahme gemacht hat) sieht auf den Befund, schaut kam von ihren Unterlagen auf uns sagt
„Wow, da hat’s Ihr Knie aber ganz schön zerbröselt!“

Frauen sind einfach härter …

Projekt 6

Ich habe ein neues Projekt – allerdings ein internes…

Wenn man viel läuft, benötigt man viel Energie. Daher besteht meine Ernährung aus vielen Kohlenhydraten. Außerdem läuft man ja auch, um ohne schlechtes Gewissen die tägliche Tafel Schokolade zu essen.

Preisfrage: Was passiert, wenn man den Sport komplett einstellt, aber genauso weiter frisst wie vorher?
Richtig! Man nimmt in erstaunlich schneller Zeit erstaunlich viel zu.

Das muss sich ändern.

Der Wiedereinstieg ins Laufen ist gar nicht so einfach. Ich lief vorher rund 50Km/Woche. Daher ist es extrem frustrierend, wenn man losläuft und nach 40 Minuten schon das Gefühl hat, es könnte jetzt reichen. Die Puls/GPS-Uhr scheint auch nach der langen Lagerung defekt zu sein. So langsam war ich noch nie unterwegs. Ich bin locker 1Min/Km langsamer, als „normal“ – und das ist echt viel.

Der Trick – und jetzt schlagen wir elegant die Brücke zum Projektmanagement – liegt einfach darin, vor Zieldefinition und Plan erstmal die Ist-Situation zu analysieren. Die letzten Wochen vor einem Marathon musste ich bislang eher aufpassen, nicht zuviel abzunehmen. Aber da war die Ausgangslage ganz anders.

Ich habe das schon öfter geschrieben: Bevor man den Weg definiert, muss man schauen, wo man startet.

Also, sehen wir den Tatsachen ins Auge: ich bin fett und unsportlich geworden. Da muss ich wohl langsam starten.

Egal. mein Ziel: 6 Kg in 4 Monaten. Ziel 2: 77Kg zum Berlin-Marathon.

Mini-Rucksack beim Ruhrmarathon

Argh …
Der Ruhrmarathon findet nun schon bereits zum 5. Mal statt. Da sollte man doch meinen, dass sie es langsam können.

Wenn man einen Marathon läuft, funktioniert das normalerweise so: Wenn man die Startunterlagen abholt, erhält man einen Kleiderbeutel (große Plastiktüte). Dort packt man die Sachen rein, die man nach dem Rennen braucht. Also: Duschzeug, neue Klamotten, neue Schuhe evtl. Prepaidhandy usw. usw.

Karstadt (Sponsor des Marathon) muss offenbar sparen. Als Kleiderbeutel gab es einen Rucksack. Dieser Rucksack ist so extrem winzig, dass man so eben Hose, Pullover und Handtuch hineinbekommt. Auf Schuhe habe ich diesmal dann verzichtet.

Also für alle, die heute ihre Startunterlagen abholen: Kleines Gepäck ist angesagt.

Henry Wanyoike beim Ruhrmarathon 2008

Am 18.05.08 ist der 5. Ruhrmarathon. Dieses Jahr kann man dort nicht nur mir zujubeln – natürlich bin ich wieder dabei. Aber:

Henry Wanyoike ist ebenfalls an Start. Wanyoike (http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2007/1119/vollbrecht_wanyoike.jsp) zählt als bester blinder Marathonläufer.

Der Mann ist einfach unglaublich. Blinde Läufer sind mit einem Band mit ihrem „Führungsläufer“ verbunden. Wanyoike so so dermaßen schnell, dass er regelmäßig seine total erschöpften Begleitläufer an der Ziellienie hinter sich hier ziehen muss.

Er wurde vor 13 Jahren (bis 20 Jahren) plötzlich über Nacht blind. Ich glaube, viele andere wären an diesem Schicksal zerbochen. Wanyoike aber wird zum schnellsten blinden Läufer.

