Archiv für den Monat: März 2006

Neue Preise DB-Carsharing

Gerade bekam ich Mail von DB-Carsharing. Als Bahncard 100 Inhaber bin ich dort kostenlos angemeldet. Das ist sehr praktisch, wenn man „mal eben“ ein Auto benötigt.

Überschrift der Mail :“DB Carsharing wird jetzt noch attraktiver“.
Inhalt der Mail: Es wird flexibler und günstiger. Na, da bin ich aber froh…

Tatsächlich haben sie die Preise für einen Kleinwagen von 4 EUR/Stunde auf 2 EUR gesenkt. Ok, nur von 20:00 Uhr bis 8:00 Uhr. Zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr kostet es jetzt einen Euro mehr, nämlich 5 EUR. Schaut man sich die Buchungen an einigen Stationen an, wird man – Überraschung – feststellen, dass die Autos hauptsächlich tagsüber genutzt werden. Hmm, das ist jetzt nur eine wilde Vermutung, aber könnte es eventuell sein, dass die Autos meistens zum Großeinkauf gemietet werden?

Die Tagesmiete wurde auch flexibler gestaltet. Sie liegt jetzt bei 50, statt 40 EUR.

Wir sprechen also von einer Preiserhöhung von 25% in der kleinsten Wagenklasse. Ne, das ist wirklich attraktiver als vorher. Auch sind in der Wochenmiete (welche 20 EUR preiswerter ist, aber das macht eh‘ kaum jemand) nicht mehr 1250, sondern 1000 KM inklusive. Das finde ich gut. Solch runde Zahlen kann man sich ja auch viel einfacher merken.

Liebe Deutsche Bahn. Warum machen wir es nicht einfach so : Wenn ich verarscht werden möchte, sage ich euch Bescheid. Bis dahin würde ich mich freuen, wenn ihr faktische Preiserhöhung nicht so dummdreist verkauft. Da bekomme ich nämlich das Gefühl, ihr haltet mich für einen Idioten. Wäre das machbar? Echt? Super!

Zitat des Tages

Den Kommentar zu meinem Eintrag finde ich so schön, dass ich ihn aus den Tiefen der Comments rausreißen muss:

Entwickler, die heute ohne Unittests entwickeln werden morgen durch Inder ersetzt.

Danke, Alex. (war ein Kommentar zu der Tatsache, dass manche Manager Testen für unnötig halten)

Marathonvorbereitung Woche 10

Tschüss Hamburg Marathon!

Mein Körper will dieses Frühjahr nicht. Da ich keine teuren Sponsorenverträge habe, nehme ich das zur Kenntnis und blase den Hamburg Marathon ab. Den Halbmarathon in Berlin mache ich trotzdem. Anschließend suche ich mir einen schönen Herbstmarathon.

Schade, aber ich will schließlich noch ein paar Jahre länger laufen und muss daher meine Gesundheit nicht unnötig aufs Spiel setzen.

Entscheidungsfindung im Projekt

Entscheidungsfindung finden bei uns Menschen auf verschiedenen Ebenen statt. Zuerst steht die Sachebene. Wir bilden uns auf Basis der verfügbaren Informationen ein Urteil. Wenn mehrere Menschen an einer Entscheidung beteiligt sind, existiert jedoch noch eine soziale Ebene.

In jeder Gruppe gibt es das Alpha-Tier, den Außenseiter, den Mitläufer etc. Je nachdem, welche Rolle wir in einer Gruppe einnehmen, beeinflusst dies unsere Entscheidung. Wenn der dominante Teamleiter eine Meinung hat, wird der ein oder andere vielleicht kein Verlangen verspüren, zu widersprechen. Hat ja eh‘ nie was gebracht und warum sollte man sich unnötigt Stress machen. Andere Leute möchten einfach jemandem gefallen und schließen sich so dessen Entscheidung an. Vielleicht bin ich auch nur anderer Meinung, weil ich mit dem Menschen ein persönliches Problem habe und prinzipiell wiederspreche. Solche Einflüsse existieren sowohl bewusst, also auch unbewusst.

