Archiv für den Monat: März 2008

Management by “stille Post”

Ich werde ja häufig gebucht, um die Schnittstelle zwischen Anforderer und IT zu bilden.

Bei einem meiner Kunden war eine solche Schnittstelle komplett nicht vorhanden. Wenn jemand aus dem Fachbereich etwas brauchte, ging er direkt auf irgendeinen Entwickler zu und bombadierte den armen Menschen mit Anforderungen. Priorisierungen der Arbeitsaufträge verlief dabei nach em Motto „wer am lautesten schreit wird zuerst bedient“.

So ging es natürlich nicht weiter. Sowoh das Entwicklungsteam, wie auch der Fachbereich waren extrem unzufrieden. Also machte ich den Vorschlag, die fachlichen Anforderungen zu betreuen. Ich nahm als die Anforderungen auf und besprach, wo notwendig, mit dem Anforderern Details und sorgte dafür, dass die einzelnen Fachabteilungen jedereit ausreichend über den Stand der Arbeiten informiert waren. Außerdem schafften wir es, die Aufgaben gemensam zu priorisieren.

Soweit die gute Nachricht. Was dann folgte, war leider ein wenig absurd.

Ich musste meine Anforderungen mit einem weiteren (externen) Berater der IT Abteilung besprechen. Der wiederum besprach sich mit dem Entwicklungsleiter. Der besprach sich mit den Teamleitern und die klärten es mit den Entwicklern. Die Entwickler gaben ihre Aufwandsabschätzungen dem Teamleiter. Der Teamleiter gab es an den Entwicklungs… ok, an dieser Stelle wird es wohl klar, oder?

Unglücklicherweise war es auch noch so, dass mein IT-Conterpart (der andere externe Berater) zwar von der IT Abteilung beauftragt war, aber irgendwie extrem wenig Ahnung von IT hatte.

Die Auswirkungen dieses Vorgehens waren natürlich fatal. Die Zeit, die wir durch die Konsolidierung der Anforderungen gespart hatten, ging durch Koordinierungsmaßnahmen wieder drauf. Außerdem gingen Informationen durch die lange Kette immer wieder verloren oder wurden verfälscht.

Wie konnte es dazu kommen?
Nun, der IT-Leiter hatte natürlich Sorge, dass ich zuviel „Macht“ bekommen und die Entwicklungsarbeit zu sehr beeinflusse. Als setzte er mir den zweiten Berater vor die Nase. Da dieser aber seinen Job nicht richtig machte, musste er sich selber einschalten. Rauswerfen konnte er den Menschen ja auch nicht. Sonst hätte es den Eindruck erweckt, er habe den falschen Berater ausgewählt (was er getan hatte). Außerdem musste er sich in die Diskussion mit den Teamleitern und Entwicklern ständig einschalten, da er auch diesen Leuten nicht vertraute und zu wenig Informationen aus den Teams hatte.

War das eine Ausnahme?
Leider nein. Solche Kostellationen findet man leider immer wieder. Meistens passiert das eher in großen Firmen. Aber auch kleine Firmen bringen sowas fertig.
Oft (aber nicht immer) passiert so etwas, wenn die dafür verantwortliche Führungskraft unsicher ist Angst hat, sie könnte in einem schlechten Licht dar stehen.

Ursachenforschung
1. Angst vor Kompetenzverlust
Wissen ist Macht. Und wer das Gefühl bekommt, nicht in Entscheidungswege eingebunden zu sein, wird nervös
2. Mangelndes Vertrauen
3. Fehlende Informationen

Was tun?
Regel 1: Unnötige Kommunikationspfade darf man nicht einfach übergehen. Das macht die Sache nur noch schlimmer. Statt dessen lieber so: Wenn A mit B und B mit C redet, einfach den Vorschlag machen, dass A und B gemeinsam mit C reden sollen (was oftmals allerdings auch auf Widerstand trifft)

Regel 2: Kommunikation und Information
Wenn A mit C redet und über absolut jede Kommunikation ein Protokoll führt, ist B ein wenig sicherer. Denn:

Vertrauen braucht Sicherheit und Sicherheit braucht Information

MacMini stream TV

Ich liebe MacMini Mediacenter.

Allerdings gab es ein kleines Problem. Aufgezeichnete Filme konnte ich zwar problemlos per VLC auf andere Rechner und damit quer durch meine Wohnung streamen. EyeTV kennt sogar die Möglichkeit, Filme so zu exportieren, dass man per WLAN darauf zugreifen kann.

Aber was ist mit Live-Fernsehen?

Hier die Lösung: http://www.lucid-cake.net/cytv/index_de.html

Dort findet sich ein kleines Tool namens CyTV. Damit kann man das EyeTV Livebild per VLC auf anderen Rechnefrn anschauen.