Andreas Niedrig (Iron-Man – sein Werdegang, vom Junkie zum Iron-Man läuft gerade im Kino) wird übrig als Pace-Maker (für 3:30) mit dabei sein.

Hausmittel

Hausmittel gegen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden:

– Gurgeln mit Salbeitee
– 1 Teelöffel Salz auf ein Glas heißes Wasser, gurgeln
– Salbeibonbons
– Heiße Milch mit Honig

Mein Arzt sagt, ich hätte es bald hinter mir. Aber ich würde gerne einfach wieder schlafen …

Kennt jemand noch einen Tipp? Bitte nicht die Sache mit den Zwiebeln und dem Zucker, das ist eklig.

Tja, ist es nicht seltsam, wie wir „echten Männer“ uns bei solchen Krankheiten verhalten? Angeblich wirken wir auf Frauen ja darum so weinerlich, weil Frauen 9-mal mehr Schmerzen ertragen können. Das kann es aber nicht sein.

Wir Jungs trennen ja klar zwischen den unerträglichen Schmerzen bei einer todbringenden Erkältung und den simplen physikalischen Schmerzen. Wenn man sich beim Handball-Spiel einen offenen Trümmerbruch im Wurfarm zuzieht, ist doch die erste Reaktion „Meinst Du, ich muss damit zum Arzt?“. Der Squash-Ball verwandelt das rechte Ohr in eine undefinierbare Maße? Kein Problem!

Ich glaube es liegt daran, dass man „physikalischen Schmerzen“ sehen und fühlen kann. Es ist ein „technisches Problem“ – und mit Technik kennen wir uns aus.

Aber wehe, wehe wenn es kleine, fiese Viren oder Bakterien sind. Dann wird selbst B.A. Baracus (Mr. T) zur Heulsuse.

Ich vermute, es liegt an der mangelnden Kontrolle. Wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger haue, ist das ein Vorgang, den ich verstehe. Falsch geziehlt, falsch getroffen, Strafe bekommen – alles klar.
Aber wenn mir plötzlich Schleim aus den Körperoffnungen austritt den ich da nicht reingetan habe, wenn meine (eh schon große Nase) plötzlich nicht mehr durch die Tür passt, wenn diese kleinen, unsichtbaren, bösen Viren meinen Körper zerfressen: Das kann man nicht kontrollieren. Den Hammer habe ich aus eigenem Antrieb in die Hand genommen. Die Viren habe ich aber nicht eingeladen.

Ich denke, das ist es. Jungs sind Kontrollfreaks. Entweder tief verborgen, oder sehr sichtbar. Aber sie wollen einfach die Kontrolle behalten. Darum wirft uns eine Erkältung immer so um. Neben den vordergründigen Krankheitssymptomen ist es die Schmach. Ich muss meinen Willen unsichtbaren, kleinen, Viren unterordnen. Das schmerzt.

So, und jetzt widme ich mich einem weiteren Hausmittel gegen Halsschmerzen:
Eine Packung Hagen-Dasz Baileys

Elton hat New York Marathon gefinished

Wie schon geschrieben, stehe ich ja der ganzen Sache extrem kritisch gegenüber.

Aber: Er hat es geschafft und ist mit 5:30 Stunden ins Ziel gekommen. Wenn man sich die Zwischenzeiten anschaut, ist er konsequent 40 Minuten auf 5 KM gelaufen (na gut, 8 Min/KM ist nicht zwingend „laufen“ …). Das zeigt die gute Arbeit seiner Berater. Die meisten Leute laufen ja viel zu schnell los und kassieren dafür später die Strafe.

