Archiv für den Monat: Mai 2011

Hörbuchtipp zum Wochenstart

Viele Leute haben vermutlich schon mal von Randy Pausch gehört. Die Zusammenfassung: Randy Pausch ist ein Professor der, nachdem er erfahren hat, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, eine „Last Lecture“ gehalten hat. Diese Last Lecture ist eine Tradition und wird von Professoren gehalten, die aus dem Lehrbetrieb ausscheiden und nun in einer letzten Vorlesung quasi ihren Studenten das mitteilen, was sie sagen würden wenn dies wirklich ihre letzte Vorlesung in ihrem Leben sei. Nun, bei Randy Pausch war es die letzte Vorlesung.

Auf Youtube findet man diese sehr beeindruckende Rede

Anschließend hat er noch ein Buch verfasst welches auch aus Hörbuch zu bekommen ist:
Last Lecture: Die Lehren meines Lebens.

Das Buch hat mehrere Themen. Zum einen beschreibt er nochmal den Verlauf seiner Krankheit und wie er anschließend seine Last Lecture geplant hat. Wichtige Inhalte der Last Lecture werden dabei nochmal aufgegriffen. Darüber hinaus geht es in dem Buch auch um seine Auffassung zur richtigen Lehre und den Umgang mit Studenten.

Herausgekommen ist ein wirklich wunderbares Buch eines Menschen der einem den Wert jeder einzelnen Lebenssekunde klar macht. Vorsicht, Autofahren mit Tränen in den Augen ist manchmal schwierig …

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Wie man ein guter Projektleiter wird

Stephen King hat mal geschrieben, es sei ganz einfach, ein guter Schriftsteller zu werden. Man müsse nur ein paar Jahre lang jeden Tag 5 Seiten schreiben. Damit wird man zwar nicht garantiert ein herausragender Autor, aber man wird gut.

Was das nun mit Projektleitung zu tun hat? Ganz einfach. Um ein guter Projektleiter zu werden muss man nur zwei einfache Regeln befolgen. Vergesst die ganzen Bücher, vergesst die vielen Kurse und Methoden (ok, also nicht komplett – die haben schon ihren Sinn).
Regel 1: Du musst lieben was du tust
Regel 2: Immer weiter machen

Und hier kommt noch ein großes Geheimnis. Ich sollte dafür eigentlich von jedem Leser 1000 EUR verlangen. Aber so bin ich halt. Also:
Das Geheimnis des Erfolgs: Was haben Stephen King, die Beatles, die Stones und tausende anderer Legenden gemeinsam?
1. Sie lieben was die machen
2. Sie haben nicht aufgegeben
3. Am Anfang waren alle unsere Legenden miese Anfänger

Den letzte Satz bitte ausschneiden und an den Spiegel hängen!

Die einfache Wahrheit ist, kaum jemand startet als Genie (höre ich da jemanden Mozart rufen? Ach, halt die Klappe). Die Leute wurden so gut, weil sie natürlich Talent hatten, weil sie natürlich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren – und weil sie niemals aufgegeben und immer weiter gemacht haben!

Mein liebster Pokerspieler, Daniel Negreanu, hat dies sehr schön in seinem Blog beschrieben. Negreanu ist dafür bekannt, dass er mit einer unglaublichen Trefferquote die Karten der Gegner „lesen“ kann. Außerdem ist der immer ruhig und freundlich („let’s play friendly poker“). Damit hat er sich aktuell rund 14 Mio. Dollar erspielt – nicht schlecht, oder? Um dahin zu kommen hat er mehrfach sein Geld verspielt, hat in miesen Hotels gewohnt und war mehr als einmal kurz davor, aufzugeben.

Hier seine Geschichte:

I can still remember the lonely walks back from Mirage to Budget Suites at Paradise and Twain at 3:00am after I went broke for the umpteenth time. Soul searching, analyzing what went wrong, then trying to figure out what I was going to do next. My life back then was very different. I’d wake up, take a quick shower (sometimes) then walk about 20 minutes to Mirage. Once I got in a game, there was no eating. I’d take a round off once in a blew moon to get a croissant and a yogurt at the snack bar. I’d barely miss one round. All I did was play poker. It was kind of awesome in a twisted way. I loved the game, loved the life, and loved the challenge of taking on the Las Vegas locals in the hopes of becoming one. I lost that challenge time and time again, but persevered, never quit, and eventually broke through and beat the game.

