Archiv der Kategorie: Multimedia

Google+

Ha! Ihr dachtet wohl, ich in das einzige Blog, dass nicht seine Meinung über Google+ absondert. Falsch gedacht!

Seit einigen Tagen spiele ich mit Google+ herum. Ich muss zugeben, dass sich mein Leben dadurch nicht grundlegend verändert hat. Trotzdem ist es zweifellos ein wirklich nettes Tool. Fast immer wird es als Konkurrenz zu Facebook beschrieben. Das wiederum sehe ich eher anders. Ich glaube, Google+ wird eher ein Problem für LinkedIn und – vor allem – Xing werden. Zumindest was mein persönliches Nutzungsverhalten angeht.
Bei Facebook habe ich eher wenig Kontakte. Dort sind die Leute, die ich an meinem Privatleben teilhaben lassen will.

Xing auf der anderen Seite ich mehr oder minder ein ausgelagertes Adressbuch. Dort bestätige ich fast alle Anfragen. Bin ich z.B. auf Projektsuche, schaue ich dort nach Projektvermittlern in meinen Kontakten und schreiben diese an. Es wäre doch ziemlich hübsch, wenn ich diese Vermittler einfach in einem „Vermittler“-Circle bei Google+ hätte und für diesen Circle eine „Ich bin aktuell verfügbar“ Meldung schreiben könnte.
Und kommt mir bitte jetzt nicht mit den Xing-Gruppen, diese Bühne für aufgeblasene Selbstdarsteller bei der 99% der Postings nur dem Selbstmarketing dienen.

Google+ hat für mich mehr die Chance, mein neues Adressbuch zu werden. Facebook wird seine Nische im privaten Bereich finden. Ich hoffe inständig, dass ich auf Google+ niemals diese ganzen „Sandy hat 3 Kürbisse bei Blödelfarma gekauft“ Einträge finden muss.

Darüber hinaus ist Google+ eine sehr sinnige Verknüpfung von bestehenden Diensten. Google weiß aktuell alles von mir. Es kennt meine Mails (GMail), meine Bilder (Picasa), meine Urlaubsplanung (googlemaps) und meine Texte. Diese Dienste werden nun durch Google+ verknüpft. Das macht Sinn. Bei Facebook dienen die Fotoalben nur dafür, um sie in Facebook anzuzeigen. Der Chat ist ein Facebook-Chat usw. Diese Dienste sind bei Google eingenständig und können auch völlig losgelöst von Google+ genutzt werden. Das ist so ein wenig wie der Unterschied zwischen Microsoft (ein Tool für viele Aufgaben) und Unix-artigen Systemen (jeweils ein spezialisiertes Tool für eine Aufgabe).

Darüber hinaus denke ich, dass Google+ tatsächlich auch Toole wie Campfire ersetzen kann. Aber dazu morgen mehr.

Sipgate One für iPhone

Dieses Wochenende war ja für neue Technik-Produkte nicht sonderlich ideal. Google+ hat die Dämme ein wenig geöffnet und damit so ziemlich sämtliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Bei Bätschmen habe ich zum Glück gelesen, dass es noch eine andere Neuerung gibt.

Sipgate ist ein Anbieter von Voice over IP Telefondienstleistungen. Vor einiger Zeit haben sie mit Sipgate One einen Dienst gestartet, der in etwa mit Google Voice zu vergleichen ist. Man erhält eine Mobilfunknummer und kann anschließend definieren, welche Telefone unter dieser Nummer erreichbar sei sollen: Handy, Festnetz, Skype VoIP usw. Diese Telefone klingeln alle gleichzeitig.

Dummerweise funktionierte Sipgate One bislang nicht mit der Sipgate iPhone App. Dies hat dies endlich geändert. Jetzt kann man also über sein iPhone auch unter der Sipgate One Nummer Anrufe tätigen und SMS versenden.

Der Dienst hat noch einen weiteren hübschen Service. Auf Wunsch nimmt die Mailbox den Anruf nicht nur auf und leitet diesen als E-Mail weiter, der Inhalt der Mailbox wird sogar in Text umgewandelt. Wenn mich also jemand anruft und auf meine Mailbox spricht, bekomme ich eine Mail und kann mir den Inhalt einfach durchlesen. Das klappte in meinen Tests mit deutscher Sprache erstaunlich gut. Wenn man nun alle seine Tefonnummern auf diese Mailbox umleitet, hat man eine zentrale Nummer und eine zentrale Mailbox, egal wo man ist.

Vor allem im Ausland sind VoIP Telefonate eine feine Sache. Ein nutzbares WLAN findet man inzwischen in so ziemlich jeder Stadt. der Kontakt mit den liebsten Zuhause ist dann ohne neue SIM und teure Ferngespräche machbar.

