Archiv für den Monat: April 2007

Media Center kann fernsehen

Mein MacMini MediaCenter hat jetzt eine Fernsehkarte spendiert bekommen.

Es gibt viel Licht und Schatten. Aber fangen wir vorne an. Da in meiner Wohnung DVB-T nicht zu empfangen ist, habe ich nach einem Tuner für den analogen Kabelanschluss gesucht. Entschieden habe ich mich dann für Elgato: EyeTV Hybrid . Achtung: Je nach Versender kostet das Teil zwischen 120 und 150 EUR! Die Karte unterstützt DVB-t und Kabel-analog – schien mir sinnvoll.

Dazu bekommt man EyeTV2 (eine wirklich gute Software) sowie ein Jahresabo von www.tvtv.de.

Die Installation war – wie für Apple typisch – einfach. Die Software ist extrem einfach zu bedienen und exportiert auf Wunsch die Filme gleich zu AppleTV oder ipod. Ich nehme wir jetzt also ab jetzt für die wöchentlichen Bahnfahrten eine Woche Simpsons mit.

Die Bildqualität ist ebenfalls super.

Aber: Der Ton ist Mono! Das ist mir ehrlich gesagt absolut schleierhaft. Warum in der Welt verkauft man 2007 TV-Tuner die (über Kabel) keinen Stereoton unterstützen?!? Bei DVB-T klapt Stereo, aber das kann ich leider nicht hier empfangen.

Regel für große Projekte

Um ehrlich zu sein, wir IT-Projektleiter machen ja gar keine wirklich großen Projekte. Der Flug zum Mond, der Bau der ersten Atombombe, der Flug zum Mars, das waren echte Großprojekte.

Trotzdem sind auch unsere Projekt oftmals größer als einem lieb ist. Man steht vor einem einem riesigen Berg ist eingeschüchtert.

Michael Ende (*) hat in seinem Buch Momo „Beppo Straßenkehrer“ den Tipp für Großprojekte geben lassen:

„Siehst du, Momo es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
„Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
„Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“

Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
„Das ist wichtig.“

(*) Michael Ende hat übrigens neben wunderbaren Kinderbüchern ein ebenso wunderbares Buch namens Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth geschrieben.

Marathon Countdown: Noch 3 Wochen

Ich habe gestern ein ernstes Wort mit meinem inneren Schweinehund gehabt.

Wenn er mich weiter so nervt, mich jeden Tag mit Ausreden füttern, dann darf er nicht mit zum Ruhrmarathon.

Soll er doch sehen wo erbleibt. Dann fahre ich halt alleine und mein innerer Schweinehund kann sich den Lauf am Fernsehen anschauen. Ha!

Es hilft ja nix. Bei einer Marathonvorbereitung ist es wie bei Projekten: Was man vorher versäumt hat, kann man später kaum aufholen. Die Zeit am Anfang ist genauso verloren wie am Ende – nur da tut sie mehr weh.

Projektvorbereitung und Marathonvorbereitung hat noch eine Gemeinsamkeit: Ich kann bei einer guten Vorbereitung sehr genau sagen, wo ich landen werde. Wenn ich auf 3:30 h trainiere, kann ich keine 2:30 laufen. Vielleicht werden es 03:15, vielleicht 03:50, aber in dem Rahmen bleibt es. Wer nicht vorhersagen kann, wie seine Zielzeit aussehen wird, sollte nicht an den Start gehen. Wer zum Projektstart keine Abschätzung abgeben kann, sollte das Projekt nicht starten.

Anruf von Xing

Ich hatte gerade einen sehr netten und informativen Anruf von Xing.

Meine Gesprächspartnerin sagte mir, sie habe meine Mails und Blogeinträge gelesen und die 1. Antwort des Supports sei ohne Frage Quatsch gewesen. Auch die 2. Antwort hätte wohl besser ausfallen können.

Tatsächlich habe es kurzfristig einen Bug gegeben schon etwas länger behoben sei (vor meiner Mail) – die Details hat sie mir auch erläutert, auf die gehe ich aber hier nicht ein. Dummerweise hat dies dazu geführt, dass die Suchmaschinen bei einigen Profilen zu viele Daten aufgenommen haben. Man habe die Suchmaschinenbetreiber schon aufgefordert, den Index zu erneuern, dies sei aber nicht schnell genug geschehen.

Man hat diese Information nicht sofort nach außen gegeben, um niemanden zu animieren. Das man auf meine Anfrage so schlecht reagiert habe, sei für Xing ärgerlich und sicherlich nicht so geplant gewesen.

Ich habe mir die Sache nochmal selber angeschaut und kann es nachvollziehen. Der Bug wurde offenbar relativ schnell behoben und hat nur einige Profile betroffen. Schlimmer wäre es gewesen, wenn man plötzlich alle Profile mit nicht freigegebenen Daten bei Xing gefunden hätte.

