Queen in Dortmund

Am 25.4.2005 traten Queen – bzw. Brian May und Roger Taylor – in der dortmunder Westfalenhalle auf. Eigentlich wollte ich nicht hingehen. Ohne Freddie ist es nicht Queen – sagte sich auch Bassman John Deacon und blieb zuhause. Es gibt ja nun genug Bands, die 20 Jahre nach ihrer Blütezeit immer noch durch die Lande ziehen und peinliche Musik machen. Oder, noch besser, die Bandmitglieder steiten sich und plötzlich gibt es zwei Bands (z.B. Baycity Rollers und „The Real Baycity Rollers“ etc.). Aber dann habe ich eine Karte preiswert bei Ebay geschossen und wo ich doch eh‘ in der Nähe wohne … Außerden mag ich eigentlich auch Paul Rodgers ganz gerne (es gibt u.a. ein sehr schönes Album mit
Muddy Waters Songs).
Erstmal der Schock: Der Innenraum ist bestuhlt. Oh man. So alt bin ich also schon. Jetzt mutet mir man nicht mal mehr zu, ein paar Stunden zu stehen. Das restliche Publikum machte den Eindruck, als seien sie auch schon beim letzten Konzert vor 19 Jahren in Dortmund dabei gwesen (ich war da 16 und hatte erstaunlicherweise noch keinen Bezug zu Queen). Dann geht es los. Das Publikum steht auf (so alt sind wir also doch noch nicht :-) ) und feiert von Anfang an mit – hatten ja auch genug Zeit, die Texte zu lernen.
Es folgen 3 Einheizer, 2 von Roger Taylor gesungene Lieder und anschließend Brian May mit Akustikklampfe. Sehr schön: Brian schaut in die Runde und meint, das mit den Stühlen wirke ja wie ein Folk-Konzert. Wer wolle könne gerne runter zur Bühne kommen. Geht doch, schon sieht es etwas netter aus.
Es folgen weitere Klassiker und ein extrem geiles – und lautes – Solo von Brian May. Eigentlich hätte ich ja damit gerechnet, dass nicht Paul Rodgers, sondern Georg Michael neuer Sänger von Queen wird. Aber Paul odgers ist genau die richtige Wahl. Er ist nicht Freddie und versucht es erst gar nicht. Im Gegenteil: Die Mischung aus „klassischen“ Queen Sound mit BluesRock passt perfekt.
Ich habe ein Problem: Ich reagiere körperlich auf Musik. Bei schlechter Musik bekomme ich eine Gänsehaut – vor allem bei miesen Sängern. Wenn mir Musik richtig gefällt, fange ich an zu heulen. Ich kann nichts dagegen machen, es ist schrecklich. Und wir reden hier nicht von Schnulzen! Ich kann auch bei guter Hatecore Musik in Tränen ausbrechen. Wenn man das als Qualitätsmesser für das Konzert nimmt, war es ein grandioses Konzert …
Es ist kein Konzert, was man zwingend gesehen haben muss, aber für eine Großveranstaltung schon ok.