Archiv für den Monat: Mai 2007

Letzter Eintrag vor der Pause

Bevor ich jetzt eine Woche Pause mache, muss ich das nur für mich kurz zusammenfassen:
– Wegen einiger Brandanschläge (ohne diese jetzt zu verharmlosen) werden deutschlandweit Razzien durchgeführt
– Menschen müssen Geruchsproben abgeben
– Briefe werden am Briefkasten und im Postamt abgefangen, da diese in verdächtigen Gegenden unterwegs sind
– Der Bundestag hat heute beschlossen, dass ich keine Sicherheitswerkzeuge („Hackertools“) benutzen darf um meinen Rechner sicher zu machen
– Meine Regierung will aber einen „Bundestrojaner“ entwickeln, um meinen Rechner zu durchsuchen
– Ab November bekomme ich einen Reisepass nur noch, wenn ich meine Fingerabdrücke abgebe

Ist das nicht schön. Die von mir gewählte Bundesregierung (wobei, aber egal) sorgt sich so um meine Sicherheit. Ich habe auch sofort ein warmes Gefühl.

Die Kunst zu fliegen

Fliegen ist ganz einfach: man lässt sich fallen und versucht den Boden zu verfehlen.

Zur Feier des Tages habe ich mir heute morgen das größte und bunteste Handtuch herausgesucht.

Und wer bislang Douglas Adams doof findet, sollte sich sofort folgendes Buch kaufen:
Die Letzten ihrer Art. Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde.

Dann reden wir weiter.

Ach so: Ich mache eine Woche Blogpause. Ich wünsche allen schöne Feiertage

New Economy vs. Web Economy 2.0

Gerne wird ja der aktuelle Web 2.0 Trend als Blase bezeichnet. Ich halte das aus vielen Gründen für totalen Quatsch. Eine Blase ist etwas, was platzen wird. Es mag ein Trend sein, der sich irgendwann mal wieder verflüchtigt, aber keine Blase wie die New Economy Geschichte.

Ein wunderbares Beispiel für die Unterschiede zwischen New Economy und dem aktuellen Trend liefert Boo.com.

Boo.com Version 1.0
Boo.com war ein E-Commerce Auftritt für Mode der so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte. Der Niedergang von Boo.com läutete zeitlich das Ende der New Economy ein.
Boo.com hat in 6 Monaten 120 Mio. $ verbrannt

Boo.com Version 2.0
Unter der Adresse findet man heute ein Reiseportal. Man kann nun über den Web-Auftritt und dessen „Bubble-Gum“ Design geteilter Meinung sein. Fakt ist aber, die Jungs erzeugen Traffic und haben User.
Boo.com hat keine $ 300.000 gekostet.

Das ist der Unterschied. Von den aktuellen und kommenden Web 2.0 Angeboten werden 95% wieder eingehen – das ist normal. Es ist aber auch nicht sonderlich schlimm, da sich die Kosten in Grenzen halten.

Der Dietz, der Ulle und dem Ulle sein Anwalt

So langsam kommt ja der Verdacht auf, dass die Dopingfälle beim Team Telekom die komplette Mannschaft betreffen. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens, was Dietz schienbar bei Beckmann erzählt hat, aber mit einem Pfeifton überdeckt wurde. Hier gibt es mehr dazu.

Heute morgen im ARD Früstücksfernsehen kam der Anwalt von Herrn Ullrich zu Wort. Sehr interessant, was er da so erzählt hat. Folgende Sätze habe ich mir gemerkt:
1 (sinngemäß): Auch wenn jetzt einige gestehen, für meinen Mandanten ändert sich nichts. Er hat niemanden betrogen.
2 (sinngemäß): Außerdem ist mein Mandant ja kein Arzt sondern Spitzensportler und hat sich vertrauensvoll an die Teamleitung gewendet
3 (sinngemäß): Es ist doch klar, dass niemand mit 40Km/h über die Berge fährt, ohne etwas genommen zu haben. Dazu müssen wir einfach ehrlich stehen.

Wie muss ich das jetzt verstehen? Sein Mandant hat nicht gedopt und wenn doch, dann weil man es ihm zu gesagt hat und überhaupt waren doch alle gedopt? Nein, das habe ich bestimmt falsch verstanden…

Deutschland ist zu dick

Es geht ja gerade durch sämtliche Nachrichten: Wir sind alle viel zu dick und müssen uns dringend besser ernähren.