So weit so gut. Schöne neue Welt. Leider hat der Service wohl noch ein paar Kinderkrankheiten. So war teilweise die Sprachqualität eher unterirdisch. Andere Nutzer haben von häufigen Verbindungsabbrüchen berichtet. Ich hoffe mal, dass ändert sich noch kurzfristig. Dann ist es wirklich ein netter Dienst.

Hörbuchtipp zum Wochenstart

Empört Euch!

Stéphane Hessels hat das KZ Buchenwald überlebt. Er gehört zu den Mitautoren der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Er ist inzwischen 93 Jahre alt und – wie er sagt – damit auf der allerletzte Etappe.

Wenn so ein Mensch jetzt mehr oder minder zur Revolution aufruft, ist das schon bemerkenswert. Das Buch ist sehr kurz und inhaltlich tatsächlich auch überschaubar. Trotzdem findet man es seit Wochen überall in Europa in den Bestenlisten. Und das zurecht. Denn wenn jemand wie Hessels die Jugend dazu aufruft, endlich aktiv zu werden hat das seinen Grund.

Empört euch!: Ungekürzte Lesung

Hörbuchtipp zum Wochenstart

Viele Leute haben vermutlich schon mal von Randy Pausch gehört. Die Zusammenfassung: Randy Pausch ist ein Professor der, nachdem er erfahren hat, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, eine „Last Lecture“ gehalten hat. Diese Last Lecture ist eine Tradition und wird von Professoren gehalten, die aus dem Lehrbetrieb ausscheiden und nun in einer letzten Vorlesung quasi ihren Studenten das mitteilen, was sie sagen würden wenn dies wirklich ihre letzte Vorlesung in ihrem Leben sei. Nun, bei Randy Pausch war es die letzte Vorlesung.

Auf Youtube findet man diese sehr beeindruckende Rede

Anschließend hat er noch ein Buch verfasst welches auch aus Hörbuch zu bekommen ist:
Last Lecture: Die Lehren meines Lebens.

Das Buch hat mehrere Themen. Zum einen beschreibt er nochmal den Verlauf seiner Krankheit und wie er anschließend seine Last Lecture geplant hat. Wichtige Inhalte der Last Lecture werden dabei nochmal aufgegriffen. Darüber hinaus geht es in dem Buch auch um seine Auffassung zur richtigen Lehre und den Umgang mit Studenten.

Herausgekommen ist ein wirklich wunderbares Buch eines Menschen der einem den Wert jeder einzelnen Lebenssekunde klar macht. Vorsicht, Autofahren mit Tränen in den Augen ist manchmal schwierig …

http://www.amazon.de/gp/product/388698222X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&tag=guerillaproje-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=388698222X

IBM 1986

Auf Spiegel.de findet sich ein Artikel über IBM aus dem Jahr 1986:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517939.html

Nch dem Artikel müsste IBM heute die mit weitem Abstand größte Firma der Welt sein und den Computermarkt komplett dominieren. Nun geht es IBM wieder gut, aber so groß sind sie nun auch nicht geworden.

CEO IBM war zu der Zeit Herr Akers. Den wiederum bezeichnet CNBC laut Wikipedia als schlechtesten CEO aller Zeiten:
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Fellows_Akers

Akers hatte IBM 1993 verlassen. Sein Nachfolger musste ziemlich viel aufräumen.

Tja, das ist das Poblem mit der Zukunft. Die will sich einfach nicht an der Vorhersagen halten.

Eigentlich könnte ich …

Ich könnte mich jetzt anonym aber trotzdem gesichert in Web-Foren anmelden
Ich könnte jetzt Bestellungen super sicher und bequem online machen
Ich könnte mich für neue Dienste sicher registrieren
Ich könnte sicheres Onlinebanking machen
Ich könnte …

Denn ich habe heute meinen neuen Personalausweis abgeholt.

Also … ich könnte das alles und viel mehr machen…

… wenn die Ausweis App nicht erst in der bereinigten Version ab Januar zur Verfügung stünde
… wenn die Web-Seit (https://www.ausweisapp.bund.de) nicht so lahm wäre
… wenn es einen zertifizierten Kartenleser mit eigener Tastatur zu kaufen gäbe – laut der Webseite des Bundes ist die Zertifizierung des einzig passenden Lesers noch nicht abgeschlossen.

Aber dann würde es gehen…

Der Neue Personalausweis ist … also … oder doch nicht

Das ARD Magazin übte gestern Skandal. Hui, da hatten sie in Zusammenarbeit mit dem CCC herausgefunden, dass der Neue Personalausweis unsicher ist. Na, da war ich aber neugierig. Ich meine, an dem Ding wird ja nicht gerade seit gestern gearbeitet. Haben hunderte von IT- und Sicherheitsexperten Mist gebaut?