I remember even later, going broke in a $40-$80 game then running into a friend from Toronto named Zvi. I let him know „they got me“ and he loaned me $500 to go back in there. Yes, I know it’s beyond insane to play $40-$80 limit hold’em with a $500 bankroll, but those were different times. I turned that $500 into $2500, and a week later played my first ever WSOP bracelet event, the 1998 $2000 Pot Limit Hold’em tournament. It was also my first time playing pot limit, and I ended up… winning the whole dam thing! From $500 to a $169,000 payday in about a week. You’d think that would straighten me out for good, but no, I wasn’t satisfied with being a $40-$80 grinder. After staking people, bad loans, and playing higher stakes, I blew all that money too. It was all part of the learning experience, and I promise you I wouldn’t change one thing about it.

Kritik: Die 3 Stufen der Reaktion

Im Projektalltag werden Fehler gemacht. Also werden Menschen kritisiert. Dummerweise sind wir Menschen so gebaut, dass wir mit Kritik ein echtes Problem haben. Um die Sache noch schlimmer zu machen gibt es gerade in diesem Punkt auch riesige kulturelle Unterschiede.

Grundsätzlich findet man 3 verschiedene Reaktionsstufen auf Kritik. Nehmen wir mal an, mein Nachbar erwischt mit an den Mülltonnen und sagt mir, ich solle doch bitte Gelben-Punkt Müll nicht in die Restmülltonne werfen.

Stufe 1: Leugnung
„Ich? Wie kommen Sie denn jetzt da drauf?“
Der Nachbar sieht nur auf meine Mülltüte aus der einige Milchtüten herausschauen

Stufe 2: Ablenkung
„Ach, die. Das ist doch nichts. Sie müssen sich mal anschauen, was der Kattlewski alles hier reinwirft!“
Der Nachbar meint zurecht, dass er aber mit mir spricht.

Stufe 3: Angriff
„Und was jetzt? Rufen Sie die Müllpolizei? Kerl, Kerl, Kerl! Kümmern Sie sich besser mal um ihren eigenen Scheiß. Jeden Morgen lassen Sie den Motor ’ne halbe Stunde warmlaufen. Aber mir was von Mülltrennung erzählen!“

Dieses Verhalten ist uns scheinbar mehr oder minder angeboren. Die Fensterscheibe ist kaputt und draußen hängen Kinder herum. Einfach in die Runde fragen „Weiß einer was?“. Ein Kind wird sofort losplärren „Ich habe nicht den Ball beim Freistoß aus spitzem Winkel vor die Scheibe geschossen. Der Lukas hat mich dazu gezwungen“ – oder so ähnlich…

Wenn man als Projektleiter/Teamleiter diese Stufen kennt, kann man Kritik viel produktiver anbringen (ok, ich persönlich stehe in dem Ruf Kritik eher undiplomatisch zu äußern, aber das ist ein ganz anderes Thema).

1: Leugnung verhindern. Kritik sollte so sachlich fundiert und neutral sein, dass man es nicht mehr leugnen kann. Darüber hinaus haben persönliche Angriffe hier nichts zu suchen

2: Ablenkung verhindern Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen. Als Apple mit MobileMe einen Fehlstart hingelegt hat, holte Steve Jobs das komplette Team und faltete es in einer Rede zusammen. Jeder war an dem Desaster Schuld – das Team hat Mist gebaut, nicht einzelne Personen.

3: Keine Angriffe zulassen Sondern sofort die Lösung präsentieren.

Beispiel:
Option 1 (schlecht): Hey Du Depp, Du hast wieder eine fehlerhafte Version eingeschecked. Jetzt haben wir haben dem Server nur Murks und der Build ist fehlgeschlagen.

Option 2 (schon besser): Hallo Team, unser nächtlicher Build ist gestern fehlgeschlagen. Wir müssen uns da echt mal was ausdenken. Durch den Zeitdruck vergesse ich ja selber immer erstmal die Sachen lokal zu übersetzen. Folgende Idee: Beim einchecken schicken wir ab jetzt alle das Logfile des lokalen Builds mit. Dann kann man es nicht vergessen. Hat jemand noch andere Verbesserungsvorschläge?

Motivation, Management und Terminator 2 Flipper

Oder: Was ich durch diesen Flipper über Management gelernt habe.

Es ist schon viele Jahre her, da war ich im Vorstand eines Vereins, der Privatleute ins Internet bringen wollte. Das war weit bevor die Telekom angefangen hat, eine BTX/Internet Brücke zu bauen.