Ich hätte damit gerechnet, dass er eher ins Ziel humpelt und nicht mehr läuft …

Gefährliche Projekte

Bei ca. 30% aller Projektvorhaben ist es sinnvoll, das Projekt erst gar nicht zu starten. Manchmal steht das erwartete Ergebnis in kleinem Verhältnis zum Risiko. Oft sind die Projekte auch einfach nur relativ schlecht durchdacht. In meiner Arbeit als freier Projektleiter habe ich schon das ein oder andere Projekt zu Beginn wieder beendet – auch auf die Gefahr hin, damit meinen eigenen Job wegzudiskutieren. Aber ich halte es für einen Teil meiner Beratungsleistung, vor solchen Projekten zu warnen. Meine Kunden haben es mir immer gedankt.

30% alle Projektvorhaben sind durchführbar, müssen aber neu geplant werden. Nur ca. 30% aller Projekte sind von Anfang an komplett umsetzbar.

Bleiben noch 10%. das sind die Projekte die unter die Überschrift „gefährlicher Unsinn“ fallen. Die Idee an sich ist zwar nicht schlecht. Aber im Zuge des Projektes wird soviel Schaden angerichtet, dass man das Projekt besser nicht gestartet hätte. Ein solches Projekt durfte ich gestern im Fernsehen bewundern.

„Showpraktikant“ Elton ist ein Sidekick der Stefan Raab Show TV-Total auf Pro7. Dieser Elton hat vor 3 Monaten eine Wette verloren und wird nun als Wetteinsatz den New-York Marathon laufen. Allerdings hat Elton keinerlei Erfahrung und dazu noch reichlich Übergewicht.

Gestern nun war Elton bei TV-Total und berichtete über seinen aktuellen Trainingszustand. Dieser ist: desolat. Laut seiner Webseite hat er bislang gerade mal 300Km hinter sich gebracht. Jetzt startet die heiße Phase. Mal schauen, wie es weiter geht.

Warum ich das sehr, sehr gefährlich finde: Elton hat natürlich eine extrem gute Unterstützung. Er arbeitet mit der Sporthochschule Köln zusammen und hat (laut der Webseite) u.a. Triathlet Lothar Leder als Trainer. Ich gehe davon aus, dass die es schon irgendwie schaffen werden, Elton nach New-York zu bringen. Aber was ist die Botschaft, die beim Zuschauer ankommt? „Hey, so ein Marathon kann man locker in 6 Monaten Training schaffe.“

Kann man nicht! Von 0 auf 42 Km benötigt man normalerweise 1-3 Jahre Vorbereitung um Sehnen und Gelenke an die Belastung zu gewöhnen (Ausdauer und Muskeln sind weniger das Problem). Außerdem muss sicher gestellt sein, dass keine unerkannten Erkrankungen – vor allem am Herz- vorliegen. Wir erinnern uns: Alleine beim Ruhrmarathon 2007 hat es 3 Todesopfer gegeben.

Ich bin der Meinung, dass durch eine solche dumme Berichterstattung wie gestern bei TV-Total die Gefahr besteht, dass nächstes Jahr noch mehr Leute umfallen. Man sollte zumindest darauf hinweisen, dass so eine Leistung (von 0 auf Marathon in 6 Monaten) nur mit massiver Betreuung möglich ist. Sollte es nicht klappten, werden Eltons Ärzte die Notbremse ziehen – diesen Vorteil haben wenige Freizeitsportler. Ich hoffe, es gibt nicht zu viele Nachahmer. Ok, ich muss mir auch an die eigene Nase fassen. Ich hatte meinen ersten Gesundheitscheck nach meinem ersten Marathon…

Laufbericht Ruhrmarathon

Gestern war es soweit. 20.000 Leute machten sich auf zum Start des Ruhrmarathon. Ca. 4.000 davon liefen die 42.195 KM – und ich war einer davon.

Vorbereitung

Über die Vorbereitung habe ich ja schon einiges geschrieben. Ich war eigentlich ganz zufrieden. Mir fehlten zwar einige Läufe, aber ich fühlte mich gut. Ich habe sogar mein „Wunschgewicht“ von 77Kg erreicht (und damit in der Vorbereitung 4 Kg abgenommen). Bedingt durch eine längere Laufpause war mein Ziel, einfach durchzukommen. Zielzeit sollte 4:30h sein.

