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Fehlersuche

Wir Menschen sind ja so konstruiert, dass wir aus Fehlern lernen. Natürlich sollten diese Fehler nicht fatal bzw. letal sein, aber der Finger auf der heißen Herdplatte zeigt einem Kind recht deutlich, dass man sowas nicht macht.

Dummerweise sind wir zwar super darin, Fehler zu machen aber weniger gut wenn es darum geht Fehler zu finden. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

Mein Vater hat mir mal folgende Geschichte aus seinen Anfängen erzählt:
Er sollte an einem Sonntag einen Computer reparieren (zu einer Zeit, als Computer noch richtig groß waren). Nachdem er das Ding komplett in seine Einzelteile zerlegt hatte, einen ganzen Arbeitstag schwitzen in einem zu stark klimatisierten Raum gearbeitet hat, sich Hemd, Krawatte und Finger beschädigt hatte fand er den Fehler: Die Stromversorgung war defekt. Das blöde Stromkabel hatte einen Kabelbruch. Hätte er dort zuerst gesucht wäre der Arbeitstag – nochmal: Ein Sonntag – nach 5 Minuten beendet gewesen.

Solche Geschichten kennt, glaube ich, jeder. Gerade wenn man am Motorrad bastelt haben endlos viele Leute schon den halben Motor auseinandergenommen um dann zu merken, dass der Sprit fehlt (da gibt es einen schönen Comic von Holger Aue oder Joe Bar zu, muss ich mal raussuchen)

Ich habe für mich daraus die Grundregel der Fehlersuche definiert, die „Ist-der-Strom-angeschlossen-Regel“:
Bei der Fehlersuche fängt man immer mit den einfachsten Möglichkeiten an.

Diese Regel wird lustigerweise seltener von Berufsanfängern als denn von alten Hasen ignoriert. Je mehr man gesehen hat, desto eher neigt man dazu, möglichst komplizierte Erklärungen zu finden. Die Einfachheit ist bei vielen Leuten im Laufe ihres Berufslebens auf der Strecke geblieben. Wer beides kombinieren kann – Erfahrung und Einfachheit – hat gewonnen.

In der Wissenschaft nennt sich dieses Konzept übrigens Ockhams Rasiermesser. Auch hier lautet die Regel, dass die einfachen Erklärungen die besten sind. Einfach ausgedrückt: Wenn es einen Wirbelsturm gibt und danach ein Baum auf der Straße liegt sollte man als Erklärung nicht darüber nachdenken, ob vielleicht ein Ufo bei einer Bruchlandung diesen Baum umgerissen hat – es könnte einfach auch der Sturm gewesen sein…

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