Ich bin bei diesem Thema ja geneigt, Udo Pollmer zu glauben (Eßt endlich normal!), der das alles ein wenig entspannter sieht.

Ich erlebe aber seit einigen Tagen tatsächlich ein Problem in unserer Ernährung am eigenen Leib. Und das kam so:
Meine aktuelle Projektwohnung liegt zwar sehr günstig zu Bahnhof und Kunde, es gibt aber wenig Geschäfte in der Nähe. Einziger Lebensmittelladen ist ein Vertreter einer großen Discountkette.

Nun habe ich schon länger nicht mehr bei solchen Diskountern eingekauft. Das liegt schlicht und einfach daran, dass diese in den letzten beiden Städten in denen ich gewohnt habe einfach zu weit weg von meiner Wohnung waren. Wenn ich das Auto zum einkaufen genommen habe, bin ich dann gleich zu einem der Mega-Läden am Rande der Stadt gefahren. Früher war ich allerdings (wieder auf Grund der räumlichen Nähe) sehr häufig Kunde in entsprechenden Discountläden. Daher hatte ich eigentlich keinerlei schlechte Erwartungen, als ich dort einkaufen ging.

Ergebnis: Diesen ekligen Dreck als Lebensmittel zu verkaufen ist eine Unverschämtheit! So ziemlich sämtliche Eigenmarken die ich probiert habe sind ungenießbar! Und ich rede hier nicht von Fertiggerichten, sondern ganz normal von verschiedensten Dingen. Das war vor einigen Jahren nicht so – zumindest kommt es mir so vor. Der seit Jahren andauernde Preiskampf der Ketten hat (aus meiner subjektiven Sicht) scheinbar dazu geführt, dass die Qualität auf der Strecke geblieben ist.

Man sollte die Managern dieser Firmen zwingen, ihren Mist täglich selber zu essen – vielleicht würde das helfen.

Bevor ich diesen widerlichen Fraß weiter esse, fahre ich jetzt ein paar Stationen mit der Straßenbahn zu einem anderen Laden.

So, das musste mal gesagt werden.

Kaufbefehl

So, jetzt aber schnell zu iTunes oder Musicload und alles von Mark Gillespie kaufen.

Man man man, muss ich denn erst böse werden?

Mark Gillespie verdient sein Geld u.a. mit Straßenmusik. Seine Stimme klingt ein wenig nach Chris Rea. Auf der Straße begleitet er sich mit Hilfe einer Loop-Machine selber.

Mal wieder Teambildung

Wir wollen die beste Firma, sagte der Besitzer. Wir wollen die besten Teams und daher suchen wir am Markt nach den besten Leuten.

Wie schön würde doch die Welt sein, wenn alles so simpel ist…
Teambildung ist leider viel, viel komplexer.

Gute Leute bilden leider nicht automatisch gute Teams. und mittelmäßige Leute können in der richtigen Umgebung extrem erfolgreich ein. Ein gutes Beispiel für diese Idee findet man bei der Fußball WM 2006. Brasilien hatte bestimmt die besseren Köpfe. Aber Deutschland hatte das bessere Team.

Das richtige Team für die richtige Aufgabe zusammenzustellen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Es ist – leider – mehr, als nur einfach schlauen Köpfe suchen. Die Leute müssen auch noch passen.

Werbung

Wir unterbrechen dieses Blog für eine kurze Werbedurchsage:
http://www.mymuesli.com/

Finde ich extrem cool.
– Nischenprodukt
– Aufgeräumte Seite
– Sinnvoller Einsatz von AJAX Elementen

Das Ergebnis: Die Betreiber wurden vom Erfolg zu überrollt, dass ihnen die Verpackungen ausgegangen sind.

Und da mecker noch jemand über Web 2.0 :-)

Das machen wir, wenn mehr Zeit da ist

Wenn ein Projekt in Schieflage geraten ist, gibt es (zumindest meistens) bei den Beteiligten eine ganze Reihe von Ideen, was man besser – oder zumindest anders – machen könnte. Darauf angesprochen, warum man denn nicht sofort einige Dinge ändern möchte bekommt man gerne Antworten in der Art „Wir haben jetzt zuviel Arbeit und warten damit, bis weniger los ist“.

