Archiv für den Monat: März 2011

Probleme und Lösungen

Ok, spielen wir mal „finde den Fehler“:

Ein Teammitglied kommt zu Dir als Projektleiter mit einem Problem und 3 möglichen Lösungen. Was würdest Du jetzt machen?

Na, wie lautet die Antwort? Wie? Man kann das nicht beantworten? Ich muss vorher die Lösungen beschreiben? Nope, falsch!

Der erste Schritt sieht nämlich anders aus. Gibt es das Problem überhaupt?

Klingt komisch, ist aber so. Im Projektalltag wird man ständig auf Baustellen treffen, die bei genauere Betrachtung gar keine Baustellen sind, oder zumindest so klein, dass sie eher nicht relevant sind.

Praktisches Beispiel. Jemand sieht das Problem, dass er für den Produktsupport eine Telefonhotline aufbauen muss und kommt nun mit dem Angebot von 4 Callcentern. In Wirklichkeit gibt es aber schon längt eine Hotline für ein Vorgängerprodukt die einfach weiter genutzt werden kann. Unrealistisch? Alles schon erlebt.

Auch in der Softwareentwicklung selber werden gerne Probleme gelöst, die man sich komplett schenken kann. Da finden sich im Projektplan plötzlich 10 Mio. EUR für eine Prozessautomatisierung. Schaut man genauer hin fällt auf, dass dieser Prozess einmal im Jahr genötigt wird und 30 Minuten dauert. Sprich, es gibt gar keinen Bedarf an dieser Lösung.

Ein wirklich großer Erfolgsfaktor für Projekte ist schlicht und einfach „Einfachheit“. Mach es so simpel wie möglich – aber noch einfacher. Kernprozesse identifizieren, Kernaufgaben lösen. Kritische Pfade aufzeigen, Probleme ständig hinterfragen. Der Rest ist Kür.

Ihr Heuchler!

Wenn ich mir anschaue, was unsere Politiker in den letzten Tagen aus Reaktion aus den unbeschreiblichen Katastrophen in Japan gemacht habe, werde ich so langsam agressiv.

Was ist denn eigentlich passiert? In einem Atomreaktor wird ein Super-GAU passieren. Kurz zur Definition: ein GAU (größter anzunehmender Unfall – Auslegungsstörfall) ist ein Szenario, für das ein Kraftwerk ausgelegt sein muss. Alles was darüber hinaus geht, ist dann der Super-GAU.
Als Ergebnis wird ein großer Landstrich für sehr lange Zeit unbewohnbar sein. Viele Menschen werden sterben müssen und die Auswirkungen für das Meer an dem der Reaktor liegt möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Zuletzt hatten wir das 1986 mit den bekannten Folgen.

Und plötzlich fällt unserer Regierung ein, dass die Atomkraft gefährlich ist. Hallo? Das war auch schon vorher klar. Das Risiko hat sich absolut nicht geändert. Es wurde nur akzeptiert. Die Atomwirtschaft hat viele schöne Wörter erfunden, zum Beispiel „Restrisiko“. Aber unterm Strich sah es ganz einfach so aus: Ja, Atomenergie ist gefährlich. Ja, es gibt ein Risiko. Ja, wir akzeptieren das Risiko.

Es ist grundsätzlich nicht verwerflich so zu denken. Wir haben auch Autos – obwohl durch Autos in den letzten 100 Jahren weltweit mehr Menschen zu Tode gekommen sind, als durch Atomkraft. Auch hier hat man eine Risiko-Nutzen Abschätzung gemacht und entschieden: Ja, wir wollen weiter Auto fahren.

Jetzt kommt es aber nicht so gut an zu sagen, wir haben uns bewusst für Atomkraft entschieden und in Kauf genommen, dass dadurch vielleicht einige Millionen Menschen sterben. Aber genau das wurde gemacht! Und, verdammt nochmal, dann steht auch dazu ihr Politiker. Steht auch dazu, ihr Energiekonzerne. Das Risiko war nicht 0, und jedes Risiko >0 kann eintreten. Punkt. Aus. So einfach ist das.

Plötzlich liefern sich die Minister der Länder jetzt ein Rennen, wer zuerst sein Kraftwerk abschalten darf. Seehofer erzählt in einem Interview vor 2 Tagen, sie hätten nun festgestellt, dass Kernkraftwerk Isar sei nicht gegen Flugzeugunglücke gesichert und würde daher abgeschaltet werden.

Ist das jetzt Dummheit oder Dreistigkeit? Nach einer Untersuchung von 2002 ist kein Kernkraftwerk in Deutschland dagegen gesichert. Und mit dem Argument müsste man die Kraftwerke eher sogar noch weiter betreiben. Denn wenn die Brennstäbe im Reaktor sind ist das sicherer, als wenn sie im Ausklingbecken liegen (denn wenn da das Flugzeug drauf kracht, wird das Desaster noch größer). Wo wir gerade dabei sind: Was macht man denn jetzt mit dem Zwischenlager in Gorleben? Die Castoren sind ebenfalls nicht gegen Flugzeugabstürze sicher und Die Lagerhalle schon mal gar nicht.

Und außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass in 3 Monaten die Reaktoren wieder hochgefahren werden – nach den Landtagswahlen und wenn sich die Stimmung etwas beruhigt hat. Man will ja die Stromkosten nicht zu sehr in die Höhe treiben …

Was ich will? Ich will, dass sich auch nur ein Politiker irgendwo man hinstellt und sagt:
Ja, wir haben einen großen Fehler gemacht.
Ja, wir haben mit dem Feuer gespielt und uns verbrannt. Und jetzt wo wir an der heiße Herdplatte gefasst haben (wobei die Folgen leider viel schlimmer sind als eine kleine Brandblase) wollen wir etwas ändern. Ja, wir sind für den Tod der Menschen mit verantwortlich und stehen zu dieser Verantwortung.

Mein Motorrad und E10

Eigentlich, also eigentlich dachte ich ja, ich hätte keine Probleme mit dem neuen E10 Sprit. Mein Bravo 198 hat zwar viele andere Macken, aber den Sprit schluckt er.

Dann aber fiel mir ein, das ich ja noch ein Motorrad in der Garage stehen habe. Und jetzt wird es spannend. Denn wenn die Infiormationen stimmen, ist E10 Benzin nicht lange langerfähig. Und „nicht lange“ heißt hier 4 Wochen.

Natürlich steht so ein Motorrad auch gerne mal länger als 4 Wochen in der Ecke. Das passiert zum Beispiel im Winter. Denn dank unserer schlauen Gesetzgeber bräuchte ich im Winter Winterreifen für mein Motorrad – die gibt es aber gar nicht. Damit bin ich übrigens nicht alleine. Es gbt nämlich relativ wenig (also fast eher gar keine) Winterreifen für Mopeds…

Ergebnis: Als Motorradfahrer hat man ein Problem und tankt wohl besser das neuer R98 Benzin.