VWKGJ (Vorwettkampfgejammer)
Ich fahre mit einem Laufkollegen zu Start. Wir sind müde und irgendwie noch nicht richtig bei der Sache. Jetzt 42Km? Ach, wir können doch auch die Hälfte laufen … Aber es gibt keine Ausreden mehr.

Der Lauf
Die ersten 10Km bin ich viel zu schnell unterwegs. Egal, ich fühle mich gut und die Zeit werde ich später eh‘ wieder verlieren. Die Strecke von Dortmund nach Essen ist nämlich extrem gemein. Die 10Km geht es Berg auf.
Nicht stark, aber stetig. Gerade die letzten 5 Km zum Ziel quer durch Essen machen einen fertig. Aber daran dachte ich noch nicht. Das Wetter ich tückisch. Es ist sehr, sehr drückend. Bereits nach 2 Km läuft mir der Schweiß in strömen.

Km 10-20 gehen ebenfalls locker von der Hand. Bei Km 5 steht meine Freundin zum ersten Mal an der Strecke. Die Strecke führt weiter von Dortmund nach Bochum. Hier sind reichlich Zuschauer an der Strecke eine super Stimmung verbreiten. Auch in Herne (Ende des Halbmarathons) macht es Spaß durch die Masse der Zuschauer angetrieben zu laufen. bei Km20 liegt leider ein Läufer am Boden. Sanitäter kümmern sich um ihn und machen Herzmassage. Aber dazu – leider – später mehr.

Km24: Dreck Dreck Dreck! Ich bekomme einen leichten Krampf im linken Oberschenkel. Woher kommt der denn jetzt? Jetzt schon? Sowas hatte ich noch nie! Durch die neuen Einlagen hat sich mein Laufstil ein wenig geändert. Vielleicht laufe ich etwas zu verkrampft. Es hilft nichts. Ich halte an und dehne mich. Danach geht es locker weiter. Ich fühle mich wieder besser und beschließe, alle 3-4 Km eine Dehnpause einzulegen.

Km 28: Der Marathon hat zwei Starts, einen in Dortmund und einen in Oberhausen. Bei Km 30 treffen die Strecken aufeinander. Viele Zuschauer feuern uns an – und schon laufe ich ein wenig schneller.

Km 30: Jetzt geht der Marathon erst los. Die ersten 30 Km sind Pillepalle. Aber ab Km 30 zeigt sich, ob man wirklich trainiert hat. Der Mann mit dem Hammer wartet hinter jeder Ecke und ist bereit zuzuschlagen. Er schlägt viel und häufig zu – aber zum Glück nicht bei mir. Mein Oberschenkel zwickt. Aber das habe ich im Griff. Bei Km 31 treffe ich wieder meine Freundin. Sie versorgt mich mit einem Kohlehydratgel (ekliges, klebriges Zeug – schmeckt wie Zahnpaste, hilft aber). Alle paar Kilometer gibt es jetzt irgendwelche Events. Samba-Bands, Trommler oder Gemeindefeste. Überall stehen viele Zuschauer und feuern die Läufer an. Da auf unseren Startnummern unsere Namen stehen, höre ich manchmal meinen Namen.

Km 35: Die Steigungen zwingen immer mehr Läufer zu Gehpausen. Ist ja auch albern, wenn man läuft – aber genau so langsam ist, wie die Geher daneben … Ich werfe mein zweites Kohlenhydratgel ein warte auf die Wirkung.

Km 38: Ich laufe um die Kurve, sehe die nächste Steigung und … gehe. Es ist weniger die körperliche Erschöpfung, als denn ein spontaner Frust der mich überfällt. Dem Mann mit dem Hammer bin ich davongelaufen. Aber jetzt könne ich mir ein paar Meter Pause. Ich hadere mit mir und der Strecke. Im Herbst suche ich mir einen Lauf ohne große Steigungen. Aber auf der anderen Seite ist das ja gerade der Spaß an der Sache. Man läuft ja gegen sich selber und versucht sich zu überwinden. Also weiter!

