Archiv für den Monat: August 2008

Schlechte Vorbereitung

Tja, da saßen wir zum Mittagessen beim Italiener und plauderten über Motorräder.

Ich erzählte, dass es mir zum ersten Mal nach einer längeren Fahrpause (3 Monate) echt schwer fallen würde, wieder vernünftig zu fahren. Irgendwie klappt nichts richtig.

Beim nächsten Versuch Tags drauf war es ähnlich. Ich hatte kein Gefühl für die Kurven und mehrfach rutschte mir sogar auf nasser Straße das Hinterrad weg.

Dann dämmerte es mir. Wann hatte ich eigentlich zuletzt den Reifendruck kontrolliert?

Und richtig: der Reifendruck war halb so groß, wie benötigt. Ich Depp!

Was lernen wir daraus: Bei jedem Projekt ist Vorbereitung wichtig (in diesem Falle sogar lebenswichtig). Und egal wie viel Routine man hat, man wird etwas vergessen…

Der Launch

Solche Tage sind immer wieder wie das mündliche Abitur – zumindest fühle ich mich irgendwie so: Die neue Web-Applikation geht an den Start.

Die neue Version wurde intensiv getestet. Es gibt noch ein paar Probleme, aber wir haben Timeboxing betrieben. Eigentlich sollte alles klappen. Aber man weiß ja nie (um die Parallele zu meinem Abitur zu ziehen: Man kann auch als Thema „Verkehrsverdichtungsraum Neckar-Ulm“ bekommen, während alle anderen Mitschüler irgendwelche Entwicklungsländer bekamen).

Kommen wir zu ersten Regel: Bei jedem Launch wird etwas schief gehen. Also sollte man den Temin sinnvoll wählen. Freitag 20:00 ist nicht sinnvoll. Es muss sicher gestellt sein, dass alle wichtigen Personen erreicht werden können.

Ein anderer Aspekt ist die Last. Web-Anwendungen müssen sich „einschwingen“ alle Caches müssen gefüllt werden, alle Code-Teile übersetzt etc. pp. Wenn man dann eine bestehenden Plattform auf einen neue Version bringt, wird diese erst einmal langsamer. Ist dann noch richtig viel los, wird es übel. Also: Montag 07:30 ist ein guter Termin.

So, den rechtlichen Tag werde ich jetzt damit zubringen, auf die Logfiles zu starren. Müde die Übung gelingen.

Der Projektleiter als Coach?

Ein gern genutztes Bild ist es, einen Projektleiter als Trainer des Teams zu sehen. Ich bin da mittlerweile anderer Meinung.

Ein Trainer hat die Aufgabe, sein Team zu verbessern. Er gibt Strategien vor. Er übt und trainiert mit den Leuten. Das Team folgt dem Trainer.

In einem agilen Umfeld hat ein Projektleiter eine etwas andere Aufgabe. Er ist nicht mehr der Chef im Ring. Er hat das Team mit Bedacht ausgewählt und hat die richtigen Leute für die richtigen Aufgaben vorgesehen. Jetzt ist seine absolute Hauptaufgabe, dafür so sorgen, dass das Team arbeiten kann. Er kümmert sich also darum, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Ergo:
In modernen Projektteams in der Projektleiter eigentlich nicht mehr der Trainer. Er ist eher der Zeugwart.

Ich finde dieses Bild eigentlich sehr schön. Je besser ein Projektleiter seine Arbeit macht, desto unsichtbarer ist er oftmals. Wie wichtig er ist fällt erst dann auf, wenn er nicht mehr da ist.

Langzeittest: Philips Wakeup Light

Vor über einem Monat hatte ich mir das Philips Wakeup Light gekauft.

Mein erster Eindruck war ja recht gut, hier nun meine Wertung nach längerer Nutzung:

Bedienung
Die Bedienung ist nicht gerade ideal. So muss man eine Taste fünfmal drücken, um den Alarm zu deaktivieren (mit dieser Taste wählt man die Weckart aus). Auch, dass es nur eine Weckzeit gibt (und diese doff einzustellen ist), habe ich schon bei 10 EUR Geräten besser gesehen.

