Komplexität

Wir Menschen sind mit einem automatischen Komplexitätsfilter ausgestattet. Dieser filtert aus den Unmengen an Informationen und Eindrücken die relevanten Daten heraus und nur diese werden von unserem Gehirn verarbeitet. Dadurch konnten wir früher den Säbelzahntieger im dichten Wald gut erkennen.
Menschen, bei denen dieser Filter nicht richtig funktoniert nennen wir Autisten. Autisten leiden darunter, dass sie zuviele Informationen verarbeiten müssen. Manchmal führt das zu Inselbegabungen (siehe „Rain Man“ mit Dustin Hoffmann – es gab tatsächlich ein reales Vorbild). Die Krankheit ist schrecklich für Betroffene und Angehörige. Ein Schutzmechanismus von Autisten ist, dass sie ihre Welt extrem durchorganisieren. So darf bei einigen z.B. nichts an der Wohnung verändert werden, inkl. Aufhängung der Bilder oder Lage der Sofakissen.
Eine schwache Form des Autismus nennt sich „Asperger Syndrom“. Ein anderer Name (Kein Schwerz) ist „Geek Syndrom“. Angeblich leiden wohl viele Informatiker an einer schwachen Form. Wer möchte, kann hier einen kleinen Selbsttest durchführen.
Dies würde erklären, warum viele Techies ein gestörtes Sozialleben haben.
Für Informatiker ist diese Krankheit gar nicht mal so schlecht. In ihrem Job müssen sie ständig mit extrem viele Informationen jonglieren. Gut für den Job, schlecht für Parties.
Projektleiter sitzen (wie immer) zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite gehört Komplexität zu ihrem Job. Wäre die Aufgabe nicht so komplex, bräuchte man keinen Projektleiter. Ein Projektleiter muss oftmals tief in die Details einsteigen und mehr Details kennen als der Rest des Teams. Auf der anderen Seite müssen sie sehr viel vermitteln und entsprechend gut auf Menschen zugehen können. Sprich: „Generalist“ oder „Spezialist“?
Darum gibt es meiner Meinung nach so wenig wirklich gute Projektleiter. Für den Job muss man einfach ein gewisses Maß an Schizophrenie besitzen. Man muss genug „Spezialist“ sein um das Vertrauen der Entwickler zu besitzen und genug „Generalist“ um die Probleme der Chefetage erklären zu können.
Was ist dem Auftraggeber wichtiger? Das scheint wohl Mode zu sein und ständig zu wechseln. Die letzten Jahre waren eher die Generalisten gefragt – und haben einige Projekte mit Anlauf in den Sand gesetzt. Jetzt geht es wieder mehr um Spezialwissen – solange bis auch hier genug Projekte gescheiter sind …

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