Kurz vor Km 40 treffe ich wieder auf meine Freundin. Ich könne mir die letzte Gehpause und wir plaudern ein wenig mit ihr. Mein Laufkollege ich 15 Minuten vor mir (und damit im Plan). Der Zehnkämpfer Frank Busemann liegt 30 Minuten vor mir, sah aber wohl richtig scheiße aus.

Die letzten 2 Km (Essen Rüttenscheid) sind der Hammer. Selbst jetzt noch stehen hier sehr viele Zuschauer und feuern die Läufer an. Ich fühle mich wieder besser. Krämpfe? Welche Krämpfe. 15 Minuten später als geplant laufe ich ins Ziel. Aber das ist mir in diesem Moment egal. Um eine vernünftige Zeit kümmer ich mich im Herbst. Ich bin angekommen und darum ging es mir!

Der Tag danach
Alles im grünen Bereich. Klar, ich spüre einen leichten Muskelkater. Aber meine Knie machen keine Beschwerden. Auch Treppen stellen keine besondere Herausforderung da.

Die dunkle Seite
Leider ist es fast schon üblich, dass jede größere Laufveranstaltung Todesoppfer zu beklagen hat. So auch hier. Ein Skater ist bereits kurz nach dem Start zusammengebrochen und verstorben. Ein weiterer 66 jähiger Läufer ist nach der Halbmarathonstrecke verstorben. Der Läufer an dem ich vorbeigelaufen bin konnte reanimiert werden, schwebt aber noch in Lebensgefahr. Ich hoffe, er schafft es. Ich kann natürlich nicht beurteilen, was die Ursachen waren. Aber ganz klar: Ein Marathon ist eine enorme Anstrengung für den Körper und muss daher genau vorbereitet sein. Dazu gehört in jedem Fall der regelmäßige Arztbesuch. Gerade das Herz-Kreislaufsystem leistet Höchstarbeit. Selbst eine lahme Ente wie ich habe zum Ende der Vorbereitung aktuelle einen Ruhepuls von 42.

Wenn ich dann sehe, dass Elton (der Showpraktikant von Stefan Raab) „mal eben“ in 6 Monaten von 0 auf New-York Marathon trainiert habe ich Sorge, dass viele Leute die Aufgabe überschätzen.

Trotzdem ein riesen Lob an die Veranstalter. Sie haben viel für die Gesundheit der Läufer unternommen. So fuhren mehrer Ärzte per Fahrrad auf der Strecke und schauten sich die Läufer an. An den Verpflegungspunkten gab es keinen Stau und genug Helfer. Das habe ich gerade auf den ersten Km schon anders erlebt. In Berlin z.B. klappte das zumindest beim Halbmarathon selten gut. Bei meinen Dehnpausen wurde ich immer kritisch von Anwesenden Helfern beobachtet. Anderes Beispiel: Bei Km 37,5 habe ich am Verpflegungstand einen Becher Wasser genommen, mich dann aber auf die andere Straßenseite begeben. Dort stand ein Betreuer der die Läufer mit Vornamen ansprach (stand ja auf der Startnummer) und alle angetrieben hat, ja Wasser zu trinken.

Fazit 1
Richtig lecker war das erste Bier am Sonntag Abend.

Fazit 2
Im Herbst, spätestens im nächsten Jahr laufe ich wieder. Dazwischen kommen einige 10Km und 21Km Läufe um endlich etwas schneller zu werden.

Nachtrag (15.05.):
Der Bericht im WDR Fernsehen endet mit der Nachricht über die Todesfälle. Im Abspann wird anschließend „Join me in Death“ von HIM gespielt. Klar, die Musik stand schon vorher fest. Aber ich habe das Gefühl, dass da ein Redakteur beim WDR Montag richtig Ärger bekommen hat …