Der Verein hatte eine wöchentliche Hotline-Stunde. Und da es mit Mobilfunk auch noch nicht so weit her war, musste also zu dieser Hotline jemand im Vereinsbüro sein. Das wurde nicht bezahlt, das Büro befand sind in einem Keller – es war also nicht gerade super spannend. Wenn man Glück hatte, waren natürlich mehrere Leute anwesend. Dann machte es wieder Spaß. Aber oft war es einfach schwierig, die Hotline regelmäßig zu besetzen.

Was also tun? Zwingen kann man niemanden. Ok, man hätte es gekonnt. Aber Druck funktioniert in kreativen Berufen halt eher schlecht.

Unsere Lösung? Wir haben 1.000 DM investiert (oder 1.600? Die genaue Summe kenne ich nicht mehr, auch wenn ich damals Kassenwart war) und einen gebrauchten Terminator 2 Flipper gekauft. Nebenbei gemerkt ist dieser Flipper auf Grund seine wirklich guten Designs und Gameplay immer noch mein Liebling. Heute bekommt man ihn in gutem Zustand übrigens nicht unter 1.500 EUR.

Das Ergebnis: Zur Hotline-Stunde war das Büro überfüllt. Binne weniger Wochen war es ein regelmäßiger Termin, man spielte, quatschte, bestellte Pizza und – ach ja – manchmal rief auch jemand an und hatte ein Problem. Da immer 5-10 Personen anwesend waren, konnten so ziemlich alle noch so komplizierten Fragen beantwortet werden.

Die sehr wichtige Managament-Lektionen die sich daraus ergeben lautet natürlich:
1. Motivation ist immer besser als Zwang
2. Wenn Du für die eigentliche Aufgabe keine Motivation aufbauen kannst, schaffe eine Nebenmotivation
3. das Ergebnis zählt – und manchmal ist der direkte Weg nicht der Beste.

Gute Idee zur Mitarbeitersuche

Die Idee hier finde ich wirklich nett:
http://lifehacker.com/#!5798422/hire-the-right-person-for-the-job-by-listing-a-weeks-worth-of-work

Kurze Zusammenfassung:
Statt eine Stellenausschreibung mit den üblichen Füllwörtern zu erstellen („Muss gut im Team arbeiten können“), wurde einfach aufgelistet, was eine andere Person in diesem Job eine Woche lang macht. Besser kann man keine Anforderungen definieren.

Berechnung von Tagessätzen (1/2)

Wir Freelancer werden abends beim Bier ja gerne mal damit aufgezogen, dass wir uns mit unseren riesigen Tagessätzen eigentlich alle eine neue 40-Meter Yacht besäßen. Das ist natürlich Quark und zur Strafe sollte man Leute, die sowas erzählen sofort unter Deck der neu gekauften 40-Meter Yacht zum Bierholen schicken.

Warum sind die Tagessätze aber so wie sie sind. Oder anders ausgedrückt: Wie sollte ein Einsteiger rechnen? Was sollte er fordern, um nicht über den Tisch gezogen zu werden?

Eigentlich gibt es eine sehr einfache Faustformel: Man kalkuliert mit 100 bezahlten Arbeitstagen pro Jahr. Das sieht auf den ersten Blick sehr wenig aus, aber man sollte nicht vergessen, dass es unbezahlte Zeit gibt in denen man ein neues Projekt sucht, es gibt Urlaub, es dauert Zeit, den Beinbruch ausheilen zu lassen usw. usw. Daher sind 100 Tage eine gute Grundlage und alles darüber hinaus geht in die Altersvorsorge.

Im zweiten Schritt überlegt man sich, was man in einer vergleichbaren Festanstellung brutto verdienen will. Nehmen wir mal irgendeine Zahl und sagen, 60.000 EUR/Jahr. Schon habe ich meinen Tagessatz: Es sind 600 EUR.

Zu diesen 600 EUR kommen dann natürlich noch die Kosten für den oft vorhandenen Projektvermittler (zwischen 20% und 50%).

Wenn man so rechnet, hat man eine vernünftige Basis. Und auch wenn Endpreise von 800-1200 EUR auf den ersten Blick vielleicht sehr hoch scheinen, damit sind die Leasingraten für den Audi S5 noch nicht drin.

Jetzt kommt natürlich noch die spannende Frage, wie hoch die Einnahmen sein müssen, um über die Runden zu kommen (und den S5 zu bezahlen). Dafür kann man sich seinen ganz privaten Business-Plan bauen. Diesen Plan …

… werde ich morgen online stellen.