In vielen Situationen können wir solche „Störfaktore“n aber nicht gebrauchen. Wir wollen die ehrliche Meinung der Beteiligten kennen. Angenommen, wir führen ein Bewerbergespräch. Ich nehme als Teamleiter noch einige Entwickler hinzu. Ich finde den Bewerber gut, die Entwickler nicht. Kann ich sicher sein, dass die Entwickler ihre ehrliche Meinung sagen? Das muss noch nicht einmal etwas mit einem schlechten Verhältnis untereinander zu tun haben. Wir Menschen sind soziale Wesen und lassen uns oft beeinflussen ohne das wir das selber überhaupt merken.

Lösung 1: Spontanes Feedback. Der Bewerber verlässt den Raum. Die Anwesenden werden aufgefordert, ihr Urteil spontan und gleichzeitig zu fällen: „Daumen hoch“, oder „Daumen runter“. Das liefert oft erstaunliche Ergebnisse.

Lösung 2: anonyme Wahl. Es hat seinen Grund, warum wir bei wichtigen Wahlen unsere Stimme anonym abgeben dürfen. Wenn man bei einem Workshop ehrliches Feedback möchte: DIN A6 Karten raus und jeden seine Meinung aufschreiben lassen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte Projektarbeit für keine basisdemokratische Veranstaltung. Am Ende des Tages steht eine Entscheidung und diese muss durch eine verantwortliche Person vertreten werden. Bei der Entscheidungsfindung jedoch sollten – wenn möglich – viele Personen beteiligt sein.

Projekt 06: Tests sind für Weicheier

Folgendes wurde mir zugetragen: Projektpartner führt dem Projekt ein Tool zur Testunterstützung vor. Das Tool findet jedoch kein besonderes Interesse. Begründung: „Unsere Entwicklungszyklen sind mit 6-9 Monaten so kein, da lohnt es sich nicht, zu testen. Wir installieren die Releases und lassen es durch die User testen“.

Wie bitte?!? Wer immer so etwas erzählt, hat offenbar absolut nicht den geringsten Schimmer von Softwareentwicklung. Eigentlich sollte man so jemanden sofort wegen Sabotage mit einem Sicherheitsdienst aus dem Gebäude führen und Hausverbot erteilen.

Softwarefehler passieren. Es gibt unendlich viele berühmte Beispiele. Je nach Statistik hat eine normale Software 20-30 Fehler auf 100 Zeilen (Lines Of Code). Weniger Fehler sind irgendwann nicht mehr bezahlbar und nur in Ausnahmefällen sinnvoll (Space Shuttle: 3 Fehler/10000 Zeilen). Egal, nach welcher Methode man entwickelt: Tests machen 15-20% des Gesamtbudgets aus – zumindest sollte das so sein.

Ok, soviel mir erzählt wurde, hat diesen Quatsch ein Bereichsleiter erzählt. Vielleicht ganz gut, dass ich nicht dabei war. Ich hätte mich vermutlich so aufgeregt, dass ich anschließend vom Gelände geführt worden wäre …

CeBIT 2006: Nachlese

Freitag war ich auf der CeBIT. Zum ersten Mal seit Jahren ohne Standdienst. Auch hatte ich im Vorfeld sehr wenig Termine vereinbart – eigentlich wollte ich ja gar nicht hingehen. Somit hatte ich den wunderbaren Luxus, einfach „mal so“ einige Dinge auf der Messe anzuschauen.

Highlight 1: Auf der Rückfahrt treffe ich am Bahnsteig einen ehem. Arbeitskollegen aus Berlin. Sehr schöner Zufall.

Highlight 2: Der automatische Kicker-Tisch in Halle 9. Menschen konnten gegen den Computer kickern. Und der Roboter war nicht schlecht. Das Spielgeschehen wurde per Kamera erkannt. Überhaupt gab es sehr nette Beispiele für autonome Roboter auf der Messe.