Wieder ein Problem weniger :-)

Tipp: GTD Tool

GTD (Getting Things Done) ist eine sehr erfolgreiche Methode um seine Arbeit zu organisieren. Mehr Infos hier: Wie ich die Dinge geregelt kriege. Selbstmanagement für den Alltag.

Es gibt eine ganze Reihe von Web-Tools, die diesen Prozess unterstützen. So richtig dauerhaft habe ich allerdings nichts davon genutzt.

Jetzt bin ich aber auf www.vitalist.com gestoßen. Das ist ein echt alltagstaugliches Tool.

Danke an Tobias für den Tipp.

Joseph Weizenbaum

Komisch, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Vor zwei Tagen starb Joseph Weizenbaum

Weizenbaum ist einer der Computerpioniere. Ich hatte das große Vergnügen, ihn vor vielen Jahren live beim Borland „European Softwarefestival“ zu erleben (damals im Streitgespräch mit Marvin Minsky).

Seinen letzten Artikel findet man hier:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/664/151286/

Java vs. Ruby On Rails

Als Java populär wurde, gab es einige mittlerweile legendäre Projekte die an die Wand gefahren wurden. So gab es z.B. den Versuch, ein Office Paket vergleichbar mit MS-Office durch ein Java-Applet zu realisieren. Dummerweise war das Applet zu groß, dass damals die Ladezeiten unerträglich waren.

Auch das Projekt Cheops ist sicherlich noch einigen in Erinnerung.

Die Argumente der Java Gegner waren in etwa:
Java ist viel zu langsam, J2EE ist viel zu komplex, Java skaliert nicht, Java/J2EE bringt keine Vorteile gegenüber etablierten Ansätzen. Jedes gescheiterte Projekt war Wasser auf die Mühlen der Gegner.
Und wenn schon Java, dann aber Schnittstellen per CORBA um keine Insellösung zu bauen.

Ich habe in der Zeit sehr viele, sehr lange Gespräche mit Kunden gehabt und immer wieder auf die Vorteile von J2EE verwiesen. Teils aus Überzeugung, teils weil es mein Job war.

Wenn ich nun die Argumente gegen RubyOnRails höre, fühle ich mich doch irgendwie ein klein wenig in diese Zeit zurückversetzt. Allerdings mit umgekehrten Rollen. Damals waren die Java-Jungs die coolen Rebellen die gegen C++ und Co. zu Felde zogen.

Heute sind die RoR Jungs die coolen Rebellen und J2EE alt und etabiert.

Meine Meinung nach einigen RoR Projekten: RoR löst die Versprechen ein, die J2EE gegeben hat.

Endlich ist es tatsächlich möglich, schnell und einfach Komponenten zu bauen, auf die andere Anwendungen zugreifen können (an dieser Stelle natürlich der Hinweis, dass es nicht nur ein Verdienst von RoR, sondern auch und gerade ein Verdienst von RESTFull WebServices – dazu schreibe ich später mal etwas). Auch kann ich jetzt Software entwickeln, während mein Kunde neben mir sitzt und auf Änderungswunsche schnell und flexibel reagieren.

RoR macht aus einem Deppen keinen hervorragenden Entwickler, aber es macht aus einem guten Entwickler einen noch produktiveren Entwickler.

Neuer Kasten für die Lernkartei

Vor einiger Zeit habe ich ja meine Internet Lernkartei vorgestellt (http://www.web-lernbox.de).

Damit kann man nach dem Prinzip der Lernkartei per Web lernen.

Bislang wurden die Lernkarten in 5 Kästen abgelegt. Hat man eine Karte nicht gewusst, wurde diese in Kasten 1 abgelegt. Da aber die Karten in Kasten 1 nur einmal am Tag abgefragt wurden, wurde diese nicht gewusste Karte also erst am nächsten Tag wieder gefragt.

Das fand ich (und andere Benutzer) nicht ideal. Daher gibt es nun einen „Kasten 0“

Nicht gewusste Karten landen in diesem Kasten 0 und werden abgefragt, sobald 2 Karten in dem Kasten sind oder keine andere Fragekarte mehr vorhanden ist. Damit sollte sich der Lernerfolg noch schneller einstellen.

In den nächsten Tagen gibt es noch ein paar weitere neue Funktionen.

iSync nach OS X Update retten

Gerade hatte ich ein komisches Problem. Ich habe meinen Macbok Pro auf den neuesten Stand gebracht. Leider lies sich iSync danach nicht mehr starten. Für die Nicht-Apple-User: Damit synchronisiert man das Adressbuch per Bluetooth mit seinem Handy.

Die Lösung war erstaunlich einfach: iSync Icon aus dem Programmordner auf den Schreibtisch ziehen und wieder zurück in den Programmordner.

Ergebnis: iSync läuft wieder.

Anmerkung am Rande: Leider werden immer noch manchmal Tastenanschläg verschluckt. Ärgerlich.