Guerilla Taktik im Nachwahlkampf

Auf den ersten Blick könnte man sich fragen, ob Schröder, Westerwelle und Co. jetzt komplett den Verstand verloren haben. Die drei möglichen Kombinationen – Große Koalition, Ampel oder „Schwampel“ – werden von allen Beteiligten vehement negiert.
Bei nähere Betrachtung kommt einem jedoch die Vermutung, dass die ganze Geschichte schon seinen Grund hat. Ich denke immer noch, dass sowohl Schwarz-Rot-Grün also auch Rot-Gelb-Grün keinen Sinn machen. Die Grünen können nicht mit der CDU und Westerwelle will nicht mit den Grünen. Neben Neuwahlen und einer Minderheitsregierung bleibt also die Große Koalition. Das ist allen Beteiligten klar.
Es ist aber auch klar, dass die Verhandlungen hart werden. In allen wichtigen Bereichen unterscheiden sich die Konzepte von SPD und CDU. Also braucht man Verhandlungspakete auf die man verzichten kann. Eines dieser Pakete ist ganz klar die Frage der Kanzlerschaft. Also beispielsweise entweder „18% Mehrwersteuer und Schröder bleibt Kanzler“ oder „Bürgerversicherung und Merkel wird Kanzler“.
Also alles nach der Regel: Möglichst viele (auch gerne unsinnige) Positionen aufbauen damit man auf die locker verzichten kann und die wichtigen Forderungen durchbekommt.
Natürlich ist Schröder klar, dass er nicht mehr Kanzler ist (sollte er wider erwarten doch Kanzler bleiben muss Doris vermutlich die Urlaubsplanung komplett umstellen). Aber er hat, als Wahlverlieren, einfach eine schlechte Verhandlungsgrundlage.

Ich habe soetwas mal als Guerilla-Taktik im IT Projekt erlebt:
Subunternehmer will seine Leistung von mir als GU-Projektleiter abgenommen bekommen. Leider war Subunternehmer nicht gerade gut – ich habe im Projekt 3 Projektleiter verschlissen. Zur Strafe hat mit Subunternehmer einen „Kettenhund“ vorgesetzt. Der hat – obwohl ja eigentlich in der schwachen Verhandlungsposition ist – die ersten 3 Meetings im Streit platzen lassen und sogar meinen Kunden wüst beschimpft. Er hat ständig unsinnige Forderungen aufgestellt. Zum Beispiel wollte er den durch ihn selber verschuldeten Verzug auch noch bezahlt haben. anschließend hat er „großzügig“ auf diese Forderung verzichtet wenn wir ihm im Gegenzug die Abnahme erteilen…

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