Archiv für den Monat: August 2009

Mein iPhone hat Humor

Das Abendessen ist gekocht und ich mache mir zur Feier des Tages eine Dose Guinness auf.

Dummerweise schäumt es total über und im anschließenden Chaos kippe ich auch noch etwas von der edel Flüssigkeit auf mein iPhone.

Anzeige im iPhone (kein Scherz!): „Dieses Zubehör ist nicht mit kompatibel zum iPhone“

Was ein wenig Feuchtigkeit in der Anschlussleiste alles bewirken kann…

Politik im Sprechzimmer

Was würde wohl passieren, wenn ich zu einem neuen Kunden gehe und ihm erstmal ein Zettel in die Hand drücke, in dem ich gegen die Voratsdatenspeicherung argumentiere und mich gegen bestimme Parteien äußer? Richtig, der Kunde würde mich hinauswerfen. Es ist schlechter Stil und gehört da nicht hin.

Warum, frage ich mich, lässt sich die Ärzteschaft darauf ein, genau sowas zu mach?!?

Ich war heute beim Dermatologen um mich auf Hautkrebs untersuchen zu lassen. Die erste Überraschung erlebte ich schon, also ich den Termin ausmachte. Alle Hautärzte Südhessens haben sich wohl abgesprochen und weigern sich, die Untersuchung kostenlos durchzuführen. Das ist zwar gesetzlich zu vorgesehen, sie machen es aber nicht. Ihr Argument ist, dass die gesetzliche Untersuchung zu schlecht sei und sie einviel aufwändigere, bessere Untersuchung machen – oder keine. Meine Krankenkasse konnte mir nicht weiterhelfen. Sie empfahlen mir, ich könne doch zu einem Allgemeinmediziner der eine 8-Stunden Fortbildung für die Erkennung von Hautkrebs gemacht hat – das wollte ich jetzt aber nicht.

Also gut. 30 EUR soll wir mein Leben wert sein.

Bei der Anmeldung bekam ich dann ein Din A4 Zettel mit „Patienteninformationen“. Diese Informationen bestanden aus Vorwürfen gegen die SPD (sie wurde explizit erwähnt) und ihre Gesundheitspolitik. Glaubt man dem Zettel, machen alle Fachärzte unglaubliche Verluste und werden bald am Bettelstab enden.

Ich kann die Argumente nicht bewerten, dafür fehlen mir Informationen. Aber ich war kurz davor, einfach wieder zu gehen. Soetwas hat aus meiner Sicht dort nichts zu suchen. Ich möchte geheilt werden und keine Wahlkampfveranstaltung besuchen. Hier wird eiskalt ausgenutzt, dass man zum Arzt gehen muss – man hat ja meistens ein Problem. Auch wird hier das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient missbraucht.

Ach ja, wie meine 30 EUR teure Untersuchung war? Sie hat gefühlte 90 Sekunden gedauert. Man muss dazu wissen, dass ich reichlich, teilweise verfärbte Muttermale habe. Aber so ein echter Experte scannt das natürlich alles aus 2 Meter Entfernung in Rekordzeit …

Realsatire?

Ich sitze gerade vor den Briefwahlunterlagen für die anstehende Kommunalwahl. Zwei Fragen treiben mich um.

1. Wer mag wohl der weniger schlechte Bürgermeister sein?

2. Ist es nicht erstaunlich, dass die zu Wahl stehenden Vertreter der DVU dem Nachnamen nach alle Nachkommen von Einwanderern zur Zeit der Hochzeit des Kohleabbaus im 19. Jahrhundert sind? Die hätten sich also damals dann selber wieder rauswerfen müssen?

Wie man schlechtes Projektmanagement zu 100% erkennen kann

So, lieber Leser. Sie sind Auftraggeber und wollen wissen, ob das Projektmanagement des Auftragnehmers etwas taugt? Sie fragen natürlich nach Prince2, PMBOK oder was auch immmer. Aber es geht – zumindest im laufenden Projekt – viel einfacher.