Was ist also los? Nun, man kann den Neuen Personalausweis mit einem Lesegerät am Computer nutzen. Es gibt verschiedene Anwendungsfälle. So kann man (auf Wunsch) den Ausweis auch als Signaturkarte nutzen. Oder man kann – über eine 3. Stelle (den eID-Provider) – Seine Adressdaten direkt an den Onlineshop schicken.

Es gibt 3 Sicherheitsklassen von Lesegeräten. Die einfachste – und unsicherste – Version besitzt weder Display noch Tastatur. Da man zum Auslesen der Daten eine PIN benötigt, würde man die PIN in diesem Fall nicht im Gerät, sondern am Computer eingeben. Mit der sichersten, und teuersten, Version des Lesegerätes kann man kann Onlinebaking machen und seine Geldkarte auslesen.

Die Technischen Spezifikationen zum Ausweis schreiben, dass ein Lesegerät ohne Tastatur natürlich nicht so sicher sein kann, schließlich benötigt man den Computer und dieser kann ja kompromitiert sein.

Und genau diese nicht nur bekannte, sondern dokumentierte Tatsache war eigentlich der Inhalt des Berichtes. Super… In letzter Zeit scheint es Mode geworden zu sein, große IT Vorhaben ohne jeden Sachverstand zu kritisieren. Wer sich mal einen lustigen Nachmittag machen möchte, liest erst die Richtlinien zu De-Mail und dann die verschiedenen Kritiken dazu – er wird den Eindruck haben, dass es verschiedene Spezifikationen geben muss – oder die Kritiker die Spezifikationen entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben.

Das Problem ist halt, dass man viele Lesegeräte verteilen möchte, aber auf die Kosten geschaut hat. Und daher werden die preiswerten Geräte ohne Tastatur von mehreren Stellen kostenlos verteilt. Ja, da kann man drüber diskutieren. Auf der anderen Seite braucht man die teuren Lesegeräte halt für viele Dinge gar nicht.

Aber das daraus ein so extremes Rauschen im Blätterwald wird finde ich schon bemerkenswert.

Liebes Sommerloch.

Hallo Sommerloch,

ich hoffe es geht Dir gut. Das Wetter war ja die letzten Tage nicht so super, es soll aber besser werden. Ich weiß natürlich nicht, ob ein Sommerloch Zeit hat, auch mal einen Abend im Biergarten zu verbringen. Schließlich hat man als Sommerloch doch einen engen Terminplan und muss die Lücke füllen, die unsere Politiker hinterlassen wenn sie sich in den Urlaub verabschieden.

Dieses Jahr hatte ich wieder mal viel Spaß mit Dir. Was für eine lustige Idee, diese Sache mit Street View. Da muss man erst mal drauf kommen. Wir haben ja eine einfache Regelung zu diesem Thema, die Panoramafreiheit. Außerdem gibt es schon seit Jahren Satellitenbilder auf denen man inzwischen erstaunliche Details sehen kann. Und klar, wir haben Picasa, Flickr und, und, und. Sprich: Die reale Welt ist schon längst in bel. Auflösung im Internet zu bewundern.

Ich wäre also nie im Traum darauf gekommen, dass man mit dem Thema Google Street-View einen ganzen Sommer füllen kann. Ähnliche Dienste gibt es schon lange, andere Dienste zeigen viel mehr Informationen und Street-View ist darüber hinaus ungemein praktisch wenn man sich ein Hotel oder die Gegend für den Urlaub mal eben anschauen will.

Aber, Hut ab liebes Sommerloch! Da zeigt sich einfach, dass Du Jahre lange Erfahrung hast. Ich hätte auch nie gedacht, dass es tatsächlich Politiker gibt, die auf diesen Zug aufspringen würden. Aber gut, ich bin auch kein Sommerloch, sondern nur ein kleiner Berater…

Ich freue mich schon riesig aufs nächste Jahr. Da wirst Du bestimmt wieder einen Kracher aus dem Hut zaubern. Was wird es wohl sein? Co2 in Sprudelflaschen schädigt das Klima? Hach, ich bin schon ganz gespannt …

Ich werde alt

Es gibt ja Dinge, die einem niemand erzählt. Zum Beispiel, dass man sich eigentlich immer wie 15 fühlt – egal wie nahe man der Schnabeltasse schon ist. Trotzdem, manche Dinge sind für mich so verblüffend wie Raumschiffe für Stubenfliegen.

Eines dieser Dinge: IPTV der Telekom.

