Archiv für den Monat: März 2009

E-Mails in Firmen

Herr Mehdorn hat ja im Augenblick richtig Ärger an der Backe. Durch seinen – dummen – Versuch immer nur das zuzugeben, was gerade rauskommt und dies dann auch noch kleinzureden schießt er sich vermutlich selber aus dem Amt.

Aber wie ist das mit E-Mails in Firmen eigentlich? Dürfen die überwacht werden?

Nun, im Prinzip schon.
Grundsätzlich ist es natürlich so, dass E-Mails nicht überwacht werden dürfen. Dies ist für einen Admin oft ein Problem. Es gibt Situationen, in denen man es kaum vermeiden kann, eine Mail einzusehen. Ein Admin, der die Mails seiner Kollegen mitliest ist aber grundsätzlich seinen Job los (und potentiell im Knast).

Dies kann aber durch den Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung geändert werden. Wenn dem Mitarbeiter ausdrücklich gesagt wird, dass E-Mails nur dienstlich sein dürfen, ändert sich die Situation. In diesem Fall „gehören“ die Mails der Firma und sie können mitgelesen werden. Dies aber nur, wenn es nötig ist.

Laut Spiegel wurden bei der Bahn Mails gelöscht. Wie sieht es damit aus?

Das geht natürlich gar nicht. Man könnte sich überlegen, ob man solche Mails nicht zustellt. Aber löschen ist sehr schlecht. Weil: Wenn geregelt ist, dass alle Mails betrieblich sind, unterliegen sie der Archivierungspflicht

Archivierungspflicht?

Das wissen vor allem kleine Firmen und Einzelunternehmer nicht. Laut Gesetz müssen ja alle Firmenunterlagen archiviert werden (in der Regel 10 Jahre). Mails gehören ebenfalls dazu. Also müssten diese auch archiviert werden.

Wie kann ich mich als Admin absichern?

Ich kenne tatsächlich Admins, bei denen hat der Arbeitgeber, als er sie loswerden wollte, die Datenschutzkarte gezogen und ihnen mit der Begründung gekündigt, sie hätten private Mails gelesen. Im Interesse von Admin und Arbeitgeber sollte man daher eine schriftliche Vereinbarung treffen. Die besagt, dass ein Admin, falls es für die Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes notwendig ist, fremde E-Mails einsehen darf. Er sollte aber ebenfalls festgehalten werden, dass er so erlangte Informationen auf keinen Fall weiter geben darf.
Ich selber war schon mal in der Situation, dass ich (als CTO) von einem Geschäftsführer aufgefordert wurde, die Mail eines Angestellten weiterzuleiten. Ich habe mich zwar geweigert, befand mich aber – mangels Absicherung – in einer Zwickmühle. Man hätte mir es auch so auslegen können, dass ich dadurch selber meinen Job verloren hätte…

Nehmen Sie doch Comic Sans

Die Comic Sans Schrift ist so eine Art „Designer running gag“. Die meisten Grafiker würden sich lieber die Finger abschneiden lassen, als diese Schrift zu benutzen. Dabei ist es keine wirklich schlechte Schrift. Sie wurde nur so häufig an falschen Orten eingesetzt, dass man sie nur noch schwer ertragen kann.

Ich habe oft in Teams gearbeitet, in dem der Satz „Super Design, wenn Du jetzt noch die Überschrift in Comic Sans setzt, ist es perfekt“ eine andere Art war, zu sagen „Das ist totaler Müll!“.

Ich musste mich daher sehr, sehr konzentrieren, als mir ein Kunde tatsächlich vorschlug, ich sollte doch an einer Stelle auf der Web-Seite Comic-Sans einsetzen. Meinen Hinweis, dass man das nicht mehr macht hat er nicht wirklich verstanden.

http://www.bancomicsans.com/

Projekt 6

Ich habe ein neues Projekt – allerdings ein internes…

Wenn man viel läuft, benötigt man viel Energie. Daher besteht meine Ernährung aus vielen Kohlenhydraten. Außerdem läuft man ja auch, um ohne schlechtes Gewissen die tägliche Tafel Schokolade zu essen.

