Archiv für den Monat: April 2011

Ich suche immer noch die Haken

Irgendwas muss ich übersehen haben, nur was?

Ab dem 1.7.2011 tritt das Steuervereinfachungsgesetz in Kraft. Ab diesem Datum kann man elektronische Rechnungen auch ohne qual. digitale Signatur zum Vorsteuerabzug heranziehen.

Kurze Erklärung: Wenn ich eine Rechnung bekomme, kann ich die enthaltene Mehrwertsteuer (= meine Vorsteuer) abziehen und bekomme diese vom Finanzamt wieder. Im Gegenzug muss ich Umsatzsteuer auf meine Rechnungen aufschlagen und an das Finanzamt abführen. Um aber die Vorsteuer abziehen zu können, gab es bei elektronischen Rechnungen (z.B. per Mail versendet) die Regel, dass diese digital signiert sein muss. Das hat sich jedoch in der Praxis nicht durchgesetzt.

Ab Juli gelten also andere Regeln. In einer FAQ des Finanzministeriums findet man viele Infos:
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_310/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Veroeffentlichungen__zu__Steuerarten/Umsatzsteuer/003.html#2

Und es scheint wirklich so zu sein, als wäre es in Zukunft möglich, Rechnungen ohne große Probleme per Mail zu verschicken und zu empfangen (ok, das ging auch schon vorher – aber dann durfte man die Vorsteuer nicht ziehen). Sollte es tatsächlich ein Gesetz geben, welches das Leben einfacher macht? Da muss ein Haken sein. Da ist bestimmt ein Haken bei. Ich finde ihn nur noch nicht …

Motorrad und Projekte

Was haben Motorradfahrer und Projektleiter gemeinsam?

Antwort: Sowohl Projektleiter als auch Motorradfahrer sind ohne Risikomanagement in Gefahr.

Ich plane gerade eine Tour. Da meine Maschine in 14 Jahren noch keinen Ausfall hatte gehe ich davon aus, dass auf jetzt nix passieren wird.

Trotzdem habe ich mein Boardwerkzeug überprüft, Ersatzteile (Kupplungshebel, Sicherungen) eingepackt und ich werde natürlich geschützte Klamotten anhaben. Natürlich wäre es im Sommer angenehmer, ohne Handschuhe, mit Jeans und T-Shirt zu fahren. Aber ich so bescheuert bin ich dann doch nicht. Klar, ich halte mich für einen sicheren Fahrer. Aber man weiß ja nie ob nicht doch etwas passiert. Außerdem bin ich nicht alleine unterwegs.

Langer Rede kurzer Sinn: Obwohl ich felesenfest überzeugt bin, dass weder mir noch meiner Maschine etwas passieren wird, treffe ich soweit mir möglich Vorkehrungen für eine ganze Reihe von Notfälle.

Projektleiter sollten genau so denken. Natürlich ist man der beste Projektleiter der Welt und es nicht schon nichts schief gehen. Aber nur für den Fall …

Jetzt kommt natürlich die Frage, ob man als Projektleiter also immer Gürtel und Hosenträger tragen sollte. Und zur Sicherheit könnte man sich die Hose noch festtackern. Antwort: Nein, natürlich nicht. Die Herausforderung im Risikomanagement liegt genau darin, Risiken zu berücksichtigen und zu bewerten, sich dadurch aber nicht zu sehr von der eigentlichen Arbeit ablenken zu lassen. Vor allem sollte man sich nicht von der Aufgabe selber ablenken lassen.

Anders ausgedrückt. Der sicherste Weg für meine Motorradtour ist bestimmt, ist fahre erst gar nicht los. Schließlich ist Motorrad fahren gefährlich. Also lasse ich es gleich sein. Das genau mache ich aber nicht. Denn hier habe ich ein Risiko, welches in zwar nicht steuern kann, aber ich akzeptiere es. Das Risiko lautet, ich kann sterben. Motorrad fahren kann tödlich sein. Ich kenne und akzeptiere das Risiko. Warum? Weil das Risiko <100% liegt (es ist 12-Mal wahrscheinlicher für einen Mann an Prostatakrebs zu sterben als auf dem Motorrad) und ich es kenne und akzeptiere. Das macht mich im Schadensfall natürlich nicht wieder lebendig…

Warum “glückliche” Menschen schneller zu einer Lösung kommen

Gerade habe ich einen sehr netten Artikel gelesen:
http://lifehacker.com/#!5791032/improve-your-luck-by-relaxing-keeping-an-open-mind-and-paying-attention-to-the-world-around-you

Die grobe Zusammenfassung sieht so aus:
Man hat zwei Gruppen die Aufgabe gegeben, die Fotos in einer Zeitung zu zählen. Die Gruppe die sich selber als Glückspilze bezeichnet hat, war viel schneller fertig. Warum?
Nun, die andere Gruppe hat alle Fotos gezählt. Die Glückspilze haben auf Seite zwei gefunden „Du kannst aufhören zu zählen, es sind 43 Fotos“.

Es gibt viele ähnliche Geschichten mit immer gleicher Moral: Man muss Chancen erkennen, man muss über den Tellerrand hinausblicken, man muss zielgerichtet arbeiten.

Wer eine Aufgabe bekommt und sofort stur losrennt ohne nach Links oder Rechts zu schauen, hat schon verloren.

Oder wie es auch so schön heißt: Wer arbeitet hat keine Zeit, Geld zu verdienen…