Archiv für den Monat: Februar 2006

Über Sonderbehandlungen

Der 1989 verstorbene Dirigent Herbert von Karajan hat mal den Antrag gestellt, auf dem Weg zum Theater durch die Fußgängerzone fahren zu dürfen. Dadurch könne er Fahrzeit sparen und sich besser auf seine Aufgabe konzentrieren welches wiederum der Stadt zu Gute käme.

Die Stadt fand die Argumentation nicht überzeugend und lehnte den Antrag ab.
Offenbar war der Stadtverwaltung die Sicherheit der Passanten wichtiger als der Wunsch eines Dirigenten.

Wieso ich auf die Geschichte komme? Die Technikabteilung meines Projektes hat klare Regeln für die Einführung neuer Software. Der Prozess in umfangreich und daher muss man sein Deployment viele Wochen voher planen und die zu testende Software frühzeitig abliefern. Der Fachberich jedoch ist der Meinung, gerade sein Projekt sei eine Ausnahme und könne daher an den Prozessen vorbei laufen. Komischerweise ist der Technikabteilung die Funktionsfähigkeit des kompletten Systems wichtiger…

Projekt 06: Keine Reaktion

Ich habe ja nach einigem Hin und Her endlich offiziell die Aussage bekommen, dass es Verzögerungen geben wird. Daraus habe ich brav einen Statusbericht geschrieben, eine Risikoabschätzung erstellt und meine Empfehlungen getroffen. Das ging dann an verschiedene Stellen.

Ich hätte verschiedene Dinge als Reaktion erwartet. Preisfrage: Was ist wohl geschehen
A) Die verantwortlichen Köpfe mussten erklären, warum die Verzögerung erst so spät kommuniziert wird
B) Die Projektleitung bekommt richtig Ärger
C) Der aktuelle Projektplan wird nochmals überarbeitet um einen Zieltermin zu bekommen, den alle akzeptieren
D) Die Projektinhalte werden nochmal überarbeitet
E) Zumindest irgendjemand regt sich über die Situation auf
F) Ich werde ohne Kommentar gefragt, ob ich ein Angebot für weitere 6 Monate vor Ort abgeben könnte

Hinweis 1: Nur eine Antwort ist richtig.
Hinweis 2: Bis zum Herbst stehe ich für weitere Projekte nicht zur Verfügung

Hemdenfarben 2006

Vor einiger Zeit habe ich ein Jahr lang keine Krawatten gekauft. Irgendwie hatte ich den Eindruck, als haben alle Designer zuviel LSD genascht. Diese Farben…

Tja, Samstag wollte ich mir ein neues Hemd kaufen. Auf Grund meiner Statur und meiner Faulheit bin ich Markentreu. Neben den beiden Standardfarben Weiß und Blau gab es im Angebot: leuchtend Grün, Flieder, Rosa, Blau-Rosa-Weiß gestreift etc. Nein, nicht mein Ding. Nennt mich altmodisch, aber das ziehe ich noch nicht mal in meiner Freizeit an, geschweige denn im Büro.

Entweder kaufe ich mir also dieses Jahr nur Weiß, oder ich wechsel die Marke. Hmm, ich wollte ja schon immer mal ein Maßhemd haben. Vielleicht ist es an der Zeit …

Marathonvorbereitung Woche 6

Der Süden versinkt im Schnee. Aber im Ruhrgebiet scheint die Sonne. Da macht der lange Lauf doppelt Spaß – leider zuviel Spaß. Ich bin viel länger gelaufen als ich eigentlich wollte und haben den Zug verpasst mit dem ich eigentlich heute Abend nach Frankfurt fahren wollte…
Halb Dortmund war heute im Rombergpark unterwegs. Zum Glück waren die restlichen Strecken nicht so voll. Ich versuche immer noch tapfer, mich nach Galloway zu richten (langsam laufen, sehr viele Laufpausen). So richtig bin ich davon aber noch nicht überzeugt.

“Eurasisches” Essen

Ich dachte, der Trend sei vorbei – ist er aber offenbar doch nicht.

Ich war diese Woche sehr viel in verschiedenen Städten unterwegs und wurde von Kunden und Partnern in verschiedene Restaurants eingeladen. Von Hamburg war ich es ja gewöhnt, aber auch in Berlin ist eurasisch scheinbar jetzt auch Standard gworden.

Ja, es ist bestimmt gesund und manchmal auch lecker. Und nichts gegen Sterne-Restaurants. Aber von Zeit zur Zeit wünsche ich mir Geschäftsessen, bei denen es Leberkäse mit Bratkartoffeln und Spiegelei gibt. Dazu noch ein gutes Bier und ich bin glücklich.

Vielleicht gibt es ja eines Tages einen neuen Trend in diese Richtung, wer weiß …

Projekt 06: Besuch beim Internet-Dienstleister

Die für mein Projekt zuständige Internetagentur hat ihre Ideen vorgestellt. Wie bei Agenturen üblich sehr engagiert aber leider unter völliger Ignorierung der bestehenden Gegebenheiten. Wenn man einen bestehenden Auftritt modifizieren soll, sollte man sich den auch vorher mal anschauen.

