Archiv für den Monat: Mai 2007

Laufbericht Ruhrmarathon

Gestern war es soweit. 20.000 Leute machten sich auf zum Start des Ruhrmarathon. Ca. 4.000 davon liefen die 42.195 KM – und ich war einer davon.

Vorbereitung

Über die Vorbereitung habe ich ja schon einiges geschrieben. Ich war eigentlich ganz zufrieden. Mir fehlten zwar einige Läufe, aber ich fühlte mich gut. Ich habe sogar mein „Wunschgewicht“ von 77Kg erreicht (und damit in der Vorbereitung 4 Kg abgenommen). Bedingt durch eine längere Laufpause war mein Ziel, einfach durchzukommen. Zielzeit sollte 4:30h sein.

VWKGJ (Vorwettkampfgejammer)
Ich fahre mit einem Laufkollegen zu Start. Wir sind müde und irgendwie noch nicht richtig bei der Sache. Jetzt 42Km? Ach, wir können doch auch die Hälfte laufen … Aber es gibt keine Ausreden mehr.

Der Lauf
Die ersten 10Km bin ich viel zu schnell unterwegs. Egal, ich fühle mich gut und die Zeit werde ich später eh‘ wieder verlieren. Die Strecke von Dortmund nach Essen ist nämlich extrem gemein. Die 10Km geht es Berg auf.
Nicht stark, aber stetig. Gerade die letzten 5 Km zum Ziel quer durch Essen machen einen fertig. Aber daran dachte ich noch nicht. Das Wetter ich tückisch. Es ist sehr, sehr drückend. Bereits nach 2 Km läuft mir der Schweiß in strömen.

Km 10-20 gehen ebenfalls locker von der Hand. Bei Km 5 steht meine Freundin zum ersten Mal an der Strecke. Die Strecke führt weiter von Dortmund nach Bochum. Hier sind reichlich Zuschauer an der Strecke eine super Stimmung verbreiten. Auch in Herne (Ende des Halbmarathons) macht es Spaß durch die Masse der Zuschauer angetrieben zu laufen. bei Km20 liegt leider ein Läufer am Boden. Sanitäter kümmern sich um ihn und machen Herzmassage. Aber dazu – leider – später mehr.

Km24: Dreck Dreck Dreck! Ich bekomme einen leichten Krampf im linken Oberschenkel. Woher kommt der denn jetzt? Jetzt schon? Sowas hatte ich noch nie! Durch die neuen Einlagen hat sich mein Laufstil ein wenig geändert. Vielleicht laufe ich etwas zu verkrampft. Es hilft nichts. Ich halte an und dehne mich. Danach geht es locker weiter. Ich fühle mich wieder besser und beschließe, alle 3-4 Km eine Dehnpause einzulegen.

Km 28: Der Marathon hat zwei Starts, einen in Dortmund und einen in Oberhausen. Bei Km 30 treffen die Strecken aufeinander. Viele Zuschauer feuern uns an – und schon laufe ich ein wenig schneller.

Km 30: Jetzt geht der Marathon erst los. Die ersten 30 Km sind Pillepalle. Aber ab Km 30 zeigt sich, ob man wirklich trainiert hat. Der Mann mit dem Hammer wartet hinter jeder Ecke und ist bereit zuzuschlagen. Er schlägt viel und häufig zu – aber zum Glück nicht bei mir. Mein Oberschenkel zwickt. Aber das habe ich im Griff. Bei Km 31 treffe ich wieder meine Freundin. Sie versorgt mich mit einem Kohlehydratgel (ekliges, klebriges Zeug – schmeckt wie Zahnpaste, hilft aber). Alle paar Kilometer gibt es jetzt irgendwelche Events. Samba-Bands, Trommler oder Gemeindefeste. Überall stehen viele Zuschauer und feuern die Läufer an. Da auf unseren Startnummern unsere Namen stehen, höre ich manchmal meinen Namen.