Messe-Trauerspiel 1: Ich habe selten soviele so schlechte Vorträge gesehen. Oh man. Wenn man nicht frei sprechen kann, sollte man sich ein wenig besser vorbereiten. Außerdem bekomme ich mehr und mehr das Gefühl, dass Powerpoint der Sargnagel guter Vorträge ist. Muss es denn immer nur Powerpoint sein? Es gibt unzählige Möglichkeiten der Visualisierung. Warum erstellt man nicht z.B. zusammen mit dem Publikum ein Mind-Map?

Messe-Trauerspiel 2: Der versuchte IFA Konkurrent „Digital Living“ in Halle 27. Mit nur sehr viel Mühe wurde die Halle einigermaßen gefüllt. Braucht man aber nicht wirklich. In der Halle gab es auch die World Cyber Games. Das war schon netter.

Ansonsten wird es scheinbar von Jahr zu Jahr merklich ruhiger.

Mein neues Handy habe ich auch gesehen und ausprobiert: Sony Ericson M600i,

Projekt 06 – Sturm am Horizont

Es gibt ja mehrere Arten von Projekten:
1) Projekte, die ohne irgendwelche Probleme „mal eben“ erfolgreich beendet werden. Sieht keiner, stört niemanden.
2) Projekte, die an der ein oder anderen Stelle haken. Wenn man solche Projekte durch schwieriges Fahrwasser erfolgreich führt, kann man sicher sein, dass es eine gewissen Sichtbarkeit bekommt.
3) Projekte, die ganz ganz tief in der Kriese stecken. Irgendwann ist es dann soweit. Niemand möchte mehr dabei sein, wenn der Damm bricht. Niemand möchte allerdings auch als erstes fliehen. Also warten alle ab und ziehen sich gaaaanz langsam zurück. Sobald jemand als erstes die weißes Fahne hochhält hört man das kollektive aufatmen: „Wie ärgerlich. Also mein Teilbereich hätte es ja geschafft, aber Kollege Y hat sich leider als Showstopper erwiesen“.

Das Problem: Solange ein Projekt noch viele Beteiligte hat, merkt niemand, wenn sich jemand davon stielt (kein Scherz: Ich habe gestern erst gemerkt, dass ein Kollege seit einem Monat gar nicht mehr in der Firma ist…). Irgendwann fällt es aber auf. Und das werden alle plötzlich vorsichtig. Niemand will etwas falsches sagen. Statt Projektinhalte ist jetzt die Projektpolitik bestimmend. Klar, der Eisberg ist dicht vor uns, aber vielleicht kann ja ein plötzlicher Hitzeeinbruch alles retten.

Kann man solche Projekte noch retten? Ja, kann man. Nicht mit 100% Garantie, es kann jedoch klappen. Aber meiner Meinung nach nicht mehr aus eigener Kraft. Die einzige Chance ist es, sich externe Hilfe zu holen. Jemand, der noch nicht tief in der Projektpolitik steckt und völlig nüchtern die aktuelle Situation analysieren kann. Jemand, der den ständig aufkommenden Verweisen von wegen „historisch gewachsen“ völlig emotionslos gegenübersteht. Durch diesen neuen Wind lassen sich oftmals Probleme unerwartet lösen. Und wenn der 3. Berater das Projekt wegen Hoffnungslosigkeit ablehnt, ist das ja auch ein Ergebnis …

Bauchgefühl

„Schau dir mal die Architekturskizze an und sag‘ was“. „Hmm, kommt mir irgendwie komisch vor. So spontan glaube ich nicht, dass das so richtig ist“.