Preisfrage: Was passiert, wenn man den Sport komplett einstellt, aber genauso weiter frisst wie vorher?
Richtig! Man nimmt in erstaunlich schneller Zeit erstaunlich viel zu.

Das muss sich ändern.

Der Wiedereinstieg ins Laufen ist gar nicht so einfach. Ich lief vorher rund 50Km/Woche. Daher ist es extrem frustrierend, wenn man losläuft und nach 40 Minuten schon das Gefühl hat, es könnte jetzt reichen. Die Puls/GPS-Uhr scheint auch nach der langen Lagerung defekt zu sein. So langsam war ich noch nie unterwegs. Ich bin locker 1Min/Km langsamer, als „normal“ – und das ist echt viel.

Der Trick – und jetzt schlagen wir elegant die Brücke zum Projektmanagement – liegt einfach darin, vor Zieldefinition und Plan erstmal die Ist-Situation zu analysieren. Die letzten Wochen vor einem Marathon musste ich bislang eher aufpassen, nicht zuviel abzunehmen. Aber da war die Ausgangslage ganz anders.

Ich habe das schon öfter geschrieben: Bevor man den Weg definiert, muss man schauen, wo man startet.

Also, sehen wir den Tatsachen ins Auge: ich bin fett und unsportlich geworden. Da muss ich wohl langsam starten.

Egal. mein Ziel: 6 Kg in 4 Monaten. Ziel 2: 77Kg zum Berlin-Marathon.

Schritt für Schritt für Schritt

A)
Die sogenannte Onlinedurchsuchung (eher: Ausweitung des Lauschangriffes auf Computer) wird beschlossen. Unser Innenminister betont mehrfach, dass diese Maßnahme nur für die Terrorabwehr benötigt würde und nur sehr selten eingesetzt wird.
Und wer kann sich schon gegen die Terrorbekämpfung stellen?

B)
Immer öfter wird die Forderung laut, die Onlinedurchsuchung auch für „schwere“ Verbrechen einzusetzen. Gemeint sind damit Taten, die eine Gefängnisstrafe >5 Jahre mit sich bringen.

C)
Die Regierung versucht, die Sperrung von Kinderpornoseiten durchzusetzen – und wer kann das schon schlecht finden. Dabei wird in der öffentlichen Diskussion verschwiegen, dass dies faktisch nicht möglich ist wenn man mit Negativlisten (einzelne Seiten sperren) arbeiten. Eine 98% Sicherheit würde bedeuten, dass man mit Positivlisten arbeiten muss, also alles sperrt und dann einzelne Ziele erlaubt.
Daneben stellt sich die Frage der Haftung bei Fehlern. Nehmen wir mal an, ein Ziel wird gesperrt. Dies kann nur auf IP Level einigermaßen sinnvoll sein. Das Internet ist aber sehr schnell in Bewegung. 6 Monate später ist unter der Adresse ein Anbieter von CRM Software erreichbar. Was nun? Oder was passiert, wenn jemand durch einen Fehler auf der Liste erscheint? Als Kunde könnte ich u.U. meinen Provider in die Haftung nehmen. Als Telekom würde ich mich da auch gegen wehren.

BTW: Ich habe die Quelle leider nicht mehr gefunden. Aber sehr viele Server von Kinderpornoanbietern stehen in Staaten in denen man dafür belangt wird – es wäre also möglich, dagegen vorzugehen.

Aber nehmen wir mal an, eine Sperre – in welcher Form auch immer – wird nun durchkommen. Ich wette einen Euro, dass es keine 12 Monate dauern wird bis …

D) Führende Politiker fordern eine Sperre für
– Seiten von Neonazis
– Auftritten von Islamisten
(Wer kann das schon falsch finden)

E)
– Internet Tauschbörsen
– Counterstrike Servern
– usw. usw.

Die Idee von Freiheit war schön, aber wir haben es wohl versemmelt.

Adding manpower to a late project …

… makes it even more late.