Jetzt kann man natürlich lange und intensiv darüber streiten, wann man Sicherheitslücken wie in welcher Form veröffentlicht. Bei diesem Bug hätte ich vermutlich auch darauf gehofft, dass es niemand merkt …

Die Art, wie Xing damit jetzt umgegangen ist, finde ich auf jeden Fall gut.

Xing Datenschutz die 2.

Wie ich gestern schrieb, fand ich bei Google Adressdaten, welche bei Xing eigentlich gesondert freigegeben werden müssen.

Das ganze wurde nun von einem anderen Blogger verifiziert. Arne vom Netzwerkblog ist aufgefallen, dass man bei einer Suche mach Straße und Xing viele Adressen findet, die eigentlich nicht freigeben sein sollten.

Ich habe Xing nochmal eine Mail geschrieben und gefragt, ob man seine User nicht informieren sollte – sofern es wirklich ein Problem ist. Ist kann es irgendwie noch nicht ganz verstehen.

Die Pest PowerPoint

Hmm, ok. Ich nehme die Überschrift gleich wieder zurück. Eigentlich kann Powerpoint nichts dafür. Die Applikation ist an sich ja ganz nett. Die Auswirkungen die PowerPoint gebracht hat, die sind jedoch eine echte Pest.

Vor einigen Tagen hatte ich ein lustiges Erlebnis. Ich traf mich mit einer Person welche für mein aktuelles Projekt als Unterstützung in Frage kam. Ziel dieses Termins war es, sich einfach mal kennen zu lernen. Ich konnte meinen Gesprächspartner nur mit Mühe davon abhalten, mir einen Firmenvorstellung per PowerPoint zu geben. Wozu? Wir saßen uns schließlich gegenüber.

Was mir noch alles nicht gefällt:

1. Vor lauter Folien verlernen die Vortragenden den Aufbau einer Rede
Bei Präsentationen verlassen sich mittlerweile sehr viele Leute auf nette, bunte Folien. Das ist Unsinn. Die Folien dienen zur Unterstützung. Aber einen guten Vortrag müsste man sowohl mit als auch ohne Folien halten können.
Die grundlegenden Regeln zum Aufbau eines Vortrages scheinen immer mehr Leute einfach nicht mehr zu kennen. Vortrag in 3 Stufen, These-Antithese-Synthese (Eselsbrücke: „Manche Leute sagen, es gibt Gespenster. Manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster. Ich aber sage, Hui-Buh ist ein Gespenst“), eine Rede über 5 Stufen, usw. usw. Das scheint bei vielen Leuten vergessen zu sein. Ohne diese Struktur sind aber die meisten Vorträge Mist.

2. Verkäufer verkaufen Gefühle, keine Produkte – die Informationsfalle
Es gehört zum Erfolgsrezept eines guten Vertrieblers, dass er seinem Kunden nicht ein Produkt anpreist, sondern das gute Gefühl, welches der Kunden haben wird.
Viele PowerPoint Folien sind maßlos überfrachtet mit Informationen. Es gibt super Grafiken, Tabellen, Balkendiagramme etc. pp.
Die Informationen auf diesen Folien sind Basis einer Entscheidung, aber die Entscheider wollen das Ergebnis und die Empfehlung, nicht alle Information. Auf Nachfrage kann man das gerne „aus dem Hut“ holen. Aber bitte nicht als Einstieg in einen Vortrag. Es sei denn, man möchte die Zuhörer einschläfern.

3. Folien ersetzen nicht das Redekonzept.
Auf einer Folie befinden sich verdichtete oder unterstützende Informationen. Viele Vortragende verwechseln das aber mit dem Redekonzept. Beispiel: Ich möchte meinen Kunden klar machen, dass Usebility im E-Commerce extrem wichtig ist. Was würden viele Leute auf einer entsprechenden Folie schreiben? Vermutlich etwas wie „70% aller Bestellungen werden beim auschecken des Warenkorbes abgebrochen.“ Berührt das die Leute? Eher weniger. Vielleicht würde man ja eher sowas sagen wie „Letzte Woche hat meine Mutter versucht bei XY-Shop etwas zu bestellen. Wir alle arbeiten täglich mit Computern und Web-Formularen, da vergisst man ja echt, wie schwierig das sein kann. (…) Aber genau solche Leute sind die Zielgruppe ihres Shops. Es geht also darum, einen Bestellprozess zu programmieren, der so einfach ist wie ein Anruf beim TV-Shoppingsender“. Ganz egal, wie man die Botschaft rüberbringen will. Die simple Aussage „70% aller Bestellungen werden abgebrochen“ ist langweilig. Die Aussage „Dein Shop könnte dreimal so viel Umsatz machen“ ist schon besser …

