Guerilla Projektmanagement

IT Projekte und Zeuch

Buchtipp

Projektmanagement für Einzelkämpfer. Kein Team, kaum Budget und trotzdem erfolgreich

Das Buch ist leider vergriffen, aber mit etwas Glück kann man es sicherlich gebraucht bekommen.

Den Titel finde ich persönlich ein wenig unglücklich. Bei dem Buch handelt es sich nämlich eher um eine sehr gute Einführung in die Grundlagen von Projektmanagements. Der Bezug auf „Einzelkämpfer“ liegt nicht – wie der Untertitel „Kein Team, Kein Budget“ nahe legt – in mangelnder Projektstruktur, sondern darin, dass es hier um einzelne Projekte handelt welche in einem überschaubaren Kontext ablaufen (ohne viele Teilprojekte etc). Die vorgeschlagene Projektstruktur finde ich sehr gut. Ok, natürlich auch, da sie sich mit meinen Vorstellungen deckt.

Zuerst wird beispielsweise der Projektauftrag untersucht und Balast abgeworfen („brauchen wir XYP denn wirklich?“). Eine Sache, die ich für sehr, sehr wichtig halte, die jedoch selten gemacht wird. Auch die Vorschläge du Projektreports und Statusmeetings halte ich für sehr praktikabel. Mal schauen, vielleicht gibt es ja irgendwo eine PDF Zusammenfassung des Buchen. Ich suche mal.

Nachtrag:
Der Autor hat noch ein Buch geschrieben welches ich sehr gut fand:
Die nackte Wahrheit über Projektmanagement

7 thoughts on “Buchtipp

  • Great Gonzo sagt:

    „Die nackte Wahrheit über Projektmanagement“ ist kein Buch, aus dem ein erfahrener Projektleiter wirklich etwas lernen kann. Vielmehr ist es sehr launig geschrieben und immer wieder ertippt man sich dabei, einfach zu nicken und zu denken „ja, genau so war/ist das…“. Also kein Lehrbuch im engeren Sinne, sondern gute Leseunterhaltung als Ersatz für die Selbsthilfegruppe gestandener Projektmanager.

  • Sven Rimbach sagt:

    @Great Gonzo:
    Stimmt, du hast Recht. Es ist aber ein schönes Buch um sich selber abends bei einem Glas Rotwein zu bestätigen, dass andere Projekte genauso chaotisch sind…

  • Nicolas Kübler sagt:

    Ich will hier einmal ein bisschen provozieren, denn das klingt so, wie wenn man seine „schlechte“ Leistung im Vergleich mit anderen, die genauso „schlecht“ sind, aufwerten will. Auch wenn ich keinem eine „schlechte“ Leistung vorwerfen will, macht man doch ein Benchmarking immer mit/gegen guten Leistungen.

    Es ist bekannt, dass es nichts perfektes gibt, aber ich würde euch eher vorschlagen, dass ihr Bücher liest, die euch motivieren, so dass ihr wiederum eure Mitarbeiter motiviert.

    Bin gespannt auf die Antworten :)

  • Great Gonzo sagt:

    Es gibt einfach Projekte, über deren Hergang kann und will man noch nach Jahren erzählen und man wirklich etwas daraus gelernt – im positiven wie im negativen Sinne. Und dann gibt es diese schnell und glatt durchgeführten Episoden im Berufsleben, die einfach optimal gelaufen sind. Aber diese bleiben auf wundersame Weise nicht derart prägnanat im Cortex Cerebri haften.
    Ein Projektleiter ohne Narben hat keine Ehre und keine Tapferkeit, nichts über das man Lieder singen könnte. Oder anders formuliert: Glaubst Du das Irren des Odysseus sei auch nur eine Strophe wert gewesen, wenn er seinen Weg auf dem kürzesten Wege von A nach B zurückgelegt hätte? Oder hätte es einen Film wie „saving private Ryan“ gegeben, wenn Tom Hanks den guten Matt Damon nach fünf Minuten bei einem Glas Rotwein an der ersten Straßenecke getroffen hätte?

  • Im Rückspiegel betrachtet haben die problematischen, tendenziell unstrukturierten Projekte mit den ständigen wechselnden Randbedingungen und immer neuen Problemen die markantesten persönlichen und fachlichen Fortschritte gebracht.
    Davon liest man natürlich selten was in den tollen Erfolgsstories.
    Mit entsprechender Erfahrung reagiert man da auch schon mal etwas säuerlich/gelangweilt auf Literatur im Stil von „in 10 Schritten zum SuperduperProjekt-Motivator“.

    Den Wert der Aufmunterung durch Geschichten von Leidensgenossen sollte man nicht unterschätzen. Es öffnet gelegentlich doch die Augen für Problemmuster die man zunächst für einzigartig und/oder stark branchen- oder projektbezogen gehalten hat.

  • Nicolas Kübler sagt:

    Hm ich glaube das Problem liegt tiefer. In unserer Gesellschaft ist das „Fehler machen“ nicht angesehen. Allerdings gibt es einige intelligente Menschen, die wissen, dass Fehler machen zu enormen Aufbau von Knowhow dienen. Manche moderne Unternehmen investieren sogar 10% des Gewinns in Projekte mit hohen Risiko. Da immer mehr Autoren über „Fehler machen“ und dessen durchaus positiven Ergebnisse schreiben, könnte sich das vielleicht in Zukunft etwas ändern.

    Wenn du in Deutschland ein Unternehmen ruinierst, dann glaubt dir kein Mensch mehr und diese Karriere ist zu Ende. Die Amerikaner dagegen sagen, er hat daraus gelernt und wird den Fehler sicher nicht wiederholen.

    Wichtig dabei ist aber, dass so ein Fehler einem positiv erscheint und die Motivation nicht verloren geht. Menschen die lange keinen Fehler begonnen haben, werden umso schwerer zurückgeworfen, wenn dann doch einmal einer auftritt.

  • PS sagt:

    „Das Buch ist leider vergriffen, aber mit etwas Glück kann man es sicherlich gebraucht bekommen.“

    Einfach direkt beim Autor bestellen:

    http://www.wilfried-reiter.com/flash.php

    (unter Publikationen gibt es ein Bestellformular)

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