Archiv für den Monat: Mai 2006

Realitäten gerade rücken

Manchmal glaube ich – wie wohl fast alle – das die Welt gegen mich ist. Alles hat sich verschworen und
ausgerechnet mir geht es so richtig mies. Niemand hat so große Probleme wie ich.

Wenn man dann aber diese Geschichte liest, sollte man sich einfach mal hinsetzen, durchatmen und dankbar dafür sein, dass es einem richtig gut geht…

Alte Gewohnheiten

Manchmal kann ich es ja nicht lassen…
Da organisiere ich ein Treffen zwischen zwei Firmen für die ich mal gearbeitet habe. Ich war der Meinung, dass sich sich gut ergänzen und ein gemeinsames Projekt machen könnten.

Eigentlich wollte ich bei dem Termin gar nicht dabei sein, aber da ich gerade Zeit hatte, schaute ich mal vorbei.

Und was passiert: Firma 1 (bei der ich einige Zeit Entwicklungsleiter war) stellt ihre Lösungen vor. Nach 30 Minuten verfalle ich offenbar in alte Verhaltensweisen und fange an, Fragen zu deren Software zu beantworten und skizziere Lösungsvorschläge. Dabei bin ich doch schon lange nicht mehr in der Firma. Manchmal sollte ich mich einfach mal darauf konzentrieren, meine Klappe zu halten …

c’t und Microsoft

Wenn dieser Bericht stimmt, bedeutet das auch, dass auch die c’t in ihrer aktuellen Ausgabe den Bericht über das neue Office zuerst MS vorlegen musste.

Bislang ist mir die c’t eher als MS kritisch in Erinnerung. Und klar, in vielen anderen Computerzeitungen finden sich rein zufällig Anzeigen über in genau dieser Ausgabe bewertete Produkte. Aber irgendwie hatte die c’t in meiner Wahrnehmung bislang immer eine Sonderstellung.

Die c’t hat man ja schon aus Gewohnheit abonniert. Und selbst wenn man andere Abos – wie ix und Co. – irgendwann mal gekündigt hatte, die c’t blieb. Es gibt ja Rituale, an denen man einfach hängt.
Umso tragischer, wenn der „heilige Gral der Computerpresse“ sich so einen Lapsus leistet.

Nachtrag:
Ok, alles wohl nicht so schlimm wie es ursprünglich schien. Meine Welt ist wieder im Lot :-)
Hier die Stellungnahme der c’t

Projekt 06: Neue Termine

Das sieht schon besser aus. Auf operativer Ebene haben wir uns auf neue Termine geeinigt. Und diesmal glaube ich, dass die Jungs ihre Zusage auch halten könnten – was ich beim letzten Plan vom Februar nicht geglaubt hatte, und leider richtig lag.

Das Management der einzelnen Bereiche liegt sich jetzt wohl nich in den Haaren da man dort die Probleme noch nicht zugeben möchte. Nicht schlimm, die fangen wir auch noch ein. Solange sie uns nicht bei der Arbeit stören, können sie gerne nach ihren eigenen Statusberichten leben …

Baustellen WM in Dortmund

Eigentlich soll die WM doch in 2 Wochen starten, oder? Vielleicht habe ich mich auch im Jahr geirrt. Falls es wirklich bald los geht, scheint man in Dortmund wohl gerade Athen Konkurrenz machen zu wollen. Dort ist man ja auch erst kurz vor Olympia fertig geworden (Ha! ich habe nicht Olympiade geschrieben! Wollte ich erst, da viel mir aber ein, dass eine Olympiade ja die Zeit zwischen zwei Olympischen Spielen ist).

Überall wird in Dortmund noch schnell mal eben die Straße aufgerissen. Nachdem die Straße zum Station, die Hohe Straße, ja endlich fertig ist: Die wurde 4-spurig ausgebaut. Ok, sie hatte auch vorher schon 4 Spuren. Aber das hat wohl irgendwas mit Landesmitteln zu tun, die man sonst nicht bekommen hätte. Offenbar hat man noch Geld und/oder Material über und will es schnell verbauen. Allerdings sollte man vielleicht bald mal fertig werden. Das geplante neue 4-Sterne Hotel wird wohl eher nix werden. 40 Tage Bauzeit waren wohl doch etwas knapp.