Km 35: Die Steigungen zwingen immer mehr Läufer zu Gehpausen. Ist ja auch albern, wenn man läuft – aber genau so langsam ist, wie die Geher daneben … Ich werfe mein zweites Kohlenhydratgel ein warte auf die Wirkung.

Km 38: Ich laufe um die Kurve, sehe die nächste Steigung und … gehe. Es ist weniger die körperliche Erschöpfung, als denn ein spontaner Frust der mich überfällt. Dem Mann mit dem Hammer bin ich davongelaufen. Aber jetzt könne ich mir ein paar Meter Pause. Ich hadere mit mir und der Strecke. Im Herbst suche ich mir einen Lauf ohne große Steigungen. Aber auf der anderen Seite ist das ja gerade der Spaß an der Sache. Man läuft ja gegen sich selber und versucht sich zu überwinden. Also weiter!

Kurz vor Km 40 treffe ich wieder auf meine Freundin. Ich könne mir die letzte Gehpause und wir plaudern ein wenig mit ihr. Mein Laufkollege ich 15 Minuten vor mir (und damit im Plan). Der Zehnkämpfer Frank Busemann liegt 30 Minuten vor mir, sah aber wohl richtig scheiße aus.

Die letzten 2 Km (Essen Rüttenscheid) sind der Hammer. Selbst jetzt noch stehen hier sehr viele Zuschauer und feuern die Läufer an. Ich fühle mich wieder besser. Krämpfe? Welche Krämpfe. 15 Minuten später als geplant laufe ich ins Ziel. Aber das ist mir in diesem Moment egal. Um eine vernünftige Zeit kümmer ich mich im Herbst. Ich bin angekommen und darum ging es mir!

Der Tag danach
Alles im grünen Bereich. Klar, ich spüre einen leichten Muskelkater. Aber meine Knie machen keine Beschwerden. Auch Treppen stellen keine besondere Herausforderung da.

Die dunkle Seite
Leider ist es fast schon üblich, dass jede größere Laufveranstaltung Todesoppfer zu beklagen hat. So auch hier. Ein Skater ist bereits kurz nach dem Start zusammengebrochen und verstorben. Ein weiterer 66 jähiger Läufer ist nach der Halbmarathonstrecke verstorben. Der Läufer an dem ich vorbeigelaufen bin konnte reanimiert werden, schwebt aber noch in Lebensgefahr. Ich hoffe, er schafft es. Ich kann natürlich nicht beurteilen, was die Ursachen waren. Aber ganz klar: Ein Marathon ist eine enorme Anstrengung für den Körper und muss daher genau vorbereitet sein. Dazu gehört in jedem Fall der regelmäßige Arztbesuch. Gerade das Herz-Kreislaufsystem leistet Höchstarbeit. Selbst eine lahme Ente wie ich habe zum Ende der Vorbereitung aktuelle einen Ruhepuls von 42.

Wenn ich dann sehe, dass Elton (der Showpraktikant von Stefan Raab) „mal eben“ in 6 Monaten von 0 auf New-York Marathon trainiert habe ich Sorge, dass viele Leute die Aufgabe überschätzen.

Trotzdem ein riesen Lob an die Veranstalter. Sie haben viel für die Gesundheit der Läufer unternommen. So fuhren mehrer Ärzte per Fahrrad auf der Strecke und schauten sich die Läufer an. An den Verpflegungspunkten gab es keinen Stau und genug Helfer. Das habe ich gerade auf den ersten Km schon anders erlebt. In Berlin z.B. klappte das zumindest beim Halbmarathon selten gut. Bei meinen Dehnpausen wurde ich immer kritisch von Anwesenden Helfern beobachtet. Anderes Beispiel: Bei Km 37,5 habe ich am Verpflegungstand einen Becher Wasser genommen, mich dann aber auf die andere Straßenseite begeben. Dort stand ein Betreuer der die Läufer mit Vornamen ansprach (stand ja auf der Startnummer) und alle angetrieben hat, ja Wasser zu trinken.

