Oh du lustige Telco-Welt

Was bisher geschah: Der Anbieter Tele2 steht des öfteren in der Kritik. Seine Produkte werden sehr aggressiv u.a. durch Cold Calls(*) vertrieben.

Das ZDF Magazin WiSO behaupte nun, Tele2 haben auch mit Kunden einen Vertrag geschlossen, die dies gar nicht wollten. Dieser Vorwurf ist nicht wirklich neu und betrifft auch nicht nur Tele2. Immer wieder melden sich Verbraucher die behaupten niemals einer Vertragsumstellung am Telefon zugestimmt zu haben. Wie immer gab es dafür ein Fallbeispiel.

Und was macht nun Tele2 zu ihrer Verteidigung? Sie veröffentlichen einfach mal den Mitschnitt des Telefonats.

Wer immer bei Tele2 diese lustige Idee zur Verteidigung hatte, das war nicht schlau. Ich habe keine Ahnung von der rechtlichen Situation. Aber möchte ich wirklich Kunde einer Firma sein, die sowas macht? Äh… nein.

Abgesehen davon frage ich mich, darum man nur einen kurzen Ausschnitt veröffentlicht hat. Das wirft viele neuen Fragen auf. Die CC-Agentin spricht nämlich mehrfach davon, man würde die „Nummer freischalten“ für kostenlose Telefonate am Wochenende. Das könnte also bedeuten (achtung, wilde Spekulation), dass das Gespräch aus Kundensicht so anfingt „Hallo, haben Sie einen T-Com Anschluss? Wenn Sie wollen, können wir Sie für kostenlose Gespräche am Wochenende freischalten. Das kostet Sie noch nicht einmal Umstellgebühr“.

Call Center sind da ja sehr erfinderisch. Ich wurde mal angerufen und da hieß es: „Hallo, wir stellen gerade die Kandidatenliste für die Millionen-Show mit Günther Jauch zusammen. Haben Sie daran Interesse?“ Es ging um die NKL-Show und die wollten mir ein Los verkaufen…

(*) Unerwünschte Telefonanrufe. Sind zwar eigentlich verboten, machen aber trotzdem viele Firmen.

Ein Gedanke zu „Oh du lustige Telco-Welt

  1. Nicolas Kübler

    Falls bei einem Mitschnitt der Anrufer eindeutig identifiziert werden kann, weil z.B.: Name, Anschrift, Telefonnummer, etc. mitgespeichert wird, dann fällt das unter das Datenschutzgesetz und ich glaube der Anrufer muss dann vorher gefragt werden.

    Ist dagegen das alles anonymisiert bzw. pseudonymisiert, dann kann das erlaubt sein. Allerdings sind solche Tonbänder auch nicht unbedingt glaubhaft, schließlich könnte besagtes oder eigentlich jedes Unternehmen den Anruf einfach nachspielen.

    Ich wundere mich aber, dass man per Telefonanruf so einfach einem Vertrag bzw. einer Vertragsänderung zustimmen kann.

    Das mit den unerwünschten Anrufen kann ich nur bestätigen, allerdings hilft oft die Nachfrage nach dem Unternehmen, das anruft, so dass die Person gleich auflegt.

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