Kurz vor Schluss werden schnell noch die leerstehenden Ladenlokale mit Funktion gefüllt. Gerade habe ich Ankündigungen für 4 neue Cafe-Bars gesehen. Das weiß man ja: der Fußballfan an sich ist ja ganz verrückt auf leckeren Spezialkaffee. Bier ist ja sowas von out …

Na ja, aber eien WM mitten in einer Baustelle ist bestimmt auch lustig. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die WM.

LX-Erp mit Splitbuchungen

Mit einiger Verspätung habe ich LX-ERP instaliert, eine OpenSource Buchhaltungssoftware basierend auf SQL-ledger. Das Ding kann endlich auch Split-Buchungen – das macht die Sache dann schon mal einfacher.

Dummerweise finden sich im Forum zu LX-ERP mehrere Einträge, nachdem die Software jetzt falsche Auswertungen macht. Ich hoffe, das dem nicht so ist. Bislang bin ich mit der Lösung nämlich recht zufrieden.

Blog-Pranger

Im Mittelalter wurden Verbrecher auf dem Dorfplatz an den Pranger gestellt. Neben den körperlichen Strapazen und Schmerzen bedeutete dies für den Straftäter eine extreme Demütigung. Die ganze Dorfgemeinschaft wusste nun, mit wem sie es da zu tun hat.

Heutzutage macht man soetwas nur noch eher selten. In den USA werden Sexualstraftäter öffentlich bekannt gemacht. Und als Verdächtiger wird man (von einer großen Zeitung abgesehen) normalerweise nicht mit Bild und Namen veröffentlicht.

Allgemein ist der Ausdruck „an den Pranger stellen“ überall negativ besetzt. Das heißt: Fast überall. Eine Ausnahme sind Blogs. Hier wird mittlerweile offenbar im Wochentakt ein neues Opfer durch die Lande getrieben.

Callboy Torsten ist ein ideales Opfer. Seine Web-Seite ist grottenschlecht, seine
Rechtschreibung schlechter als meine (und das will was heißen…) und seine Ansichten einfach Unfug. Eigentlich kein großes Thema: Er streitet sich mit einigen Bloggern, er hat Unrecht, fertig.

Statt dessen wird der Fall lang und breit quer durchs Blogdorf getrieben. Frei nach dem Motto: „Hey, wir haben einen neuen Deppen über den wir uns lustig machen können“.

Ich habe das Gefühl, dass sich die Blogger-Welt sich ihrer Macht und Reichweite nicht wirklich bewusst ist. Klar, manchmal macht es absolut Sinn – und die Geschwindigkeit der Informationsübermittlung ist definitiv eine der großen und wichtigen Stärken von Web 2.0.

Nur ist das wie mit jeder Waffe: Wenn man sie zu häufig einsetzt, wird sie stumpf. Außerdem sollten Macht (und Reichweite ist Macht) mit Verantwortung nutzen.

Update 28.05.:
Neben seiner Drohung im Kommentar habe ich mir gleich noch eine Beschimpfung per SMS eingehandet. Merke: streichel nie einen getretenen Hund…

Schreck in der Morgenstunde

Ich wollte mal eben Apache auf meinem Laptop installieren. Unter Linux läuft der zwar schon, aber da ich meistens Windows gebootet habe dachte ich, das sei eine schlaue Idee.