Hübsche Idee, leider gibt es dabei meiner Meinung nach einen kleinen Denkfehler: Die Phase mit weniger Arbeit wird nicht kommen. Man sollte niemals davon ausgehen, dass der Arbeitsdruck weniger wird. Klar wäre es schön, mal ein paar Wochen ohne Aufgabe zu sein um einige Aufräumarbeiten durchzuführen. Nur, dies wird nicht passieren. Und falls doch kann es natürlich vorkommen, dass die Geschäftsleitung die ganze Abteilung wegen Arbeitsmangel auflöst …

Ein direkter Weg in das persönliche Burn-Out ist der ständige Gefühl, in einem Hamsterrad zu laufen. Man schuftet und schuftet, kommt aber nicht weiter, erhält keine Anerkennung und entfremdet sich von seiner Aufgabe. Gerne belügt man sich in dieser Phase selber: „Nächste Woche (Monat, Jahr) ist das ja vorbei, dann wird es besser.“ Aber es dann leider nicht vorbei.

Entsprechend können nicht nur einzelne Personen, sondern komplette Abteilungen in dieses Hamsterrad geraten. Die Anforderungen werden immer mehr, die Qualität nimmt immer weiter ab und niemand hat eine Idee, wie man da heraus kommt. „Aber wenn mir etwas mehr Zeit haben, kümmern wir uns darum“.

Es gibt ja das vielzitierte Beispiel des Mannes, der mit einer Stumpfes Axt im Wald steht und versucht, einen Baum zu fällen. Ein Wanderer kommt vorbei und fragt ihn, warum er die Axt nicht schärfen will. Geht nicht, sagt der Mann, ich habe keine Zeit. Ich muss doch den Baum hier fällen.

Wie man aus der Nummer wieder ‚rauskommt:

1. Bestandsaufnahme: Was können wir, was wird von uns verlangt, wo sind unsere größsten Probleme? Was können wir sofort, was mittelfristig lösen?

2. Zurücktreten: Bewusst einen (kostbaren) Tag „verschwenden“ und sich im Team zurückziehen. Am besten, man mietet sich einen Raum außerhalb der Firma. Dann wird im Team überlegt: Wie können wir die bestehende Last besser stemmen? Was ärgert uns aktuell am meisten? Ganz klar: Es wird nicht alles sofort besser, aber man kann sich eine Migrationsstrategie überlegen.

3. Überstunden reduzieren: Auch wenn es absurd klingt. regelmäßige Überstunden sind (für die meisten Leute) ein Produktivitätskiller. Jeder hat seine ideale Arbeitsdauer. Manche arbeiten 6, andere 8, wieder andere 10 Stunden produktiv. Dies sollte ein Teamleiter immer berücksichtigen.

4. Sprint einlegen: Man macht mit seinem Team einen Deal: Die Überstunden kommen weg, dafür wir einem einem Wochenende ein Sprint eingelegt. Der Teamleiter sorgt für genug Pizza und Cola sowie für die Abendunterhaltung – und schon geht es los.

5. Anforderungen aufräumen: Aus einem Wasserhahn kommt nicht mehr Wasser, wenn man ihn anschreit. Auch kommt aus einer Abteilung nicht mehr heraus, wenn man sie unter Druck setzt. Also muss klar und extrem transparent kommuniziert werden, wieviel Arbeit das Team unter den gegebenen Umständen leisten kann.

6. Ehrliche Kommunikation: Scotty, wie lange brauchst du? 3 Wochen, Sir. Ich gebe dir 3 Stunden. Ok. Hier wird von beiden Seiten unehrlich gespielt. Der Anforderer verlangt einen zu engen Termin weil er weiß, dass der Umsetzer in seiner Abschätzung schon einen Buffer eingebaut hat. Beim nächsten Mal wird der Umsetzer seinen Buffer (seinen Verhandlungsspielraum) vergrößern. Um es klar zu sagen: Soetwas ist der letzte Dreck und nichts weiter als eine nicht hinnehmbare Respektlosigkeit seines Verhandlungspartners gegenüber. Beide Seiten betrügen ihre Partner. Liebe Leute: Ihr arbeitet in einer Firma. Also treibt die Firma nicht durch eure Spielchen in den Abgrund. Der Umsetzer muss ehrlich kommunizieren und die durch ihn bestätigten Termine im Gegenzug einhalten. Das wird am Anfang schwierig werden (dieses Spielchen zwischen Fachabteilung und Umsetzer ist einfach schon zu alt und eingespielt), aber letztlich wird es beiden Seiten zufrieden stellen.