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Die Apple Revolution die kaum jemand mitbekommt

Apple hat es mittlerweile geschafft, dass Produktvorstellungen der der Tagesschau erwähnt werden. Daher gehe ich einfach mal davon aus, jeder hat mitbekommen: Es gibt ein neues iPhone.

Wie oft, wenn Steve Jobs neue Produkt vorstellt, gab es ein „One more thing“. Dahinter verbirgt sich dann meist der absolute Knaller. Oder er spricht (gefühlt) Stunden lang von irgendwelche Zahlen um dann (einen hab‘ ich noch) mit dieser Ankündigung endlich das neue Produkt vorzustellen.

Bei der iPhone 4 Präsentation war das „one more thing“ Facetime – Apples Version der Videotelefonie. Nun, wenn ich telefonieren laufe ich oft durch die Gegend oder mache Hausarbeiten. Für mich ist das also eher nichts. Trotzdem ist es eine Revolution.

Die Technik hinter Facetime hat Apple noch nicht komplett veröffentlicht (will es aber machen). Vermutlich werden dabei Standards wie ENUM etc. genutzt werden.
Klar ist aber, Apple hat mit Facetime erstmalig die Verbindung zwischen Handy und VoIP fest in ein Telefon verbaut – und zwar so, dass man es nutzen will.

Ist das jetzt so ungewöhnlich? Hell, yes! Die Mobilfunkanbieter möchten (verständlicherweise) festlegen, welche Leistung was kostet. So sind MMS teurer als SMS und wer mal testweise per UMTS ein Videotelefonat geführt hat, war über die anschließende Rechnung doch erstaunt.
Facetime läuft aber aktuell per WLAN. Und es scheint, als würde das „normale“ Gespräch terminiert werden, wenn Facetime gestartet wird. Auch wenn es später mal kein WLAN braucht, wird es wohl eine reine Nutzung per Datentarif sein. Die
Grenze zwischen Sprachdaten und anderen Daten wird also aufgehoben!

Viele Anbieter verbieten ja explizit die Nutzung von VoIP in ihren Datentarifen. Das nicht ganz ohne Grund. Angenommen, ich hätte eine Telefon, in das (sagen wir mal) Skype perfekt integriert ist. Und ich hätte eine Datenrate (kostet aktuell rund 25 EUR für 5 GB). Dann würde das locker ausreichen, um sehr kostengünstig ausgehende Gespräche zu führen. Gerade die Auslandstarife von Skype sind im Vergleich zu den normalen Mobilfunktarifen ja sehr gut. Der Umsatz der Mobilfunanbieter würde also zurück gehen.

Es fehlt natürlich bei Skype (oder anderen VoIP Anbietern) die Verbindung zwischen der eigentlichen Mobilfunknummer und dem VoIP Dienst. Sprich: Ich muss auf meinem Handy mindestens zwei Applikationen laufen lassen: Das „normale Telefon“ mit der Mobilfunknummer und die VoIP Applikation (von Krücken mit kostenpflichtiger Weiterleitung mal abgesehen)

FaceTime aber ist genau diese Verbindung. Damit wurde die Brücke zwischen den Techniken geschlagen und – man kann es gar nicht oft genug sagen – die Grenze zwischen Sprachedaten und anderen Daten verwischt. Und ich denke, das ist erst der Anfang.

Wenn sich die Mobilfunkanbieter nicht schnell auf diese Situation einstellen, können sie sich warm anziehen…

2 thoughts on “Die Apple Revolution die kaum jemand mitbekommt

  • torsten sagt:

    Die Grenze zwischen Sprachdaten und anderen Daten ist breits aufgehoben. Es gibt bereits seit einiger Zeit für das iphone apps, die genau das schon
    können…. ich benutze seit einem halbem Jahr SIPGATE auf meinem Handy.
    Alle VOIP Gespräche laufen über WLAN und seit kurzem sogar über UMTS . Mit einer Europaflatrate (8,90Eur/Monat) sind damit alle Festnetzanschlüsse in Europa erreichbar. Für ankommende Gespräche muss allerdins die app (zum. im Hintergrund) laufen.

  • Sven Rimbach sagt:

    @torsten: Schon klar. Und seit iOS4 und Fring läuft das sogar perfekt.

    Aber VoIP ist noch kein Massenmarkt.

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