4. Durch PowerPoint vergisst man den Phasenwechsel
Jeder Trainer, jeder Lehrer achtet bei seiner Planung darauf: Alle 15-20 Minuten muss ein Wechsel statt finden. Länger kann kaum jemand aufmerksam bei einer Sache bleiben. Nach 20 Minuten Vortrag kommen 15 Minuten Fragerunde. Nach einer Gruppenarbeit kommt die Diskussion. Ohne Phasenwechsel schlafen die Leute ein. Mit PowerPoint-Folien gibt es keinen Phasenwechsel. Kein Wunder, dass die Leute einschlafen.

5. PowerPoint tötet Kreativität
Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Information zu übermitteln. Es gibt umzählige Möglichkeiten, Menschen zu überzeugen. Ein Folien-Vortrag ist eine von vielen Möglichkeiten. Aber leider macht sich ja kaum jemand darüber Gedanken, wie man es anders machen kann.

6. PowerPoint Vorträge werden nicht geübt
80% der Zeit wird damit verbracht, bunte Folien zu malen. Aber gute Vorträge müssen geprobt werden. Hand aufs Herz: Wir alle machen das sehr, sehr selten. Sehr gute Firmen machen Generalproben bei wichtigen Kundenterminen. Aber die meisten Präsentatoren halten ihren Vortrag genau einmal: Wenn es wichtig ist.

So, das reicht erstmal. Ich muss jetzt noch ein paar Folien malen…

Datenschutzprobleme bei Xing?

Update:
Die Sache hat sich mittlerweile geklärt. Details gibt es hier.

Ich bin ein wenig verwirrt. Ich habe meine Adresse bei Google eingegeben. Ergebnis: Unter den Suchergebnissen fand sich auch dieser Eintrag:
Xing Adresse

Huch! Die Adresse ist doch nur für registrierte Nutzer und auch dann nur nach Freigabe sichtbar. Wieso taucht die bei Google auf? Für mich persönlich nicht so tragisch. Meine Büroadresse findet man problemlos auf meiner Web-Seite. Aber trotzdem.

Also habe ich vor einiger Zeit Xing/OpenBC informiert und gefragt, ob es hier evtl. ein Problem geben könnte. Die Antwort:

vielen Dank für Ihre Mail. Waren Sie eingeloggt auf XING als Sie die Suche in
Google durchgeführt und den Link angeklickt haben? In diesem Fall werden Sie
driekt auf XING verlinkt, da der Browser sieht, dass Sie eingeloggt sind.
Bitte versuchen Sie es noch mal im ausgeloggten Zustand. Wir können Ihnen
versichern, dass keine Kontaktdaten die mit einem Schloss versehen sind,
ersichtlich für Suchmaschinen oder ähnliches sind.

Die Antwort war schon mal quatsch. Es ging ja um ein Ergebnis aus dem Google Cache, das hat nix damit zu tun, ob man eingeloggt ist, oder nicht. Ich habe daraufhin Xing einen Screenshot geschickt (scheinbar haben sie nicht auf den Link gedrückt den ich denen geschickt habe).

Antwort 2:

vielen Dank für Ihre Geduld. Wir haben uns des Sachverhaltes angenommen und
ihn behoben.
Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.

Ist das wirklich so?
Natürlich findet man den Eintrag immer noch bei Google. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn Xing sich bemüht hätte, dieses Ergebnis aus dem Cache zu löschen.

Was hat Xing eigentlich gemacht? Gab es einen Fehler? Habe ich tatsächlich einen Fehler gefunden? Hat dieser Fehler nur bei mir zugeschlagen, oder finden sich noch mehr Adressen bei Xing? War es ein Bedienungsfehler durch mich?

Wenn es ein echtes – vielleicht auch nur kurzfristiges – Problem von Xing ist: Sollte man die User nicht darüber informieren? Ich hoffe nicht, dass hier ein Problem unter den Tisch geschoben wurde, das wäre schade.

Ich bin verunsichert. Die Sache hat für mich einen unschönen Nachgeschmack. Ich bekomme das Gefühl, dass Xing Datenschutz nicht so wichtig nimmt, wie ich es mir vorstelle.

Das erste Lied des Tages …

… ist selten wirklich gut (Bela B. mit Lee Hazlewood – haben beide auf ihren letzten CDs veröffentlicht, wobei es vermutlich bei Lee Hazlewood die letzte Platte seines Lebens ist).

Mein erstes Lied heute: „Alles ist im Arsch“ von Jan Delay.

Ein super Lied, wenn man gerade den aktuellen Projektstatus aufschreibt …