Fazit 1
Richtig lecker war das erste Bier am Sonntag Abend.

Fazit 2
Im Herbst, spätestens im nächsten Jahr laufe ich wieder. Dazwischen kommen einige 10Km und 21Km Läufe um endlich etwas schneller zu werden.

Nachtrag (15.05.):
Der Bericht im WDR Fernsehen endet mit der Nachricht über die Todesfälle. Im Abspann wird anschließend „Join me in Death“ von HIM gespielt. Klar, die Musik stand schon vorher fest. Aber ich habe das Gefühl, dass da ein Redakteur beim WDR Montag richtig Ärger bekommen hat …

Terroristen. Terroristen?

Der G8 Gipfel in Heiligendamm hat seltsame Auswirkungen. Plötzlich gibt es 30 Jahre nach dem deutschen Herbst wieder viele Terroristen in Deutschland.

Heute gab es deutschlandweit Einsätze gegen G8 Gegner. Infos und viele Links siehe z.B. hier. Ermittelt wird wegen Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. Man, jetzt bin ich aber geschockt. 40 Objekte wurden durchsucht. Und überall gibt es Terroristen. Wir leben in unsicheren Zeiten.

Nun, G8 Gegner. Das sind z.B. auch Künstler wie Herbert Grönemeyer, Bono, Jan Delay . Aber das sind doch keine Terroristen, oder? Ich bin verunsichert.

Man kann nun über den G8 Gipfel verschiedener Meinung sein. Man kann nun über die G8 Gegner verschiedener Meinung sein. Das ist ja die Idee einer Demokratie. Wir sind uns auch einig, dass Demonstationen nicht gewalttätig ablaufen dürfen.

Aber wenn man das „Terroristen-Argument“ auspackt und beispielsweise die Flora in Hamburg aufmischt ist das eine sehr, sehr dumme Idee. Es gibt G8 Gegner, es gibt gewaltgeile Spinner und es gibt Terroristen. Wenn man diese nun alle mit dem Titel „potentielle Terroristen“ versieht, ist das nicht nur lächerlich (das ist das kleinere Problem).

Das größere Problem: Durch solche Aktionen werden gewaltlose G8 Gegner gewaltbereiter und bereits gewaltbereite Spinner erst recht sauer.

Meine Vorhersage: Ich gehe würde heute Abend wohl eher nicht im Schanzenviertel ausgehen (oder in entsprechenden anderen Vierteln anderer Städte)

Marathon Countdown: Noch eine Wochen

So, damit ist die Vorbereitung abgeschlossen. Und wie bei jedem gut geführten Projekt ist damit auch 80% der Arbeit erledigt.

Ich bin mir sicher, dass ich die Strecke schaffen werde (wer im Training >30 schafft, bewältigt laut Trainingslehre auch die 42km)
Ich kenne sogar meine mögliche Zielzeit. Dafür nimmt man seine Zeit seines 800m Intervalltrainings. Wer z.B. bei 8*800m 3:47 Min. braucht, wird den Marathon mit 3 Stunden 47 Minuten beenden (das ist eine Faustformel deren Name mit gerade nicht einfällt). Da ich aber eine lange Pause hatte, werde ich eine viel langsamere Zeit planen (Buffer sind wichtig)

Jetzt kann ich nichts mehr ändern. Egal, was in der Vorbereitung schief gegangen ist. Es ist nicht mehr aufzuholen. Die letzte Woche beinhaltet leichtes Training, mehr nicht. Mal eben etwas anders machen ist nicht drin. Das gilt natürlich auch für IT Projekte

Kommen wir zum Risikomanagement. Es gibt Risiken, die sind fatal und nicht zu verhindern. Ich könnte mir ein Bein brechen. Der Marathon könnte abgesagt werden. Darüber mache ich mir keine Gedanken – ich kann es eh‘ nicht ändern.

