Guerilla Projektmanagement

IT Projekte und Zeuch

MS-Projekt ist böse

(So, und hier der letzte Beim-Aufräumen-Gefunden-Text)

Ein nettes Tool – aber für eine andere Aufgabe
MS-Projekt kennt jeder Projektleiter, klar.
Es ist ein nettes Tool um den aktuellen Stand der Entwicklung zu dokumentieren. Manager fahren total auf sowas an.

Aber:

Es ist KEIN Tool zur Projektplanung
Es ist KEIN Tool zur Ressourcenplanung
Es ist KEIN Tool um den Kritischen Pfad zu ermitteln
Es ist KEIN Tool im schwächste Glieder zu finden.
Wirklich nicht, ganz, ganz, ehrlich

Gant Charts

Diese lustigen Balken die mittelmäßige Projektleiter 90% ihrer Arbeitszeit durch die Gegend schieben nennen sich Gant Charts. Erfunden wurden sie im ersten Weltkrieg von den Engländern. Ok, offensichtlich habe sie dort gute Dienste geleistet. Aber zum Glück hat Projektmanagement nicht viel mit Krieg zu tun (gut, also zumindest nicht nur…).
Man kann mit Gant-Charts hervorragend Abhängigkeiten und Reihenfolgen festlegen. Wenn ich also planen (und visualiseren) möchte was vor und nach welcher Aktion passiert, sind Gant-Charts klasse.

Aber …

Man plant Projekte besser mit Netzdiagrammen die es einem ermöglichen nicht nur einen festen Aufwand für eine Aufgabe zu definieren, sondern sowohl eine optimistische und eine pessimistische Schätzung zu planen.
Mittelmäßige Projektleiter werden dazu durch MS-Projekt zu immer dem gleichen Fehler verleitet: Sie planen ein Projekt welches, sagen wir, 500 Personentage umfasst und am 1.1. eines Jahres beendet werden soll.
Die ersten Aufgaben werden mit 30 Tagen geplant, brauchen jedoch tatsächlich später 40.
Was sollte man machen: Entweder den Termin verschieben, oder Teile herausnehmen oder neu strukturieren.

Was machen die Schlauberger statt dessen: Sie planen die restlichen Aufgaben neu um den Termin zu halten. Dann braucht eine Aufgabe hier 20 statt 25, dort 18 statt 22 Tage und schon kann man den Termin halten.
Leute! Was soll der Unsinn? Habt ihr voher so schlecht geplant, dass ihr jetzt alles korrigieren könnt? Sind aus den Entwicklern plötzlich Genies geworden die doppelt so schnell arbeiten? Nein! Da wird schlicht und einfach eine eigene Realität geschaffen und der Projektplan passt leider nicht mehr zur Wirklichkeit. Aber was soll der Plan dann noch?
Noch schlechter ist es, bei Verzug einfach neue Ressourcen hinzuzuplanen und zu denken, das ginge linear (6 Entwickler brauchen 12 Monate, 12 Entwickler brauchen 6 Monate). Ja, das lässt sich linear planen: Mit Projekt. Aber auch hier: Die Wirklichkeit sieht anders aus – und das wissen wir alle.

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