Seit einigen Wochen habe ich VDSL und schaue per Internet Fernsehen. Nachdem die ersten Hürden überwunden waren läuft es echt gut. An dieser Stelle mal ein dickes Lob für den Telekom-Support. Das ist in den letzten Jahren echt viel, viel besser geworden. Aber zurück zum Thema.

Ich habe meine erste E-Mail per Internet 1990 verschickt (ca. 1985 per Mailbox). Als ich studierte, gab es auf dem Campus eine 64kb Leitung. Später waren 2MB mehr als genug, um eine ganze Firma ins Internet zu bringen. Jetzt habe ich 25MB zuhause.

Das Ethernet-Protokoll (für die Laien: damit laufen die Daten in eurer Wohnung durch die Gegend) ist alles, nur nicht elegant und effektiv. Es hat sich gegen andere Protokolle durchgesetzt, weil es preiswerter und einfacher war damit Netze zu bauen. Das Internet-Protokoll selber ist zwar wirklich in einigen Teilen genial, aber es war nie dafür gedacht, Daten sehr schnell zu transportieren.

Wenn ich also jetzt auf meinem Sofa sitze und mein Fernsehbild aus dem Internet kommt – in HD und mit 5.1 Sound… dann ist da für mich nahe an Magie. Vor allem, wenn man die Details kennt. Es ist viel passiert, seit dem ich vor 30 Jahren meinen ersten VC20 hatte …

Die Apple Revolution die kaum jemand mitbekommt

Apple hat es mittlerweile geschafft, dass Produktvorstellungen der der Tagesschau erwähnt werden. Daher gehe ich einfach mal davon aus, jeder hat mitbekommen: Es gibt ein neues iPhone.

Wie oft, wenn Steve Jobs neue Produkt vorstellt, gab es ein „One more thing“. Dahinter verbirgt sich dann meist der absolute Knaller. Oder er spricht (gefühlt) Stunden lang von irgendwelche Zahlen um dann (einen hab‘ ich noch) mit dieser Ankündigung endlich das neue Produkt vorzustellen.

Bei der iPhone 4 Präsentation war das „one more thing“ Facetime – Apples Version der Videotelefonie. Nun, wenn ich telefonieren laufe ich oft durch die Gegend oder mache Hausarbeiten. Für mich ist das also eher nichts. Trotzdem ist es eine Revolution.

Die Technik hinter Facetime hat Apple noch nicht komplett veröffentlicht (will es aber machen). Vermutlich werden dabei Standards wie ENUM etc. genutzt werden.
Klar ist aber, Apple hat mit Facetime erstmalig die Verbindung zwischen Handy und VoIP fest in ein Telefon verbaut – und zwar so, dass man es nutzen will.

Ist das jetzt so ungewöhnlich? Hell, yes! Die Mobilfunkanbieter möchten (verständlicherweise) festlegen, welche Leistung was kostet. So sind MMS teurer als SMS und wer mal testweise per UMTS ein Videotelefonat geführt hat, war über die anschließende Rechnung doch erstaunt.
Facetime läuft aber aktuell per WLAN. Und es scheint, als würde das „normale“ Gespräch terminiert werden, wenn Facetime gestartet wird. Auch wenn es später mal kein WLAN braucht, wird es wohl eine reine Nutzung per Datentarif sein. Die
Grenze zwischen Sprachdaten und anderen Daten wird also aufgehoben!

Viele Anbieter verbieten ja explizit die Nutzung von VoIP in ihren Datentarifen. Das nicht ganz ohne Grund. Angenommen, ich hätte eine Telefon, in das (sagen wir mal) Skype perfekt integriert ist. Und ich hätte eine Datenrate (kostet aktuell rund 25 EUR für 5 GB). Dann würde das locker ausreichen, um sehr kostengünstig ausgehende Gespräche zu führen. Gerade die Auslandstarife von Skype sind im Vergleich zu den normalen Mobilfunktarifen ja sehr gut. Der Umsatz der Mobilfunanbieter würde also zurück gehen.

Es fehlt natürlich bei Skype (oder anderen VoIP Anbietern) die Verbindung zwischen der eigentlichen Mobilfunknummer und dem VoIP Dienst. Sprich: Ich muss auf meinem Handy mindestens zwei Applikationen laufen lassen: Das „normale Telefon“ mit der Mobilfunknummer und die VoIP Applikation (von Krücken mit kostenpflichtiger Weiterleitung mal abgesehen)

FaceTime aber ist genau diese Verbindung. Damit wurde die Brücke zwischen den Techniken geschlagen und – man kann es gar nicht oft genug sagen – die Grenze zwischen Sprachedaten und anderen Daten verwischt. Und ich denke, das ist erst der Anfang.

Wenn sich die Mobilfunkanbieter nicht schnell auf diese Situation einstellen, können sie sich warm anziehen…