Einigen Risiken kann ich im Vorfeld begegnen. Ich könnte etwas wichtiges vergessen – und seien es die Pflaster zum abkleben der Brustwarzen (scheuern sich gerne wund). Das kann ich verhindern, in dem ich Checklisten führe. Weil ich faul bin, nehme ich eine Checkliste aus einem Laufbuch.

Weitere Risiken habe ich vorher ausgeschlossen. So darf man im Wettkampf nichts essen, was man nicht vorher ausprobiert hat. Spontane Magenkrämpfe sind nicht schön… Also habe ich im Training testweise Energie-Gel zu mir genommen und kann dies nun gefahrlos im Wettkampf machen. Von irgendwelchen isotonischen Getränken lasse ich die Finger.

Dann gibt es noch Risiken, die man nur scheinbar im Griff hat. Ich könnte eine Erkältung bekommen (und ich muss zugeben, ich fühle mich momentan auch so). Dagegen nehme ich Zink-Tabletten. Aber seien wir ehrlich, das beruhigt eher als das es wirklich hilft. Egal, ich habe alles getan und wenn es jetzt tatsächlich eine Erkältung bekomme – Pech gehabt.

Nächste Woche gibt es also dann die Belohnung für all die Blasen und Schmerzen: Ein (hoffentlich) super Lauf quer durchs Ruhrgebiet. Beim letzten Mal (2005) haben die Zuschauer selbst nach 5 Stunden noch jeden Läufer lautstark angefeuert.

Hier gibt es denLaufbericht zu meinem Debüt vor 2 Jahren. Ich habe ihn gerade selber gelesen und eine Gänsehaut bekommen als ich mich an den Zieleinlauf erinnert habe.

Ok, ich bin eine lahme Ente. Aber ich bin eine lahme Ente, die 42km läuft …

Zeitplanung

Also, Guerilla Projektmanager, wenn du diesen Projektplan der Geschäftsleitung vorlegst, rasten die aus. Deren Vorstellung war komplett anders.

Antwort 1: Geschäftsführer sind keine Idioten. Mit den richtigen Argumenten kann man sie auch überzeugen.

Antwort 2: Und wo ist der Unterschied? Entweder wird das Projektteam angebrüllt, weil es den unrealistischen Projektplan nicht einhalten konnte (und kein Timeboxing betrieben wurde) oder es wird bei der Vorstellung des realistischen Projektplans angebrüllt – angebrüllt werden wir also so oder so. Aber im zweiten Fall liefern wir ein Ergebnis …

Browserstatistik

Da heute ein ruhiger Tag ist, hier mal meine aktuelle Browserstatistik:

1. Firefox 2.0.0.3 – Windows XP 27,68%
2. Internet Explorer 6.0 – Windows XP 23,25%
3. Internet Explorer 7.0 – Windows XP 12,18%
4. Safari 419.3 – Macintosh Intel 5,89%
5. Firefox 1.5.0.11 – Windows XP 3,55%
6. Internet Explorer 6.0 – Windows 2000 2,91%
7. Konqueror 3.5 – Linux (unknown version) 2,68%
8. Safari 419.3 – Macintosh 2,16%
9. Firefox 2.0.0.3 – Linux (unknown version) 1,98%
10. Firefox 2.0.0.3 – Windows 2000 1,69%

Offenbar habe ich kaum Besucher, die Windows Vista benutzten. Das denkt sich mit meinen Erfahrungen, dass kaum jemand freiwillig darauf umsteigt. Auch der IE7 scheint nicht wirklich beliebt zu sein.

IE hatte bei mir 2006 einen Anteil von 33%, das ist also recht stabil. Dies denkt sich wiederum nicht mit meinem Eindruck, dass Firefox klar auf dem Weg nach oben ist.

Spannend finde ich auch die 8% der Mac-User. Mac kommt! Und bald auch bei MacBook Pro (ich kann mich aber bislang noch zurückhalten)