Die Hauptfunktion
Aber was soll ich sagen, es funktioniert. Natürlich springe ich immer noch nicht um 06:00 Uhr frisch wie der junge Morgen aus dem Bett. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, entspannter aufzuwachen. Seit meiner Schulzeit habe ich im Halbschlaf den Radiowecker ständig (bis zu einer Stunde) auf „Pause“ gedrück, um noch einige Minuten herauszuschinden. Das ist vorbei. Ich wache langsam auf, höre die Nachrichten und dann stehe ich auf.

Mein Fazit
Design und Umsetzung sind für den Preis zu schlecht. Aber trotzdem lohnt sich der Kauf

Selber in die Überstundenfalle getappt

Grummel. Die Situation: Jemand sucht einen Fehler und findet ihn nicht. Er hat die letzten 3 Tage jede Nacht nur 3-4 Stunden geschlafen und ist vor lauter Arbeit nicht aus dem Haus gekommen.

Was hätte ich als Projektleiter gemacht: Ich hätte die Person von Schreibtisch gezerrt und nach Hause geschickt. In diesem Zustand kann man nicht mehr vernünftig arbeiten.

Aber was mache ich selber in der Situation? Ich hänge nochmal 18 Stunden dran. Ganz, ganz schlau.

Nachdem ich buchstäblich ins Bett gefallen bin, lange geschlafen, dann geduscht und gefrühstückt habe, passierte es natürlich. Ausgeschlafen fand ich den Fehler in 5 Minuten…

Ok, zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich in der Zeit noch 1000 andere Dinge gemacht habe. Aber trotzdem, Überstunden sich auch bei Freiberuflern die eh‘ weit mehr als 40 Wochenstunden arbeiten einfach Quatsch …

Die elektronische Wiedervorlage

Buchhalter haben sowas gerne: Eine Wiedervorlage-Mappe.
Das ist eine Mappe, die mehrere Fächer hat, für alle Wochentage oder für einen ganzen Monat und für einzelne Monate. Damit kann man sich Papiere selber zur Wiedervorlage merken.
GTD (Getting Things Done) kennt sowas auch.

HitMeLater (http://www.hitmelater.com/) ist die Mailversion dieser Geschichte: Man kann sich eine Mail weiterleiten und bekommt sie nach einer selber definierten Zeit wieder zurück.

Lustige Idee.

Einstellungskritierium vi Editor

In meinem aktuellen Projekt stehen bald einige Bewerbergespräche an. Neben den „üblichen“ Fachfragen (Was ist der Unterschied zwischen einem Objekt und einer Klasse und was ist in diesem Zusammenhang bei Ruby anders als bei anderen Sprachen) gibt es bei mir tatsächlich das „vi“ Kriterium. Entwickler müssen vi kennen.

vi ist ein kleiner Editor, der bei jeder (wirklich jeder) Unix-Variante mit zur Grundinstallation gehört. Auch OSX (ja , ja ist kein Unix) hat es mit an Bord – in der Variante vim (vi improved).

Warum ich denke, dass jeder ernsthafte IT’ler vi kennen sollte? Ganz einfach: Man kommt immer wieder in eine Situation, in der man mal eben Dateien auf einem Server verändern muss. Und dann muss man mit den Tools arbeiten, die da sind. vi muss man ein wenig lernen. Es gibt keine Maus, es gibt verschiedene Modi, man bewegt den Cursor nicht mit den Pfeiltasten… Aber: vi ist ungemein effizient.

Vor einiger Zeit ist ein Student eines meiner Projekte verzweifelt. Er wollte Dateien auf dem Server editieren und seine Kombination aus FTP-programm und lokalem Editor auf seinem Mac (genauer: Cyberduck und TextMate) funktionierte nicht. Da konnte der arme Kerl gar nicht mehr arbeiten und beschwerte sich, er würde nun viel viel länger für seine Arbeit brauchen. Tja, mit vi wäre das nicht passiert.

Ok, ich gebe zu, es manchmal ein wenig zu übertreiben. Arbeite in auf meinem Macbook auf der Shell, nehme ich fast automatisch auch schon mal vi – geht einfach schneller als der Wechsel zu einem neuen Fenster.