Intuition in einer Branche in der Metriken das höchste Gut sind? Bauchgefühl wo man doch sagt, „was man nicht messen kann, kann man auch nicht steuern“? Gerade dort! Intuition basiert schließlich unter anderem auf Erfahrung. Wenn ich schon 5000 Tafeln Schokolade gegessen habe, kann ich spontan sagen, wielange ich brauche, um eine Tafel zu essen. Ich kann auf dieser Erfahrung basierend sehr schnell schätzen, wie lange ich für zwei Tafeln bräuchte. Und ich kann spontan sagen, dass ich keine 4 Tafeln schaffe ohne mich übergeben zu müssen. 3 Tafel ist eine Grauzone in der mein Bauchgefühl versagt und ich es mal austesten müsste – dann hätte ich ein neues, sehr echtes Wissen über mein „Bauchgefühl“ nach 3 Tafeln Schokolade

Nichts anderes passiert bei Projektentscheidungen aus einem Bauchgefühl heraus. Wenn ich aus 10 vergleichbaren Projekten weiß, dass sie 100 Personentage benötigt haben, ist eine Abschätzung von 40 Tagen eine kritische Betrachtung wert.

Leider haben wir in vielen Situationen verlernt, diesem Bauchgefühl zu vertrauen. Wir sagen uns zwar häufig im Nachinein, dass uns dieses oder jenes schon von Anfang an so gedacht haben, aber es kommt im Meeting irgendwie schlecht, wenn man Zweifel mit seinem Bauchgefühl begründet (es sei denn, man hat sich einen sehr, sehr guten Ruf erarbeitet…).

Ich glaube, Intuition kann man üben. Vorschlag: Bevor man eine Aufwandsabschätzung mittels Function-Points durchführt (oder welche Methode auch immer), einfach mal eine spontane Schätzung aufs Papier schreiben. Anschließend schauen, wie sehr sich die beiden Schätzungen unterscheiden.

Wunschliste mobiles Leben

Ich habe meine komplette Musik ständig per ipod bei mir. Meine Adressen und Termine verwalte ich online per egroupware. Als Videorekorder nutze ich www.shift.tv. Dank WLAN bin ich eigentlich überall schnell im Internet. Wenn mir jemand ein Fax schicken möchte, landet dies dank eines UMS (Unified Messageing Server) sofort in meiner Mailbox. Durch O2 Genion bin ich jederzeit über meine Festnetznummer erreichbar ohne das der Anrufer weiß, wo ich wirklich bin. Wichtige Dokumente verwalte ich zentral über ein kleines DMS. Die Liste lässt sich noch bel. erweitern.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe mich auf mein Normadenleben recht gut eingestellt. Trotzdem ist meine Wunschliste für mobile Applikationen und Geräte noch sehr lang. Sie ist vor allem nicht Deckungsgleich mit den Dingen, von denen mir pfiffige Marketingsstrategen seit Jahren erzählen, dass ich sie bräuchte.

Und hier mein absolutes Nr. 1 Wunschgerät: Elektronisches Papier!
Ich habe sehr viele Bücher, ich kaufe mir ständig neue Bücher und ich hole mir für lange Zugfahrten gerne irgendwelche anspruchslosen Zeitschriften. Nachteil: Das wiegt alles zuviel und die Zeitungen und Zeitschriften laden eh‘ wieder im Altpapier. Ich möchte etwas haben, was leicht ist, einfach transportiert werden kann und mit dem ich Bücher vernünftig unterwegs lesen kann. Das fänd‘ ich super.

Mein mobiler Wunsch Nr. 2 sind übrigens Leihhemden. Statt Hemden durch die Gegend zu fahren und vor Ort in die Reinigung zu geben, möchte ich mir in jeder großen Stadt eben schnell ein paar Hemden für meinen Aufenthalt mieten. Gefühlte (erlaubte) Kosten dafür: 2,50 EUR für ein Eterna Hemd. Das Hemd wird kurz ausgeliehen, einmal getragen, wieder abgegeben und gegen neue Hemden getauscht. Passende Krawatten inklusive.

Und der Vollständigkeit halber: Wunsch Nr. 3 ist ein universelles Ladegerät. Ich möchte nicht immer Ladegeräte für Laptop, Handy, ipod, PSP, Bluetooth Headset usw. von Stadt zu Stadt schleppen.