Dummerweise hat Apache den Start verweigert: Es würde schon ein Service auf Port 80 lauschen. Oh oh…

„telnet localhost 80“ Argh. Da lauscht wirklich was. Ein Web-Server ist es nicht. Da werde ich wohl mein System mal einer etwas genaueren Untersuchung unterziehen müssen. Scheinbar hat AntiVir da was durchgelassen …

Nachtrag 23.5.:War kein Virus. Skype lauscht auch auf Port 80 – na super …

Personen- und Sachebene

Ich war mein ganzes bisheriges Leben lang ein mittelmäßiger, aber begeisterter Sportler – jedoch dafür immer extrem emotional bei der Sache. Beim Tennis war ich ein gern gesehener Doppel-Partner, weil ich meinen Partner zum Sieg „geprügelt“ habe und unsere Gegner komplett demoralisieren konnte. Wenn ich Sport gemacht habe, dann richtig. Komisch, dass ich heute beim Laufen hängen geblieben bin. Dabei kann man schlecht jemanden anschreien…

Bei aller sportlichen Härte achte ich auf eine Sache. Klar, im Spiel habe ich nur ein Ziel: Ich will meinen Gegner am Boden sehen! Ich befolge die Regeln. Aber, ich mache dich fertig! Und anschließend gehen wir zusammen ein Bier trinken… Schließlich habe ich nichts gegen meinen Gegner persönlich.

Als Westfale (schlimmer noch: Dortmunder sind Westfalen und Ruhrgebietler) gehöre ich einer Menschengruppe an, die das direkte Wort schätzt. Große Diplomaten kommen irgendwie nicht aus dem Ruhrgebiet…. Aber auch hier gilt: Nie die Sachebene verlassen.

Im Projektalltag kommt man um Konflikte nicht herum. Das lässt sich nicht vermeiden und weil wir ja keine Schönwetter-Projektleiter sind, stellen wir uns dem auch. Man sollte jedoch nie auf die Idee kommen, dass nur weil jemand anderer Meinung ist, dieser auch gleich ein schlechter Mensch sein muss. Wer Person und Inhalte nicht trennen kann, hat ein Problem.

Und seinen wir ehrlich: Wir haben alle dieses Problem. Von Zeit zu Zeit treffen wir einfach auf Menschen, die wir einfach, na sagen wir, mit denen wir vielleicht doch kein Bier trinken gehen wollen. Leute, deren bloße Anwesenheit einen agressiv werden lässt und denen man schon aus Prinzip widersprechen möchte. Ganz schlechter Stil, sehr unprofessionell, aber so sind wir nun mal.

Was soll man machen? Tatsächlich gibt es eine Lösung, die ist jedoch nicht ganz einfach. Man setzt sich mit der Person zusammen und redet offen und ehrlich über die Situation. Tenor:“Warum auch immer, aber wir scheinen uns nicht wirklich zu mögen. Ich habe aber Angst, dass dies das Projekt gefärdet. Und darum spreche ich es an“. Mit etwas Geschickt kommt man gemeinsam zum Ergebniss, dass man sich stärker auf die Sachebene konzentriert und die persönlichen Probleme als „vorhanden, aber ist nun mal so“ erstmal hinnimmt.

Wichtig ist auch die andere Richtung. Falls man sich aus Versehen dazu hinreißen lässt, das man jemandem sagt, seine Idee sei ein hinamputierter Schwachsinn der nur zustande kommt, wenn man zuviele Drogen und zuwenig Ahnung hat, sollte man sicherheitshalber im Nachsatz sagen „Also, nichts gegen dich persönlich“ – ok, und wenn man das noch verkauft ohne das es als Polemik rüberkommt ist man richtig gut…

Lustig, Deutsche Bahn

… wirklich lustig.

Es ist Messe, mein Hotel liegt 30 Minuten mit dem IC entfernt.

Dienstag: Der IC ist total überfüllt. Ich bekomme nur einen Stehplatz. Es ist heiß und ich schwitzen. Und ich schwitze schnell, und viel. Ich beschließe, für Mittwoch eine Reservierung zu holen.

Mittwoch: Ich habe eine Reservierung. Der Zug ist komplett leer. Eigentlich ist in dem Wagon nur mein Platz reserviert. Ok, morgen spare ich mir die 3 EUR

Donnerstag: Der Zug ist total überfüllt. Ich verdrücke einige Tränen …