Dieser Satz wurde in unzähligen IT Projekten bestätigt. Der Grund für diese Regel ist sehr simpel. Mehr Menschen bedeutet auch mehr Kommunikation, mehr Einarbeitungszeit, mehr Reibungsverluste.

Die Fehler wurden jedoch (mit 99% Wahrscheinlichkeit) zum Projektstart gemacht. Die Architektur war falsch, das Team war falsch, die Aufgabe wurde nicht verstanden, Whatever.

Als Dienstleister traut man sich leider scheinbar oft nicht diese Fehler zuzugeben (oder kann es auch nicht). Darüber hinaus beruhigt es den Kunden meistens erheblich, wenn der Dienstleister anbietet, mehr Leute in das Projekt zu setzen.

Daran musste ich gerade denken, als ich einen Artikel bei DerWesten gelesen habe. Es geht darum, dass T-Systems ein Bus-Informations-System nicht fertig bekommt. Mein Lieblingssatz:

Nur die Zusage von T-System, den Mitarbeiter-Stab des Projekts deutlich aufzustocken, ließ DSW noch einmal hoffen.

Nein, solche „Zusagen“ sollten einem eher Angst machen …

Wie Dumm kann man sein

Vor einiger Zeit hatte ich Vorlagen für Planning Poker veröffentlicht. Eine Firma setzte daraufhin einen Link in einen Kommentar über den man solche Kartensätze bei denen kaufen kann.

Ich möchte allerdings selber bestimmen, welche Werbung ich auf mein Blog setze. Also habe ich, wie üblich, den Link gelöscht.

Jetzt gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

A) Gar nix machen
Solche Werbung hat nun mal keine Erfolgsgarantie. Also was soll’s.

B) Ab zur Postabteilung
Ein paar Kartensätze verpacken und an mich schicken. Vieleicht finde ich ja Gefallen an den Karten und schreibe darüber (BTW: vor einigen Wochen wurde ich gefragt, ob ich über eine Software etwas schreibe – gegen die Vollversion. Ich habe zugesagt, aber noch keine Zeit gehabt. Kann man also machen).

C) Zum Telefonhörer greifen
Einfach mal anrufen und mit den Link gegen die Einladung zum Kaffee aufschwatzen. Aus solchen unverbindlichen Gesprächen sind schon interessante Zusammenarbeiten entstanden.

D) Es einfach nochmal versuchen
Da finde ich doch heute einen neuen Kommantar:

Oje… Werbung… aber ist es nicht auch eine gute Information für alle die, die Karten brauchen?
Wir hören so oft, dass es echt schwierig ist Anbieter für Karten zu finden…
Also da appelliere ich doch einfach mal den Link zu (nervige Firma) drin zu lassen :-)

Aber wie dumm muss man dafür sein?!? Reicht es nicht, dass ich einmal „Nein“ gesagt habe? Reicht es nicht, dass ich ankündige, Werbung mit 895 EUR in Rechnung zu stellen? Man kann über alles reden. Aber, liebe Firma Agile42, so macht man es nicht!

Übrigens: Ihr verlangt pro Satz 6,50 EUR (ein Satz pro Teammember, zusammen mit Business Value Game). Andere Anbieter liegen bei 8 EUR für 4 Sätze. Euer Angebot ist also 3X so teuer. Und da wundert ihr euch, dass ich euch nicht empfehle? Hmm …

Hier mal ein paar Links zu anderen Anbietern:
http://store.mountaingoatsoftware.com/products/planning-poker-cards (8 EUR für 4 Sätze)
http://www.crisp.se/planningpoker/ (2,50$ pro Satz)
http://www.softhouse.se/dynamic.asp?levels_id=180&link=7&mall=2&parent=10 (Teil des Scrum Master Kits)

Amoklauf und Medikamente

Ich habe keine Ahnung, ob diese Behauptung stimmt, aber das lässt sich ja überprüfen:

Alle Jugendlichen die in den letzten 10 Jahre in Amerika Amok gelaufen sind, wurden mit Psychopharmaka behandelt, hauptsächlich Antidepressiva.