Hier aber nun die absolute, fehlerfreie Möglichkeit in einem laufenden Projekt zu erkennen, ob die Projektleitung etwas taugt. Es ist (Trommelwirbel):

Achten Sie darauf, ob der Projektleiter den Projektplan im Projekt anpasst. Falls nein, ist er unfähig.

Klingt komisch, ist es aber nicht. Denn:
Kein Projekt der Welt wird ab einer bestimmten Größe 100% nach Plan laufen (es sei denn, man ist so wahnsinning unglaublich gut wie ich…). Wenn dem so wäre, bräuchte man keine Projektleiter. Man muss ständig auf Veränderungen reagieren und neu planen.

Dem gute Projektleiter ist das klar und er hat keine Probleme damit. Er kommuniziert offen und ehrlich und kann Verschiebungen im Projektplan – egal ob sie nun Zeit oder Inhalt betreffen – fundiert begründen.
Der schlechte Projektleiter wird bis 2 Stunden vor Projektende behaupten, dass alles im Plan sei. Anschließend bricht dann das Chaos aus.

Ich glaube, mit diesem Kriterium kann man 90% der schlechten Projektleiter erkennen.

Ich mach’ hier doch eh’ alles alleine

Ich habe 8 Jahre (also mein komplettes Studentenleben) in 3 verschiedenen Wohngemeinschaften verbracht. Was nebenbei bemerkt zeigt, dass man auch gut zurecht kommen kann, wenn man sein Studium nicht in 8 Semestern abschließt – aber das ist ein anderes Thema.

In vielen WGs gibt es das gleiche Phänomen: Jeder ist der Meinung, nur er würde sich einzig und alleine um den Haushalt kümmern. Der Rest der WG lässt die Wohnung im Chaos versinken. Irgendwann sind alle sauer und niemand mehr macht was. Wenn dann langsam 50 Silberfische auf einen Bewohner kommen, passiert mit viel Glück etwas.

Woran das liegt? Relativ einfach: Unterschiedliche Prioritäten (ok, und vielleicht auch noch unterschiedliche Schmutz-Akzeptanz-Level). Wenn ich die Küche sauber mache, achte ich vielleicht darauf, dass der Herd super schön sauber ist. Mein Mitbewohner kommt 10 Minuten später in die Küche, sieht, dass der Kühlschrank eher dreckig ist, wird total sauer und übersieht den wunderbaren Kühlschrank.

Der Gag dabei ist: Eigentlich ergänzt sich das ja super. Ich konzentriere mich auf den Herd, mein Mitbewohner auf den Kühlschrank und die komplette Küche glänzt.

(So lieber Leser. Du fragst Du sicher, wie ich jetzt den Schwenk auf Projektmanagement hinbekommen will. Na, so:)

Bei Großprojekten kann man manchmal ähnliche Dinge erleben. Es gibt mehrere Teilprojektleiter mit unterschiedlichen „Prioritäten“. Ein Projektleiter hält Anforderungsmanagement für extrem wichtig, der andere findet, dass es doch total egal ist, was in der Entwicklungsphase passiert, hauptsache die Testphase ist perfekt. Das Ergebnis ist dann wie bei der WG: beide Projektleiter halten den jeweile Anderen für einen Vollhorst, weil der keine Ahnung von Projektmanagement hat.

Es gibt dabei unerschöpfliche Möglichkeiten, Streit zu suchen. Pragmatiker vs. Visionär, Controler & Macher usw. usw.

Auch hier hilft es, zum Projektstart (!) einfach mal abzugleichen, wer denn welche Stärken und Schwächen hat. Warum sollten Teilprojektleiter denn zwingend aneinander vorbei arbeiten. Man kann sich schließlich auch ergänzen.

Das klappt leider nicht von alleine. Solche Prozesse können nur durch die Gesamtprojektleitung angestoßen werden. Auc hier gilt: Der Fisch… ähm.. das Projekt stinkt vom Kopf…