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Festpreisprojekte

Aktuell verhandel ich mit einem Dienstleister über ein Angebot. Welch eine Überraschung: Ich finde es zu hoch, der Dienstleister hält es für angemessen.
Unabhängig davon, der nun im Recht ist: Ich glaube, bei Festpreisprojekten verlieren so oder so beide Seiten.

Als Kunde hat man immer ein wenig Angst vor Abrechnung nach Aufwand (T&M: Time and Material). Aber letztlich beruht eine vernünftige Kalkulation für ein Angebot auch auf den Aufwänden. Nur, dass die Aufwände nicht exakt abgerechnet, sondern vorher geschätzt werden. Auf diese Schätzung packt man dann noch einen Sicherheitsaufschlag und ein wenig Luft für Nachverhandlungen drauf. Also ist ein sauber kalkuliertes Angebot stehts teurer, als Abrechnung nach T&M.

Aber angenommen, ich vertraue dem Dienstleister nicht? Es kann ja genauso gut sein, dass der Dienstleister 2 Tage arbeitet und 5 abrechnet. Wenn ich den Dienstleister nicht im Haus habe, kann ich ihn nicht kontrollieren. Und was ist, wenn der Dienstleister mir Mitarbeiter schickt, die nichts taugen und sich auf meine Kosten einarbeiten?
Antwort 1: Das passiert auch bei Festpreisangeboten. Die Wahrheit über Beratungsfirmen: Lernen auf Kosten des Kunden ist nicht die Ausnahme, es ist der Normalfall.
Antwort 2: Wenn ich meinem Dienstleister so wenig vertraue, hat er etwas falsch gemacht. Vielleicht sollte man sich dann besser Gedanken über einen anderen Dienstleister machen!

3 thoughts on “Festpreisprojekte

  • Flo sagt:

    Der Vorteil beim Festpreis ist doch eher, dass man als Kunde nicht das Risiko trägt. Dafür muss man halt den „Kalkulationspuffer“ bezahlen.

    Wenn der Dienstleister den Aufwand richtig geschätzt hat und alles nach Plan läuft, kommt man dabei wahrscheinlich etwas teurer weg. Man hat aber auf keinen Fall aus dem Ruder laufende Kosten, falls doch nicht alles nach Plan läuft, weil diese ja von Anfang an feststehen.

  • Sven Rimbach sagt:

    > Der Vorteil beim Festpreis ist doch eher, dass man als Kunde nicht das
    > Risiko trägt.

    Na ja, das Projektrisiko hat der Kunde immer.
    Also bleibt noch das finanzielle Risiko.

    > Man hat aber auf keinen Fall aus dem Ruder laufende Kosten

    Ok, aber wann können Kosten extrem aus dem Ruder laufen:
    1) Der Dienstleister hat komplett falsch kalkuliert. Dann wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Ergebnis nicht meinen Vorstellungen entsprechen und ich habe eh‘ den falschen Dienstleister (und das Projektrisiko)
    2) Anforderungen und Randbedingungen ändern sich: In dem Fall wird jeder Dienstleister der Welt per CR (Change Requests) das ursprüngliche Angebot erhöhen.

    Ich denke allerdings auch, dass beide Wege ihre Vor- und Nachteile haben und das ideale Vertragsverhältnis noch nicht erfunden ist…

  • thilde sagt:

    Du schreibst:

    >Ok, aber wann können Kosten extrem aus dem Ruder laufen:
    >1) Der Dienstleister hat komplett falsch kalkuliert. Dann wird aller >Wahrscheinlichkeit nach auch der Ergebnis nicht meinen Vorstellungen >entsprechen und ich habe eh’ den falschen Dienstleister (und das >Projektrisiko)

    Über klug gesetzte Zahlungsmeilensteine und wohldefinierte Pakete für die BzAs kannst du schon dafür sorgen, dass der Dienstleister liefert, was vereinbart war (und damit, was deinen Vorstellungen entspricht).

    Schön ist das nicht, wenn man Zahlungen rauszögern muss – aber dafür gibt es sie doch, die Zahlungsmeilensteine.

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