Das Zitat findet man hier: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/03/es-sind-die-medikamente-und-nicht-die.html

Eine Auflistung: http://www.ssristories.com/index.php

Komisch, darüber findet man nichts in den Massenmedien.

(via)

Bitte nicht schon wieder

Ich habe meine Meinung zu dem Thema schon mal geschrieben.

Die Ereignisse in Winnenden sind schrecklich und unbegreiflich. Für mich unerträglich wird es, wenn Politiker die Ereignisse nutzen, um ihrem Egotrip zu fröhen.

2007 ist das Land Bayern mit dem Versuch gescheitert, „Killerspiele“ (was immer damit auch gemeint sein soll) zu verbieten.
Und was passiert nun? Der Innenminister Bayerns (Joachim Herrmann) nutzt die aktuellen Situation, um wieder ein Verbot zu fordern.

Ich kann gar nicht ausrücken, wie sehr mich so ein Verhalten anwidert. Wobei, ich könnte es schon. Aber dann würde ich vermutlich wegen Beleididung drankommen – mindestens. Also versuche ich es mal so. Viele Junge Leute scheinen eine Art Hilf- und Machtlosigkeit zu spüren. Sie haben das Gefühl, dass sie nichts ändern können und niemand auf sie reagiert. Durch solche unsäglichen Aktionen wie die des Herrn Hermann wird das Gefühl nur verstärkt.

Und wo ich mich schon mal aufrege: Phoenix zeigte am Tag des Amoklaufs eine ältere (Pseudo-)Dokumentation über die Gefahr von Killerspielen. Dabei wurde u.a. eine Version von Counter-Strike gezeigt, die in Deutschland gar nicht erhältlich ist – aber man wollte ja schließlich viel Blut zeigen. Aber das kennen wir ja schon alles

Projektsuche

Auch der schönste Urlaub hat nun mal sein Ende – ich bin also auf Projektsuche.

Lasse ich mich von der aktuellen Wirtschaftkrise nervös machen? Eher nicht – zumindest noch nicht. Ich glaube an meine 10% Regel:

– Ich bewerbe mich jeden Tag für (mind.) ein Projekt
– Mindestens auf jede 10. Anfrage erhalte ich eine Reaktion
– 10% der konkreten Gespräche führen zu einem Projekt.

Nach dieser Theorie habe ich also nach maximal 3 Monaten ein neues Projekt. In der Vergangenheit war es allerdings so, dass es 2-4 Wochen dauerte.

Trotzdem hat die Wirtschatskrise spürbare Auswirkungen. Die angebotenen Tagessätze gehen massiv zurück. Man mag jetzt nun spekulieren, ob dies am geringeren Budget, am Verhältnis Angebot und Nachfrage oder einfach daran liegt, dass einige Firmen die Angst ausnutzen wollen …

P.S. : Sollte ein Leser gerade einen fähigen Projektleiter suchen …

1. Installation

Die Aufgaben sind klar verteilt. Der Geschäftsführung hält eine Motivationsrede, die Gesamtprojektleiterung hängt auf dem Sofa herum und ich hänge mit beiden Armen tief in einem Kabelsalat und versuch, die Systeme zur 1. Installation vorzubereiten. Eigentlich hätte so ein Weltkonzern dafür eine IT-Abteilung haben sollen, aber wo ich schon mal da war…

Nach 5 Minuten stehen mir die Tränen in den Augen. Welcher Depp hat den jede Kabelverbindung mit Duct-Tape verklept?!? Man kann es auch übertreiben. Bei dem Versuch, eine Verbindung zu lösen, schrotte ich ein USB Kabel. Ich habe für fast jedes Gerät ein Ersatzgerät mitgenommen. Ich habe mehrere Computer, mehrere Kartenleser, mehrere Drucker … aber kein USB Kabel.

Eigentlich ja kein Problem. Es gibt ja genügend Läden, die sowas verkaufen. Dummerweise haben wir 07:00 Uhr und ich bin seit 05:00 Uhr auf den Beiden. Also habe ich jetzt 2 Stunden Kaffeepause.

Grummel …