Richtig lachen musste ich am Ende des Termins: Die Agentur schaltete in den Hyperkreativ-Modus. Sie sind ja schließlich Berater und warum sollte man sich da um bestehende Prozesse und Einschränkungen kümmern.

Bei einem Vorschlag haben wir versucht ihnen zu erklären, warum es zwar eine nette Idee ist, aber leider aus technischen wie auch aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Irgendwie wollten sie das aber nicht akzeptieren. Die ignorierten Randbedingungen waren nun aber so fundamental, dass man auch gleich die Schwerkraft in Frage hätte stellen können. Wäre doch auch viel schöner, wenn wir diese blöde Schwerkraft endlich los wären. Und ohne Erdrotation könnte man auch viel tollere Web-Seiten bauen…

Projekt 06: Endlich Termine

Kaum fragt man wochenlang hartnäckig nach, schon bekommt man endlich Antworten und Termine. Ergebnis: Die ursprünglich zugesagten Liefertermine werden nicht eingehalten. Nichts, was mich überraschen würde. Aber jetzt habe ich es endlich offiziell. Gut, dass ich schon vorher an Plan B gearbeitet habe. Risikomanagement macht das Leben einfacher …

1000 Fehler in der Projektleitung: 18

Ich will von meinem Team gemocht werden Wenn du geliebt werden möchtest, kauf dir einen Hund!
Projekt- und Teamleiter neigen gerne zu extremen. Entweder sie machen auf harte unerbittliche Führung und sind unausstehlich, oder sie versuchen sich in Kuschelrethorik – und sind auch unausstehlich. Beide Verhaltensweisen entstehen aus Unsicherheit und manchmal auch falschen Prioritäten.

Natürlich ist für keinen von uns der Gedanke angenehm, dass sein Team einen hassen könnte. Man verbringt einen großen Teil des Tages miteinander – und dies meistens auch noch unter mehr oder minder starken Stress. Da ist es nur naheliegend, dass man sich um eine möglichst angenehme Arbeitsumgebung sorgt. Teamleiter bekommen aber nicht ihr Geld dafür, dass sie ihr Team zu ihren besten Freunden machen. Die erste Aufgabe eines Teamleiters ist ganz ganz einfach: „Wo ich bin, ist vorne“. Projektmitarbeiter erwarten von ihrem Teamleiter klare Ansagen – das ist nämlich ihr Job. Rumeiern und keine Entscheidung treffen kann jeder, dafür braucht man keinen Teamleiter.

Kollegiales Führen bedeutet nicht, Entscheidungen basisdemokratisch zu treffen. Es bedeutet auch, klare Grenzen zu setzen. Jeder Mitarbeiter hat das Recht – in meinen Augen sogar die Pflicht -, seine Meinung, seine Ideen und seine Bedenken jederzeit zu äußern. Am Ende des Tages steht aber eine Entscheidung. Und diese trifft der Teamleiter. Aus Angst vor Konfrontation sitzen viele Teamleiter Entscheidungen lieber aus und warten, bis einer aus dem Team die Initiative übernimmt oder sich das Problem von selber erledigt hat. Schließlich wird man mit einer Entscheidung auf auf Widerstand treffen und das gilt zu vermeiden. Seltsame Auffassung vom Job, oder?

Wie bekommt man es aber jetzt hin, dass Entscheidungen akzeptiert werden? Mir fällt gerade kein anderes Wort ein, daher sage ich mal: Durch Wahrhaftigkeit und Konsequenz. Ich nehme für mich in Anspruch, das letzte Wort bei Entscheidungsfindungen zu haben (darum bin ich der Projektleiter), also stehe ich auch zum Ergebnis. Wenn es schief geht, ist es erst mal mein Problem. Ich habe die falsche Entscheidung getroffen, ich habe die Risiken falsch eingeschätzt, ich habe die Mitarbeiter falsch eingeschätzt. Wie auch immer, es ist meine Verantwortung.

Das ist also der Deal mit meinem Team:
1. Ein Problem meines Teams ist auch mein Problem (und wenn es nur fehlende Mehrfachsteckdosen sind).
2. Ich höre jedem zu.
3. Wenn ich auf Basis der Informationen eine Entscheidung treffe, ist diese Gesetz. Ende der Diskussion!
4. Ich stehe bei der Arbeit nicht im Wege
5. Wenn es in die Hose geht, entschuldige ich mich und stehe zu dem Mist an statt einen Sündenbock zu suchen
6. Wenn es ein Erfolg ist, ist es der Erfolg des Teams. Dies wird auch gewürdigt.

Das Ergebnis: Irgendwann fängt ein Team an, mich dafür zu repektieren dass man weiß, woran man ist. Wenn sich daraus
später gute Kontakte und Freundschaften entwickeln, umso besser, aber das ist der zweite Schritt.

Marathonvorbereitung Woche 5

Ansage an das Wetter: Jetzt ist es auch mal gut. Wir haben uns ganz voll toll über den Winter gefreut, aber jetzt reicht es auch.
Wenn mir in meinen gut belüfteten Schuhen die Zehen abfrieren, macht es einfach keinen Spaß…
Die Woche habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und ein wenig Geschwinigkeit trainiert – da friere ich nicht so.
Gewicht <84 Kg, aber da mag der Migräneanfall vom Wochenende auch dran Schuld sein.