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Glauben heißt wissen

Manchmal ist es sehr spannend, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Empfehlenswert sind z.B. gleichzeitig The Secret, Bleep und Prometheus Rising zu lesen.

Die ersten beiden Bücher sind ziemlich esoterisch und seit erstaunlich langer Zeit weit oben in den Verkaufscharts (vor allem „The Secret“). Es gebt dabei – sehr knapp zusammengefasst – um die Idee, dass all‘ unsere Wünsche Wirklichkeit werden können. Wenn ich es schaffe, von einer Sache überzeugt zu sein, wird sie auch eintreten. Das Buch gibt dabei sowohl kleine Beispiele („ich werde gleich hier vor meiner Haustür auf den leeren Parkplatz fahren“), zeigt aber auch größere Ziele („ich habe das Modell des Hauses gebaut in dem ich 15 Jahre später wirklich lebe“). Der wichtige Trick dabei sein, nicht negativ zu denken. Man darf sich also nicht sagen „ich werde keine Erkältung bekommen“. Denn das Universum wird nur „Erkältung“ hören und – bumms – schon liegt man flach. Statt dessen muss man sich sagen „ich freue mich, dass ich den ganzen Winter über gesund sein werde“.

Langer Rede kurzer Sinn: Sobald ich einen Wunsch äußer, wird das Universum alles tun, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

Das wird dann in späteren Büchern und Filmen irgendwann mal mehr oder minder Quantenphysikalisch „erklärt“ und am Ende eines dieser Filme wird eine Menschenkette rund um Jerusalem (? oder einer anderen Stadt) durch die ständige Wiederholung von „I Am That I Am“ die Verbrechensrate senken.

Kommen wir nun zum dem zweiten Buch. Auf deutsch heißt es Der neue Prometheus. Es ist leider vergriffen und kostet gebraucht ab 300 EUR (Stand Dezember 2009). Keine Ahnung, warum es so teuer ist. Aber ich könnte wohl meine Urlaubskasse aufbessern – ich habe die Ausgabe nämlich zuhause. Die englische Taschenbuchausgabe ist aber noch erhältlich.

Bei dem Buch von R.A. Wilson geht es (unter anderem und wieder nur sehr knapp wiedergegeben) darum, dass in unserem Gehirn zwei Teile arbeiten, der „Denker“ und der „Beweiser“. Die Idee ist nun, dass der „Denker“ eine Theorie aufstellt und der „Beweiser“ nun alles dafür tut, um diese Theorie auch zu beweisen. Wenn der „Denker“ also vermutet, dass er nie einen Parkplatz bekommt, wird der „Beweiser“ alle Beweise dafür sammeln. Er wird sich also merken, dass man im letzten Monat 10 mal keinen Parkplatz gefunden hat. Die 30 erfolgreichen Suchen? Nun, die „vergisst“ der Beweiser. Ich halte mich für einen Langweiler der keine Freunde findet? Dann wird es auch so sein.

Beide Bücher gehen also von der gleichen Erkenntnis aus: Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere persönliche Realität. Die Esoterikbücher erklären es nun damit, dass eine wie auch immer geartete Macht im Universum dafür verantwortlich ist. Robert Anton Wilson (dessen Bücher man übrigens alle gelesen haben sollte) erklärt es einfach damit, dass unsere Einbildung (der Denker) sowohl unsere Wahrnehmung wie auch unser Verhalten steuern und durch entsprechendes Feedback schließlich die Realität beeinflussen. Ich persönlich würde eher auf Wilson wetten …

Was auch immer die Ursache sein mag (Gehirn oder Universum), die Macht des positiven Denkens ist erstaunlich groß. Und schon sind wir beim Projektgeschäft.

Wie oft kommt es vor, dass wir in unserem Alltag auch nur Beweise für unsere negativen Meinungen suchen. „Der Entwickler XYZ ist eine Niete“, „Das Projekt wird eh‘ nix“, „In dieser Umgebung kann ich nicht arbeiten“, „Ich arbeite viel zu viel“
Und so weiter, und so weiter…

Es ist unglaublich schwer, wirklich objektiv zu sein. Dass, was wir für Objektivität halten, ist zu 20% Realität und zu 80% von unserem „Beweiser“ in unserem Kopf gesteuert. Das ist bei Konflikten ein Problem. Nicht nur, dass alle Parteien glauben, sie seinen im Recht. Die sind auch noch völlig davon überzeugt, die seien objektiv im Recht.

Was kann man für seinen Alltag daraus ziehen?
1. Spiralen erkennen
Wenn ich unzufrieden bin, wenn ich denke, ich arbeite zu viel. Wird das meine Unzufriedenheit steigern. Es wird sogar meine Arbeitslast steigern. Diese Abwärtsspirale ist schwer zu erkennen
2. Sich seiner Subjektivität bewusst sein
Egal, für wie schlau wir uns halten. Egal, wie objektiv wir scheinen. Wir sind es nicht!
3. Sich selber positiv manipulieren
Ok, das klingt vielleicht seltsam. Aber es ist möglich, seine eigene Grundeinstellung bzgl. einer Aufgabe zu verbessern
4. Seine Umgebung verstehen
Der Gegenüber ist nicht dämlich, verbohrt und unfähig, die Dinge vernünftig zu sehen. Sein „Beweiser“ hat ihm nur andere Dinge bewiesen, wie mein „Beweiser“. Er ist von seiner Realität genau so überzeugt, wie ich von meiner Realität. Wer das berücksichtigt, wird in Diskussionen und Verhandlungen seinen Erfolg massiv steigern können.

One thought on “Glauben heißt wissen

  • Andreas F. sagt:

    Witzig, daß die beiden ersten Bücher sozialpsychologische Effekte (im Wesentlichen beschreibst Du doch nur die „selbsterfüllende Prophezeiung“ ?) quantenphysikalisch zu erkläeren versuchen.

    R. A. Wilson hat ja in „quantum psychology“ genau den umgekehrten Weg beschritten – er erklärt, daß die Quantenphysik tatsächlich viel stärker unser Denken, als die Welt um uns herum, beschreibt.

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